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Potsdam-Mittelmark Reifere Jugend hält Fastnacht am Leben
Lokales Potsdam-Mittelmark Reifere Jugend hält Fastnacht am Leben
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14:29 18.02.2018
Als Lühnsdorfer Platzmeister haben Sybille und Michael Puhlmann auch den Gästen Ulrike Romanus und Sebastian Born Schleifen angesteckt.     Quelle: Christiane Sommer
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Lühnsdorf

Im Niemegker Ortsteil Lühnsdorf hält die reifere Jugend die Fastnacht lebendig. „Es ist unser Dorf. Da mussten wir nicht lange überlegen, ob wir zusagen oder nicht“, sagen Sybille und Michael Puhlmann aus Lühnsdorf. Die Eheleute, die Eltern von drei erwachsenen Kindern und bereits dreifache Großeltern sind, hatten dieser Tage ein Ehrenamt inne, das gewöhnlich der Dorfjugend vorbehalten ist. Da diese sich jedoch nicht um die Tradition riss, führten nun die Eheleute Puhlmann als Platzmeister durch die Fastnacht.

Ein Jahr lang hatten die beiden Zeit, sich darauf vorzubereiten. „Hätten wir es nicht getan, wäre Fastnachten wohl ausgefallen“, sagt die 56-Jährige Platzmeisterin. Sie hat mit der Aufgabe Neuland betreten.

Mit der Dorfjugend von Haus zu Haus gezogen

Davon war jedoch weder am Sonnabend, noch eine Woche zuvor etwas zu bemerken. Das zogen die beiden als Platzmeister mit der Dorfjugend von Haus zu Haus, um für diesen Sonnabend zum Fastnachtstanz in das Gasthaus „Alte Schmiede“ einzuladen. Genau so, wie es der Brauch verlangt.

Die Lühnsdorfer Fastnachtsgesellschaft von 1950 vor dem Gasthof von Gustav Bergholz. Erhard und Ernst Puhlmann, der Vater von Michael Puhlmann, waren damals die Platzmeister.       Quelle: Sammlung Christiane Sommer

„1924 ist der erste Fastnachtstanz in Lühnsdorf belegt“, weiß Ortschronist Fritz Moritz. Ihm liegt die Fortsetzung der Tradition am Herzen. „Damals musste sich die tanzwillige Dorfgemeinschaft noch mit einem einzigen kleinen Gastraum begnügen“, erzählt der Chronist. Nach mehreren Veranstaltungen stimmten alle dann überein, dass der Raum für ein Tanzvergnügen viel zu klein sei. „Der Wirt zog die Konsequenzen und das Portemonnaie und beschloss, einen Saal zu bauen. Der wurde 1927 fertig. Fortan waren den Vergnügungen keine räumlichen Grenzen mehr gesetzt“, berichtet Fritz Moritz.

Zu DDR-Zeiten pausierte die Tradition

Mit der Schließung der Gaststätte Bergholz endete jedoch 1972 die Tradition. Erst durch den Ausbau der früheren Schmiede Moritz zum Landhaus „Alte Schmiede“ konnte sie 2002 wieder aufleben. Seitdem ist die Fastnacht in Lühnsdorf ein fester Termin im Kalender. Und für den Fall, dass die Jugend keinen Platzmeister stellen kann, stehen die reiferen Semester bereit. Immerhin kann der 55-jährige Michael Puhlmann dabei schon auf eine Familientradition verweisen. Sein Vater, Erich Puhlmann, war 1950 Paltzmeister im Dorf und zuletzt auch schon ein Schwiegersohn der Puhlmanns.

Mit der Fastnacht einst den Winter vertrieben

„Es ist schließlich ein Fest, das das Dorf zusammenhält“, sagt Sybille Puhlmann. Die Platzmeister verweisen auf den großen Unterschied zwischen Fasching und Fastnacht. Steht beim Fasching der Spaß am Verkleiden im Vordergrund, haben die Altvorderen mit der Fastnacht versucht, den Winter zu verabschieden. Obgleich es heute unmöglich geworden sei, die Fastnacht genau nach altem Brauch zu feiern. Denn das ausgelassene Treiben zog sich einst im Dorf über fünf Tage hin. Trotzdem wird an bestimmten Ritualen festgehalten.

Als Platzmeister müssen Sybille und Michael Puhlmann auch viel tanzen. Quelle: Christiane Sommer

So tragen die Platzmeister als Erkennungsmerkmal einen mit bunten Blumen und Bändern geschmückten Hut auf dem Kopf. „Dazu gehören eine Schärpe und eine Anstecknadel“, erklären die Amtsinhaber am späten Samstagabend. Zu diesem Zeitpunkt haben die Eheleute bereits tüchtig das Tanzbein geschwungen und für Stimmung und gute Laune auf dem Parkett gesorgt. Der Fastnachtstanz im Dorf wird dabei zu einem Treff von Alteingesessenen und Fortgezogenen, wenngleich sich der Saal am Sonnabend nur mühsam füllt.

Die Gäste eint eine bunte Anstecknadel in Schleifenform. Sie wird ihnen von den Platzmeistern an Kragen und Blusen geheftet. „70 kleine und acht große habe ich davon gebunden“, verrät Sybille Puhlmann. Zu später Stunde werden sodann mit Sandra Fuhrmann und Marcus Müller die Platzmeister des kommenden Jahres gekürt. Die bunten Hüte, die seit Generationen von einem Platzmeisterpaar zum nächsten gegeben werden, wechseln in ihre Hände. Damit tragen sie nun auch die Verantwortung, dass der Brauch in Lühnsdorf weiter gepflegt wird.

Von Christiane Sommer

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