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Experten liefern überraschende Zahlen

Verkehrskonzept für Treuenbrietzen Experten liefern überraschende Zahlen

Unerwartete Fakten liefert die Arbeit für das Verkehrskonzept der Stadt Treuenbrietzen. In der Altstadt gibt es nach der Erfassung durch Experten mehr Parkplätze als vermutet aber auch deutlich mehr Durchgangsverkehr als es bisherige Prognosen auswiesen.

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Die 28 Parkplätze vor dem Treuenbrietzener Rathaus sind zu Spitzenzeiten fast voll belegt.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In der Treuenbrietzener Altstadt gibt es mehr Parkplätze als allgemein vermutet – aber auch deutlich mehr Durchgangsverkehr als bislang angenommen. Das hat die Erfassung gezeigt, die derzeit im Rahmen der Arbeit für ein Verkehrskonzept der Kommune erfolgt. Experten des Büros IGES Institut GmbH aus Berlin haben ihre Erhebung jetzt weitgehend abgeschlossen. Nun geht es an die Analyse und die Erarbeitung von Vorschlägen.

Baumt sieht keinen Mangel an Parkplätzen

Untersucht haben die Zähler bei ihren Rundgängen in Stundenintervallen verschiedener Tage insgesamt 744 öffentliche Stellplätze im Gebiet der Altstadt. 82 Prozent davon liegen an Straßen und 18 Prozent auf Parkplätzen. Für 19 Prozent der Stellplätze gelten zeitliche Beschränkungen. „In die Erfassung eingeflossen sind freilich auch 67 Parkplätze auf dem Firmengelände des ehemaligen Aldi-Marktes“, erklärte Bauamtsleiter Christoph Höhne. Insgesamt sieht er keinen Mangel an Parkplätzen in der Altstadt.

In Spitzenzeiten wird es eng

In Spitzenzeiten freilich wird es an besonders gefragten Bereichen in der Nähe von Geschäften schon mal eng. Sie sind zwischenzeitlich voll ausgelastet. Für die 28 Plätze vor dem Rathaus haben die Experten an Wochentagen gegen 11 Uhr sowie 16 Uhr Spitzenauslastungen bis zu 82 Prozent registriert. ähnlich sieht es für die insgesamt gut 100 Stellplätze an der Großstraße aus, die in der Spitze bis zu 86 Prozent belegt sind. Hinter dem Rathaus indes bleibt auch in Spitzenzeiten um 10 Uhr und 16 Uhr noch jeder zweite der 38 Plätze frei. Registriert haben die Zähler freilich auch, dass sich in stark belasteten Straßen und Zeiten die Verstöße gegen Regeln und die Parkzeiten häufen.

Mehr als 10 000 Fahrzeuge pro Tag

Was den Durchgangsverkehr in der Innenstadt angeht, lieferten die detaillierten Erhebungen der Experten Zahlen, die bislang nicht so hoch angesetzt worden waren. Demnach wurde die höchste Verkehrsbelastung an einem Freitag gemessen, als innerhalb von 24 Stunden mehr als 10 000 Kraftfahrzeuge am Kino „Kammerspiele“ die Bundesstraße 2 passierten. In einer Spitzenstunde eines Donnerstags zwischen 16 und 17 Uhr wurden dort 888 Fahrzeuge nahezu unbemerkt mit dem automatischen Zählgerät erfasst. Am Wochenende gab es an diesem Kontrollpunkt mittlere bis geringe Belastungen mit weniger als 7000 Kfz in 24 Stunden. Insgesamt gab es sieben Messstellen an den Bundesstraßen mit unterschiedlichen Ergebnissen. Im Schnitt lag wurde eine mittlere bis hohe Verkehrsbelastung von 7000 Fahrzeugen pro Tag registriert.

Ein Jahr Konzeptarbeit geplant

Das Verkehrskonzept für die Stadt Treuenbrietzen wurde im Juni auf den Weg gebracht. Ein Jahr lang sollen zunächst Daten erhoben, Probleme zusammentragen und Vorschläge für Verbesserungen erarbeitet werden.

Die Kosten von rund 20 000 Euro werden zu 80 Prozent aus Fördergeld für die Altstadtsanierung gedeckt. 20 Prozent Eigenanteil trägt die Kommune.

Mit dem Konzept wollen Verwaltung und Abgeordnete auch eine Datensammlung erhalten, um gegenüber Behörden Argumente für kurzfristige Schritte zur Verkehrsberuhigung sowie mehr Sicherheit und langfristig für den Bau einer Umgehungsstraße zu haben.

Eingebunden in die Arbeit am Konzept sind neben politischen Gremien, Verwaltung und Institutionen auch die Einwohner. Weitere Bürgerversammlungen sind geplant. Auch fanden Befragungen von Geschäftsleuten und Kunde statt.

Auch wenn sich das Konzept formal auf die Kernstadt konzentriert, sollen zwingend auch die Auswirkungen empfohlener Schritte – beispielsweise zur Verkehrsberuhigung – auf die umliegenden Ortsteile berücksichtigt werden.

Der Arbeitsstand für das Konzept kann über die Internetseite der Stadt immer aktuell verfolgt werden. Dort können Bürger auch Anregungen beisteuern.

Zusammenfassend haben die IGES-Experten eine hohe Verkehrsbelastung auf der Ortsdurchfahrt der B 2 besonders im Berufsverkehr an Werktagen festgestellt. Insbesondere der Bereich Leipziger Straße Großstraße zwischen Kreisverkehr und Rathaus ist stark belastet. Der Anteil des Schwerlastverkehrs mit Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht lag trotz der Sperrung der B 2 in Beelitz für Schwerlaster über 7,5 Tonnen bei durchschnittlich 8,5 Prozent. In Spitzenstunden wurden im September bis zu 72 Fahrzeuge dieser Art registriert. Nach Aufhebung der B 2-Baustelle in Beelitz sowie der Sperrung der B 102 in Haseloff wird ein Anstieg des Schwerlastverkehrs erwartet.

Manuelle Zählungen noch geplant

Um Fehlerfaktoren zu minimieren, sollen nun weitere Erhebungen folgen. „So können eine Videoanalyse und manuelle Zählungen exaktere Daten zum Vergleich liefern, als das automatische Zählgerät“, erklärte Bauamtsleiter Christoph Höhne.

Von Thomas Wachs

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