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Fantasievolle Flieger am Locktower Himmel

Tierisches Drachenfest Fantasievolle Flieger am Locktower Himmel

Spielen macht Spaß, egal, wie alt man ist. Wenn die Herbstwinde wehen, beginnt für die oft angegrauten Drachenpiloten die Saison. Viele von ihnen geben sich dann nicht mit Gekauftem von der Stange zufrieden, sondern entwerfen und bauen ihre Flieger selbst. Beim Locktower Drachenfest kann man alle Jahre wieder ihre Flugkünste bewundern.

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Michael Schwarz und Töchterchen Fenia (8) machen die rosa Schweinchen klar zum Flug.

Quelle: Uwe Klemens

Locktow. Von wegen Kinderkram. Wenn das Wetter stimmt und eine frische Brise das erste Herbstlaub durch die Gegend bläst, beginnt für Drachenfans die Saison. Das die meisten davon den Kinderschuhen längst entwachsen sind, war am vergangenen Wochenende auch beim Locktower Drachenfest zu beobachten. Alter schützt vor Torheit nicht – vor der ernsthaft betriebenen Spielerei mit bunten Fliegern an der Schnur schon gar nicht.

„Drachenfliegerei als Hobby, kam erst später.“

„Als Kind hab’ ich mich nur wenig dafür interessiert“, sagt der Berliner Michael Schwarz, der zusammen mit seiner Frau Jacqueline und Töchterchen Fenia zum zweiten Mal mit dem Wohnwagen nach Locktow gekommen ist, um beim zweitägigen Fest mit dabei zu sein. „Drachenfliegen als Hobby ist erst später gekommen. Irgendwann sind wir an die Nordsee gefahren und stellten fest, dass am Strand zu liegen eigentlich langweilig ist. Ein paar alte Männer, die dort saßen und in der Hand die Schnüre ihrer Drachen hielten, hatten Spaß dabei. Irgendwann haben wir uns dann auch einen gekauft und bald danach den ersten selber gebaut.“

Aufgereiht, wie an der langen (Hunde-) Schnur, stieg ein ganzes Bello-Rudel in den Himmel

Aufgereiht, wie an der langen (Hunde-) Schnur, stieg ein ganzes Bello-Rudel in den Himmel.

Quelle: Uwe Klemens

All die Drachenlenker zu zählen, die mit glücklichen Gesichtern an diesem Wochenende über die Wiese des Locktower Flugplatzes stapften, war schier unmöglich. Kräftige Herbstwinde an beiden Tagen machten das Fliegen selbst für die Profis der Szene zur echten Herausforderung. Vieles von dem, was normaler Weise lieben festen Boden unter den Füßen hat, zappelte dabei in grellen Farben am Himmel. Fliegende Hunde, Delfine und Schildkröten, ein paar rosa Hausschweinchen und Kraken mit leuchtenden Tentakeln genossen die starke Briese, wie ihrer Lenker auch. Mehrstöckige Kastendrachen, Gleitmatten und der einhundert Quadratmeter große Rettungsfallschirm von Fest-Organisator Frank Miklis gehörten dabei zu den Hinguckern.

Vieles lässt sich preiswert selbst herstellen

Auch am Boden gab es viel zu sehen, denn wo Wind ist, machen sich auch Windspiele ganz gut. „Die müssen nicht teuer sein, sondern lassen sich auch gut und preiswert selber herstellen“, sagt Uwe Carstens, der, wie die meisten Drachenflieger, ebenfalls in Berlin zu Hause ist. Die von ihm kreierten Mobiles aus aufgeschnittenen und farbig lackierten Plasteflaschen waren ein häufiges Fotomotiv. „So was hab ich beim Urlaub in Polen gesehen und wollte es einfach mal nachmachen“.

Eine Portion Drachenlatein gehört dazu

Beim Locktower Drachenfest ist er mit seit 2009 mit seiner Familie Stammgast. „Das erste Jahr gab es zwei Tage lang strömenden Regen, aber über dem Gelände lag ein Zauber, der uns verwandelt hat und uns jedes Jahr wiederkommen lässt. Vor allem die gemeinsamen Abende der Drachenfreunde, dann, wenn die meisten Besucher längst abgefahren sind, sind für ihn das Schönste. Lagerfeuer, ein Tässchen Heißes, beleuchtete Drachen unterm Sternenzelt und eine große Portion Drachenfliegerlatein gehören dann dazu.

„Auch das nunmehr bereits 16. Fest war ein voller Erfolg“, schwärmte am Sonntagabend auch sein Organisator, der sich noch gut an die vergleichsweise bescheidenen Anfänge erinnern kann. Zu den Mitstreitern der ersten Stunde gehören noch immer die Rixdorfer Drachenfreunde, die Drachenfest-Gründer Jens Joachimi damals ansprach und um Hilfe bat. „Wir kommen gerne und kümmern uns um Hintergrund um alles, damit das Fest gut läuft und alle ihren Spaß haben“, sagt deren Leiter Rainer Timm.

Von Uwe Klemens

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