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Potsdam-Mittelmark Fast ein halbes Jahrhundert im Porträt
Lokales Potsdam-Mittelmark Fast ein halbes Jahrhundert im Porträt
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06:22 06.11.2017
Helga Helm, Tochter von Magnus Zeller, ist auf dessen Bild von 1932 als Säugling zu sehen. Quelle: Christel Köster
Ferch

Unter dem Titel „Figurative Malerei, Bildnisse und Genreszenen“ öffnete am Sonnabend die Winterausstellung des Museums der Havelländischen Malerkolonie in Ferch. Wurden in den vorangegangenen Jahren überwiegend Landschaftsbilder der Freiluftmaler gezeigt, so überrascht die neue Exposition mit wunderbaren Porträts und Szenen menschlichen Miteinanders. Wieder einmal habe die Kuratorin Professor Jelena Jamaikina zahlreiche private Leihgeber überzeugen können, sich für einige Monate von ihren Kunstwerken zu trennen, verkündete Carola Pauly, die Vorsitzende des Fördervereins.

Das älteste der gezeigten Kunstwerke stammt aus dem Jahr 1884 und ist eine Arbeit des Werderaners Karl Hagemeister. Als sein „Porträt einer alten Dame im violetten Kleid“ entstand, war er 36 Jahre alt. Magnus Zeller malte das jüngste Werk: „Frau und Tochter des Künstlers im Liegestuhl“ ist auf 1932 datiert. Zellers Tochter Helga Helm, damals ein Säugling, war am Samstag Gast.

Die Entwicklung der Fotografie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts sei zur echten Konkurrenz für die figurative Malerei geworden, erläuterte die Kuratorin bei der Vernissage. Nun konnten es sich auch weniger Betuchte leisten, Abbilder ihrer Lieben anfertigen zu lassen. In einem Fotoatelier. Den Tod der Malerei, wie es manche vorausgesagt hatten, zog es dennoch nicht nach sich. Die Malerei habe sich aber verändert, hin zur malerischen Interpretation der Welt, so Professor Jamaikina – und das wiederum öffnete den Weg für die Moderne.

Augusta von Zitzewitz „Doppelporträt mit Tochter“ (Ausschnitt). Quelle: Christel Köster

Die sich wandelnde Bildsprache von Karl Hagemeister bis zur Neuen Sachlichkeit eines Magnus Zeller kann man auch in der Exposition beobachten. Ins Auge fällt zudem der hohe Anteil weiblicher Künstler. Sie hatten es nach dem ersten Weltkrieg geschafft, in diese Männerdomäne vorzudringen. Julie Wolfthorn, der im vergangenen Jahr eine eigene Ausstellung an dieser Stelle gewidmet war, ist diesmal unter anderem mit dem Porträt der Yvonne Wilhelm von 1927 vertreten. Dem wachen Gesicht mit den aufmerksamen dunklen Augen kann sich der Betrachter schwer entziehen. Doramaria Purschian, die ihre Eltern porträtierte, sowie Augusta von Zitzewitz, deren „Doppelporträt mit Tochter Ilsemarie” lassen auch ein wenig in ihr Privates blicken. Unter den zahlreichen Selbstbildnissen bleibt vielleicht das Theo von Brockhusens aus dem Jahre 1911 am nachhaltigsten im Gedächtnis: ernst, streng, scharf gezeichnet, ganz Preuße. Unter dem Dach des Museums findet man kleinformatige Druckgrafik.

Die Ausstellung im Museum der Havelländischen Malerkolonie, Beelitzer Straße 1 / Ecke Dorfstraße, ist bis zum April 2018 jeweils Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

Von Edith Mende

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