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Familienzentrum belebt alten Bauhof

Diskussion um Kulturobjekte neu entfacht Familienzentrum belebt alten Bauhof

Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) legt ein Konzept für Kulturobjekte vor und stößt damit die Diskussion in der Gemeinde neu an. Verwaltung, Künstler und Bürger sollen in die Standortdebatte einbezogen, Kosten, günstige Lagen und Möglichkeiten von Synergien zwischen potenziellen Nutzern abgewogen werden.

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Das Areal Am Bannwald.

Quelle: Foto: Claudia Krause

Kleinmachnow. Kleinmachnows Kulturlandschaft ist recht üppig und die Angebote sind über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Aber auch dieser Bereich des Gemeindelebens wächst und benötigt mehr Raum. Wie berichtet, gibt es seit längerem Diskussionen und Begehrlichkeiten etwa für ein Domizil für Heimatverein und Ortsmuseum. Die Meinungen der Fraktionen in der Gemeindevertretung gehen stark auseinander, wenn es darum geht, Gemeindeimmobilien abzustoßen und dafür andere, sanierungsbedürftige Häuser zu kaufen. Besonders, wenn es um den Ankauf von Kircheneigentum geht, mit dessen Erlös ein Kirchenneubau im Alten Dorf finanziert werden soll.

Jetzt stößt Bürgermeister Michael Grubert (SPD) mit einem Konzept für die Entwicklung der Kulturobjekte bis 2020 die Diskussion neu an. Verwaltung, Künstler und Bürger sollten in die Standortdebatte einbezogen, Kosten, günstige Lagen und Möglichkeiten von Synergien zwischen potenziellen Nutzern abgewogen werden.

Laut Gruberts Konzept soll das ehemalige, teilsanierte Landarbeiterhaus am Zehlendorfer Damm 200, in dem der „Kultraum“ und der Brücke e.V. arbeiten, mit dem Ausbau des Dachgeschosses und der Sanierung der Remise in den nächsten Jahren fest gesichert werden. Die Kostenschätzung für die gesamte Sanierung erfolge bis Mitte Mai 2016, so Grubert.

Neuer Standort für den Heimatverein

Ein „Grünes Band der Kultur“ schwebt dem Bürgermeister am Bannwald vor. Dort, wo die Verbindung der Standorte Am Bannwald 1a und Jägerstieg 2 „reizvoll“ wäre. Den Jägerstieg 2 (Auferstehungskirche) sollte die Gemeinde kaufen, um ihn als Standort für den Heimatverein und die Museumsinitiative zu entwickeln. Laut einem Beschluss der Gemeindevertreter Ende 2015 war Grubert mit Kaufgesprächen der Kirche beauftragt worden. Der Verkauf soll im I. Halbjahr 2016 erfolgen. Das Haus mit Kirchsaal und Gemeinderaum gilt als besonders identitätsstiftend für die Bewohner. Es könnte gemeinsam von Heimatverein und Museumsinitiative genutzt werden. Bei einem Umzug des Vereins stände das jetzt genutzte Objekt „Toni Stemmler“ in der Hohen Kiefer der Volkssolidarität als derzeitigem Mitnutzer in vollem Umfang zur Verfügung.

Nach Aufgabe des Bauhofes Am Bannwald 1a (ein gemeinsamer Bauhof soll mit Stahnsdorf und Teltow in einer der Nachbarkommunen entstehen) könnte das Gebäude ein Familienzentrum und Vereinshaus werden. Grubert schlägt weiterhin vor, auch die neuen Kammerspiele in der Karl-Marx-Straße 18 zu erwerben, um sie als „wichtigen Kulturstandort“ für die Gemeinde zu sichern.

Die Pläne sind teils mit hohen Kosten verbunden

Bislang umstritten waren die Vorstellungen für die Gemeindeobjekte Karl-Marx-Straße 117 und Meiereifeld 33. Grubert will die Areale zwar in Gemeindehand behalten, aber nicht für die Kultur. Für die Karl-Marx-Straße 117 erwägt er die „zeitnahe Prüfung“ der Vergabe über einen Erbbaurechtsvertrag, um die Sanierung des Hauses kurzfristig zu ermöglichen. Das ehemalige Wohnhaus aus Holz ist als eines der ersten Gebäude der von Adolf Sommerfeld initiierten „Bürgerhaus-Siedlung“ denkmalgeschützt. Nach einem Beschluss der Gemeindevertreter soll es saniert werden; Kostenschätzung über 500 000 Euro. „Wegen der geringen zur Verfügung stehenden Nutzfläche erscheint eine Sanierung des Gebäudes mit dem Ziel, es als Kulturobjekt zu nutzen, nicht sinnvoll“, so Grubert.

Das Objekt in der Karl-Marx-Straße 117

Das Objekt in der Karl-Marx-Straße 117.

Quelle: Gemeinde

Das Grundstück Meiereifeld 30 wird nicht mehr als Parkfläche für die Verwaltung gebraucht, weshalb es verkauft werden könnte, „sofern der Erlös als Finanzierung für die Kulturstandorte benötigt wird“. Das Haus im Meiereifeld 33, das noch von den Vereinen Kukuwe und Prototypen genutzt wird, beherbergte bis Ende 2004 einen Teil des Gemeindeamtes. Das Gebäude ist in schlechtem Bauzustand. Eine Sanierung unter Berücksichtigung eines barrierefreien öffentlichen Zugangs ist nur unter großem Kostenaufwand möglich. „Hier bietet sich die Aufgabe des Objektes als Vereinsgebäude an, aber die Größe des Grundstückes lässt es sinnvoll erscheinen, die Grundstücksfläche als Vorbehaltsfläche im Eigentum der Gemeinde Kleinmachnow zu belassen“, schlägt Grubert vor. Kukuwe und Prototypen könnten künftig mit ins neue Familienzentrum Am Bannwald 1 ziehen.

Die Standorte

Zehlendorfer Damm 200, Eigentum der Gemeinde, denkmalgeschützt, genutzt von Kultraum e. V. & Brücke e. V.

Karl-Marx-Straße 117, gemeindeeigen, ehemaliges Verkaufsbüro Sommerfeld-Siedlung, bis November 2011 als Wohngebäude genutzt, ungeteiltes Grundstück mit Nr. 119 (Kita)

Meiereifeld 33, einst Mehrfamilienhaus, gemeindeeigen, zwei Nutzer (KuKuWe & Prototypen), bis Dezember 2004 als Verwaltung genutzt.

Jägerstieg 2, Eigentum der Evangelischen Auferstehungskirchengemeinde, denkmalgeschützt.

Am Bannwald 1a, gemeindeeigen, Bauhof muss spätestens Anfang 2019 raus sein. Ungeteiltes Grundstück mit Nr. Feuerwehr.

Karl-Marx-Straße 18, Privateigentümer, gepachtet von Kulturgenossen und geführt als Neue Kammerspiele.

Meiereifeld 30, gemeindeeigenes unbebautes Grundstück; zuletzt als Parkplatz für die Gemeindeverwaltung genutzt gewesen.

Von Claudia Krause

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