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Potsdam-Mittelmark Willkommensdienst bei jungen Eltern beliebt
Lokales Potsdam-Mittelmark Willkommensdienst bei jungen Eltern beliebt
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19:08 23.10.2017
In der Stadt Beelitz nutzen inzwischen 90 Prozent der frischgebackenen Eltern den Babywillkommensdienst. Die pensionierte Pädagogin Regina Breyer (l.) überbringt den jungen Eltern das Begrüßungspaket. Quelle: Thomas Lähns
Beelitz

Rund 90 Prozent aller jungen Paare in Beelitz, die Eltern geworden sind, nutzen mittlerweile den Babywillkommensdienst der Stadtverwaltung. Seit der Einführung dieses Angebotes vor sieben Jahren hat die pensionierte Pädagogin Regina Breyer auf Wunsch der betreffenden Eltern im Auftrag der Stadtverwaltung fast 600 Familien besucht. Sie überbrachte ihnen die Glückwünsche der Stadt und übergab ihnen das Begrüßungspaket mit dem Informationsordner mit Adressen von Ärzten und Apotheken, Hinweisen zu Anmeldeverfahren in den kommunalen Kitas sowie eine erste Ausfahrgarnitur fürs Baby. In einigen Familien war Breyer bereits mehrfach, sagt sie.

Die lokalen Geschäftsleute in und um Beelitz unterstützen das Projekt seit Jahren mit Gutscheinen, beispielsweise für den ersten Haarschnitt des Kindes oder die erste Geburtstagstorte. Auf mehreren Flächen der Stadt Beelitz sind inzwischen bunte Streuobstwiesen mit den Namensbäumchen für den Nachwuchs entstanden.

„In den Gesprächen mit den jungen Eltern wird die Pflanzaktion mit dem Beelitzer Bürgermeister ausdrücklich gelobt“, resümierte Breyer jetzt in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses der Stadt. Auch die vielfältige Schul- und Kitalandschaft in Beelitz wird von den Familien besonders gewürdigt. Kritisiert wird dagegen die schleppende Arbeit der Elterngeldstelle, wofür allerdings nicht die Stadt, sondern die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark verantwortlich ist.

Bei den Familienbesuchen, für die sich Regina Breyer im Durchschnitt jeweils rund eine Dreiviertelstunde Zeit nimmt, äußern die Eltern oft auch den Wunsch nach größerem sozialen Wohnraum in der Stadt. Ein anderes Thema sind die Radwege in der Region, die nach Meinung vieler Eltern noch weiter ausgebaut werden sollten.

Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) hat jetzt sein Begrüßungsschreiben an die jungen Eltern überarbeitet. Der vorherige Text sei zu oft von anderen Kommunen kopiert worden, die ebenfalls einen Babybegrüßungsdienst anbieten, berichtet Breyer. Deshalb habe Knuth den Eltern-Brief nun mit eigenen Kindheitserlebnissen angereichert, so dass seine Botschaft nicht mehr so einfach von anderen übernommen kann.

Sorgen bereitet der Pädagogin die weitere Bereitsstellung der Ausfahrgarnituren für die Neugeborenen. Die Zahl der „Strick-Omis“ sei geschrumpft, musste Breyer eingestehen. Die Stadtverwaltung Beelitz sucht deshalb interessierte Mädchen und Frauen, die in ihrer Freizeit vielleicht gern Söckchen, Mützen, Schals, Handschuhe oder Jäckchen für die neuen Beelitzer stricken oder häkeln würden.

Von Heinz Helwig

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