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Fastbrechen für alle

Werder Fastbrechen für alle

Auch wenn nicht alle Oberstufen-Besucher den muslimischen Fastenmonat durchleiden mussten, so nahmen sie doch gern die orientalischen Köstlichenkeiten ihrer Mitschüler aus Albanien, Marokko, Syrien, Afghanistan oder Äthiopien entgegen, die sie ihnen zum Abschluss des Ramadan vorbereitet hatten.

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Zweikampf mit Worten, Fäusten und einem Messer

Für die Salate haben die Jungs zuvor fleißig geschnippelt.

Quelle: Regine Greiner

Werder. Anstehen nach leckeren Köstlichkeiten war am Donnerstag im Oberstufenzentrum Werder angesagt. Die Schüler nahmen das gerne in Kauf, schließlich hatte die Flüchtlingsklasse zum Büffet unterm Schuldach eingeladen. Anlass war das große Fastenbrechen nach dem langen Fastenmonat. Die 16- bis 18-Jährigen aus Albanien, Marokko, Syrien, Afghanistan und Äthiopien waren von Anfang an dabei, das traditionelle Zuckerfest vom Einkauf bis zum Servieren in die Hand zu nehmen. Schnell waren die Flure der Schule von orientalischen Düften erfüllt. Ob Süßspeisen, Fleisch vom Grill oder fruchtige Salate, die Teller, Schalen und Schüsseln waren schon bald leer geputzt. „Es hat super geschmeckt“, war von Schülern aus der Region immer wieder zu hören. „Spitzensalate“, schwärmten Mädchen, die sich bei der Auswahl gar nicht entscheiden konnten.

Klassenlehrerin Julia Just war stolz auf „ihre Jungs“. „Toll, wie sie das Fest von der heimatlichen Deko bis zur traditionellen Küche gestaltet haben.“ Die Zahl der Schüler in der Flüchtlingsklasse ist seit April auf 21 gestiegen, sagt Abteilungsleiter Axel Schmook. „Aber die Jungs haben sich gut eingelebt, im Sprachunterricht und bei der täglichen Verständigung beachtliche Fortschritte gemacht.“ Laut Schmook kommen hin und wieder gemeinsame Unterrichtsstunden sowohl bei den Schülern als auch bei den Jungs aus der Flüchtlingsklasse gut an. Absagen von Schülern aus der Region bei gemeinsame Aktionen seien eher die Ausnahme. Nach den Ferien wird der Unterricht in Berufsfachschulklassen für die Flüchtlinge fortgesetzt. „Nach zwei Jahren Schule dann noch eine Ausbildung über drei Jahre ist für die Flüchtlinge eine lange Zeit bis zum Job. Da haben sie ganz schön geschluckt, weil sie diesen Weg in ihrer Heimat nicht kennen“, sagt Schmook. Die meisten Flüchtlinge wollen für technische Berufe oder die IT-Branche lernen. Schmook hofft, dass die Zusammenarbeit mit den Vormündern, der Awo und dem Verein Job als Träger der Flüchtlingsheime weiterhin so gut klappt wie bisher. „Eine geplante zentrale Clearingstelle in Potsdam kann diese Kooperation auf kurzem Wege gewiss nicht leisten“, sagt Schmook. Die Arbeit mit den Flüchtlingen habe gute Fortschritte gemacht. „Sie nahmen auch am Sportunterricht teil, obwohl der Ramadan Grenzen setzt. Aber wir haben ihnen unsere Schulbedingungen erklärt und gemeinsam Kompromisse gefunden.“

Von Regine Greiner

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