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Fahne sucht Gesangsverein

Dahnsdorf Fahne sucht Gesangsverein

In Dahnsdorf ist die historische Flagge des ursprünglich 1883 gegründeten Gesangsvereins aufwendig restauriert worden. Doch gibt es aktuell dazu gar keinen Verein im Dorf. Daran könnte sich womöglich bald etwas ändern. Ein Auftritt beim jüngsten Dorffest nährt diese Hoffnung.

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Restaurierte Historie in Dahnsdorf: Thomas Heinrich öffnet stolz den Fahnenkasten des früheren Gesangsvereins.

Quelle: Tobias Potratz

Dahnsdorf. Eine Kontaktanzeige könnte so lauten: Sie, deutlich über 100 Jahre alt – dennoch gut erhalten und komplett faltenfrei – sucht Ihn. Er sollte erfahren sein, mindestens zehn bis 15 musikalische Männer enthalten und keine Scheu haben, auch an den Wochenenden gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen. Am liebsten bei Dorffesten.

Auf dem Wege dieser Anzeige könnte die restaurierte Fahne des ehemaligen Gesangsvereins Dahnsdorf womöglich tatsächlich wieder mit einem Gesangsverein des Ortes zusammenkommen. Aber der Reihe nach:

Die ehemalige Liebesgeschichte beginnt im Jahr 1883. Im damals schon beschaulichen Dahnsdorf finden sich mehrere Männer zusammen, um nach getaner Arbeit gemeinsam die Anstrengungen des Schaffens von der Seele zu singen. Es ist die Geburtsstunde des Gesangsvereins Dahnsdorf. Natürlich muss auch eine Fahne her, denken sich die Herren damals. Schließlich will man sich zu festlichen Anlässen prunkvoll präsentieren. Gesagt, gebastelt, gewebt und 1889 dann geweiht. Über mehrere Generationen und zwei Weltkriege hinweg, begleitete das edle Schwenkutensil die Dahnsdorfer Sänger. Bis in die 1970er-Jahre. Dann erklang irgendwann der letzte Ton und die Fahne verschwand samt Gesangsverein von der Bildfläche. Eine stumme und harte Zeit für Dorf und Fahne.

Rund 2000 Euro von Sponsoren

Im Jahr 2017 nun – also 134 Jahre nach Vereinsgründung – ist die Fahne immer noch das älteste Überbleibsel Dahnsdorfer Gesangstradition. Doch zeigt sie sich jünger als je zuvor. Denn man hat sie ehrwürdig aufbewahrt. Kein Staub, keine Falten oder gar Risse. „Vor vier Jahren entstand die Idee, die Fahne wieder herzurichten. Wir haben sie aufwendig von einem bayrischen Unternehmen restaurieren lassen“, erzählt Thomas Heinrich, der stolz den alten Fahnenkasten öffnet. Kostenpunkt: 2000 Euro. Schuld an dem Projekt ist der Männerfastnachtsverein, der die Fahne nie ganz aus den Augen verlor und ausreichend Sponsoren fand.

Ersten Versuch beim Dorffest gestartet

Hier die Spitze vom Schwenkarm erneuert und da ein paar neue goldene Fransen dran. Alles ist nun wieder schick. Die Fahne ist wieder da. Doch von einem Gesangsverein fehlt nach wie vor jede Spur. Noch. Denn auch hier beginnt die Tradition wieder langsam zu zucken. „Für das Dorffest hatten wir mit 15 Leuten ein bisschen geübt, damit wir die Fahne zeigen können“, erzählt Thomas Heinrich. Immerhin. Zum Dorffest am vorigen Sonntag wurde die Fahne geschwenkt und gesungen. Im schicken Zwirn gekleidet, marschierten die sangesfreudige Männer auf.

Das gab es so in Dahnsdorf seit über 40 Jahren nicht mehr. Leiter des Gesangsprojekts ist Thomas Hemmerling. Der im Ort wohnende Niemegker Amtsdirektor hat sich auf die Fahne geschrieben, dass sich im Dorf bitte wieder mehrere Männer einmal im Monat zusammenfinden sollten, um zu singen. Ob das die musikalische Renaissance aus dem Jahr 1883 oder doch nur ein flüchtiger Festgedanke war, kann Hobbysänger Thomas Heinrich noch nicht abschätzen. Nun gut. Solange der Gesangsverein nicht lebt, bleibt die Kontaktanzeige geschaltet.

Von Tobias Potratz

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