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Breites Bündnis gegen Fremdenhass

Familienfest, Kulturprogramm und klare politische Aussagen auf Burg Eisenhardt Breites Bündnis gegen Fremdenhass

Am Turm der Burg Eisenhardt hing ein Transparent mit der Botschaft des Tages. Sie war aus der Ferne gut lesbar. „Gegen Faschismus und Fremdenhass.“ Ein Anliegen, für das sich Sonnabendnachmittag ein breites Bündnis zusammenfand.

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Quelle: C. Brandhorst

Bad Belzig. Mit einem großen Familienfest, einem abendlichen Konzert und politischen Statements demonstrierten die Akteure Toleranz und Solidarität in der Kur- und Kreisstadt am Wochenende.

Auf Initiative der Linkspartei und ihrem Kreisvorsitzenden Jan Eckhoff, der die Veranstaltung moderierte, setzten auch andere demokratische Parteien sowie viele Bad Belziger Einrichtungen wie Jugendfreizeitzentrum Pogo oder Infocafé „Der Winkel“ ein Zeichen gegen Rechtsextremismus. Am Nachmittag herrschte auf dem Burghof ein buntes Treiben mit viel Unterhaltung. Als es langsam dämmerte, eröffnete die Rockband „Blues Baby Blues“ den musikalischen Part. Später spielten „Sticky Toffee Pudding“ irische Folkmusik, ehe „44 Leningrad“ mit Punk-Polka für den Höhepunkt des Abends sorgten.

Aber es wurde auch politisch: „Wir sind vielfältig, aber uns eint der Wunsch, in unserer Stadt tolerant und solidarisch zusammenzuleben“, sagte Jan Eckhoff. Nur kurz habe sich die rechtsextreme NPD am Klinkengrund zur Gegenaktion versammeln wollen, dann aber den Protest aufgelöst, berichtete der Linken-Kreisvorsitzende. So blieb es friedlich. Die Polizei musste nicht eingreifen. „Faschismus ist keine Meinung, es ist ein Verbrechen“, sagte Götz Dieckmann, ehrenamtlicher Koordinator gegen Gewalt und Rechtsextremismus der Kur- und Kreisstadt. „Wir dürfen nicht abwarten, bis aus rassistischen Motiven Gewalt angewendet wird.“

Martin Schirdewan ist der Linken-Kandidat für die Europawahl in knapp zwei Wochen. Auch er trat auf die Bühne. Laut aktueller Umfragen drohe dann der Einzug gut 100 Abgeordneter rechtspopulistischer Parteien in das europäische Parlament, so Schirdewan. „Da müssen wir etwas entgegensetzen“, forderte er. Er warb nicht vordergründig für die Wahl der Linkspartei, aber für die Abgabe der Stimme. „Macht euer Kreuz für eine antifaschistische Partei.“
Für Europa forderte Martin Schirdewan eine humane Flüchtlingspolitik. Dass kürzlich ausgerechnet in der letzten Sitzungswoche vor der Wahl beschlossen wurde, Flüchtlingsschiffe nicht aufs Meer zurück zu schicken, sondern bis zum Festland zu begleiten, habe für ihn einen faden Beigeschmack. „Das Problem ist damit nicht gelöst“, so der Europakandidat. Er forderte die Teilhabe von Asylbewerbern an Arbeitsleben und sozialen Prozessen.

Von Christoph Brandhorst

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