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Familiengrab im Park ist wieder schmuck

Wiesenburg Familiengrab im Park ist wieder schmuck

Im Wiesenburger Park ist das Erbbegräbnis wieder eine Sehenswürdigkeit. Die letzte Ruhestätte von Curt Friedrich von Watzdorf, Begründer der Anlage, und seinen Nachfahren ist wieder hergerichtet worden. Eine Gruft aber gibt weiter Rätsel auf.

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Mitarbeiter des Bergholzer Metallbaubetriebes Jörg Mählis stellen den Zaun am Erbbegräbnis im Wiesenburger Park auf.

Quelle: Ulrich Jarke

Wiesenburg. Die Restaurierung des Erbbegräbnisses im Wiesenburger Park ist fast abgeschlossen. „Es gibt also ab sofort einen zusätzlichen Anreiz, den Forst des Gartendenkmals zu entdecken“, lautet die Empfehlung von Ulrich Jarke für den Herbstspaziergang. Wie der Parkleiter zu berichten weiß, sind die Arbeiten im Kosten- und Zeitplan beendet worden.

Mehr als 70 Jahre war die Ruhestätte im Schlosspark Wiesenburg vergessen und von Gehölzen verdeckt. Nur noch die drei Gruften der ehemaligen Schlossherrschaften waren als Überbleibsel für geübte Parkbesucher zu erkennen, wenn sie wussten, wohin der Blick zu richten war. Zeitzeugen aber erinnerten sich durchaus an das letzte Begräbnis, als 1930 Alexander von Fürstenstein beigesetzt wurde. „Die Senioren konnten zum Teil sehr konkret die damalige Gestaltung des Areals erläutern“, so Ulrich Jarke, der sich mit Fachplanerin Julia Baumgarten darauf stützen musste. Denn Zeichnungen oder Fotos von damals sind bislang nicht aufgetaucht. Insbesondere die Felder des 55 Meter langen Zaunes konnten erst bei Jörg Mählis in der Bergholzer Werkstatt in Auftrag gegeben werden, nachdem das gestaltungsgleiche Vorbild auf dem örtlichen Friedhof erkannt worden war.

Während der Recherchezeit brachte indes ein Unfall mit einem Forstfahrzeug, das mit seinem Hinterreifen im Waldboden versackt war, ein weiteres, bis dato unbekanntes Grab zutage. Archäologen untersuchten es und fanden heraus, dass der Leichnam eines Kindes zwar dort beerdigt, Jahre später jedoch entnommen und vermutlich kirchlich auf einem Friedhof bestattet wurde. Eine Flasche Weihwasser, eine Perlenkette und zwei Milchzähne waren als einziges im Grab nachzuweisen. Bis heute ist unklar, wer darin beerdigt wurde.

Erst Arbeit, dann Einweihung

Mit der Bepflanzung, die auf die Dauer pflegelicht sein soll, wird die Herrichtung des Erbbegräbnisses im Wiesenburger Park komplettiert.

Jetzt freilich gilt es, über 1000 Efeupflanzen, hunderte Immergrün und Rhododendren, sowie zahlreiche Stauden und Blumenzwiebeln müssen in die Erde gebracht werden. Deshalb hat der Parkförderverein zu einer öffentlichen Pflanzaktion aufgerufen. Sie findet am Sonntag, 10 Uhr, statt.

Gegen 11.30 Uhr ist dann das Einweihungszeremoniell vorgesehen. Neben lokaler Prominenz sind gar Nachfahren der einstigen Eigentümerfamilie von Plauen eingeladen.

Den überraschenden Fund hatte der Parkförderverein aber endgültig zum Anlass, die Neugestaltung des gesamten Erbbegräbnisses in Angriff zu nehmen. 28 000 Euro wurden dafür kalkuliert. Dank vieler Besucher bei den diversen Schlossparknächten und damit verbundenen Einnahmen und einer Spende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse wurde es möglich, die Gruften auf zu mauern, einen Weg anzulegen und einen schmiedeeisernen Zaun zu errichten.

Diese Arbeiten wurden mittlerweile durch heimische Fachbetriebe realisiert, so Ulrich Jarke. 1000 Faltblätter sind speziell zur Information über diese Sehenswürdigkeit gedruckt; eine Tafel vor Ort wird auf einem Findling montiert und noch ein Hinweisschild nahe dem ehemaligen Forsthaus platziert. Fehlt noch die Bepflanzung, die am Wochenende unmittelbar vor dem Zeremoniell der Einweihung erfolgen soll.

„Dann endlich erhält der Schlosspark Wiesenburg wieder einen würdevollen Rahmen für die Begräbnisstätte der Familie, der die Wiesenburger ihren Park verdanken – allen voran dem früheren Schlossherrn Curt Friedrich Ernst von Watzdorf, der in seinem Park auch seine letzte Ruhestätte fand“, sagt Ulrich Jarke.

Von René Gaffron

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