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02:19 24.03.2018
Mit ihrer Theatergruppe studiert die Multikünstlerin Fiorenza Zanoni (halb rechts hinten) gerade ein neues Stück ein. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

. Wenn Fiorenza Zanoni (56) heute mit ihren Schülern der Kleinmachnower Steinweg-Grundschule bei der Preisverleihung des Europa Malwettbewerbs in Potsdam auftaucht, gehört die Gruppe eindeutig zu den großen Gewinnern der Veranstaltung: Gleich 15 junge Preisträger und Preisträgerinnen bringt die Kunstlehrerin mit. „Gelebtes Erbe – Europa ist Kultur“ war das Thema des Wettbewerbes, der im Vorjahr vom Europa-Zentrum Potsdam und der Europe Direct Informationszentren ausgeschrieben wurde.

Zanoni hat auf Masse gesetzt: Jedes Kind der Schule sollte ein Werk einreichen. Bei sechs Klassen macht das rund 120 Blätter, rechnet sie vor. In einem Kalender, der aus diesem Wettbewerb heraus entstanden ist, finden sich gleich sechs Bilder wieder. Die Hälfte der Monate wurde also von Kleinmachnower Kindern gestaltet – und die haben Übung. Zanoni lässt sie doch gern bei Wettbewerben mitmachen. Sicher drei bis vier Mal pro Jahr sagt sie, oder: „Bei vielen, fast allen.“ Auch zur 100-Jahr-Feier Kleinmachnows möchte sie einen Malwettbewerb haben – und ein Theaterstück aufführen. Sicher auch mit Musik, denn das sind die drei Bereiche, die der gebürtigen Italienerin besonders am Herzen liegen.

Bei seinem Motiv zum Wettbewerbsthema dachte Ludwig von Bethmann aus der vierten Klasse der Steinweg-Grundschule in Kleinmachnow sicher an Ludwig van Beethoven und einen Musikerkollegen. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Als der neue – kreisförmige – Anbau der Steinweg-Grundschule gebaut wurde, war deswegen bei Zanoni wohl auch die Idee eines Kunstkreises für Musik, Theater und Malerei entstanden. Schon vorher hatte die Schule einen Kunst-Schwerpunkt aufzuweisen. Aber was im Zusammenhang mit dem Kunstkreis angeboten wird, geht weit über das Übliche hinaus: Neben einer Theatergruppe, dem Chor mit Aileen Pohl und einem Malkreis gibt es seit Oktober 2016 jeden Monat auch noch mehrere Workshops. In denen werden etwa spezielle Maltechniken ausprobiert, getanzt, Musikinstrumente gebaut oder Theater gespielt.

Es gibt Auftritte, Kinoabende, mit „Die vier Jahreszeiten“ ein ganzjähriges Projekt für alle Schulstufen oder Instrumentenbegegnungen. Letztere fanden gerade erst gestern unter dem Titel „Let’s Play“ statt: Die Kinder der vierten Klassen haben unterschiedliche Instrumente und deren Eigenschaften vorgestellt, natürlich auch, indem sie präsentierten, was sie selbst schon spielen können.

Das dürfen auch die Kinder in Zanonis Theatergruppe zeigen. Dort wird aktuell Mary Poppins einstudiert. „Unsere Stücke haben immer auch einen pädagogischen Hintergrund“, erklären Zanoni und Laney Riccius (42), ihre „rechte und linke Hand“ in der Theatergruppe. Riccius ist Erzieherin mit Schwerpunkt Theaterpädagogik. Zwei ihrer Kinder – zwei Mädchen, die heute elf und 13 Jahre alt sind, – waren selbst einmal Mitglieder des Theater-Kunstkreises. Der siebenjährige Sohn besucht eine andere Schule. So ist die Mutter dazugekommen – und hängen geblieben.

Mary Poppins in unseren Tagen

Diesmal geht es um Erziehung. Riccius: „Die Eltern sollen auch mal den Kindern zuhören, vielleicht haben sie ja auch eine schöne Idee.“ Zanoni ärgert sich über Eltern, die für ihre Kinder antworten: „Ganz schlimm! Die Eltern müssen endlich lernen, Nein zu sagen und das auch ernst zu nehmen!“ Riccius plädiert für ein liebevolles Miteinander unter klaren Regeln. „Reden ist gerade in der heutigen Gesellschaft sehr wichtig.“ Zanoni ergänzt: „Und Hören!“ Die beiden sind sich einig: Es ist schwieriger geworden heute, unter anderem auch durch die neuen Medien.

So überlegt sich Zanoni gleich, ob sie Mary Poppins nicht am Ende des Stückes auch einen Blick in die Zukunft werfen lassen soll. Gemeinsam mit den Kindern wird dann in der Probe auch noch diskutiert, ob das Stück vielleicht überhaupt ins Heute verlegt werden soll.

So stellen sich Luise, Emma-Luise und Lilly aus der sechsten Klasse der Steinweg-Schule in Kleinmachnow das gelebte Europa vor. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Die Aufführung ist für Mitte Juni angesetzt, 18 Kinder der dritten bis sechsten Klasse und der Chor der Schule sind daran beteiligt. Jede Woche trifft sich die Theatergruppe für eine Stunde zu Proben. Zwei bis drei Wochen vor der Premiere gibt es dann noch an einem Nachmittag einen Workshop, in dem alle Rollen ausführlich besprochen werden. „Eine tolle Sache“, sind die Leiterinnen begeistert.

Traditionell interessieren sich mehr Mädchen als Jungs fürs Schauspielen, erzählen Zanoni und Riccius. In diesem Jahr sind immerhin fünf Jungs mit dabei. Bisher waren es meist nur zwei, sagen sie. „Wir sind froh, wenn wir welche haben.“ Dann genügt es ja nicht, nur dabei sein zu wollen – Zuverlässigkeit ist wichtig, auch beim Auswendiglernen des Textes.

Die Rollen werden den Kindern übrigens „auf den Leib geschrieben“, sagen Zanoni und Riccius. Schon beim Vorbereiten der Stücke sei oft ganz klar, welches Kind für welche Figur geeignet sei. Obwohl die Kinder gut vorbereitet sind und ihre Zeilen schon weitgehend können – Zanoni findet immer noch einiges zu besprechen: Zum Publikum schauen, etwas langsamer sprechen, mehr Ausdruck zeigen, nicht nur dastehen, sondern sich bewegen. In der Theatergruppe wird auf Details geachtet – schließlich soll auch dieses Stück ein Erfolg werden. Nur dann eben macht das Theaterspielen auch Spaß.

Von Konstanze Kobel Höller

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