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Potsdam-Mittelmark Feinkost bleibt – Blumengeschäft schließt
Lokales Potsdam-Mittelmark Feinkost bleibt – Blumengeschäft schließt
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18:16 08.03.2016
Ute Lorenz will bleiben: „Das ist mein Kiez hier.“ Quelle: Jens Steglich
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Bergholz-Rehbrücke

Gähnende Leere im einstigen Restaurant unweit vom Marktplatz der Gartenstadt Rehbrücke. Im großen Laden visavis sieht es nicht viel anders aus, seitdem Edeka ausgezogen ist. Man muss gar nicht weit laufen, um vor dem nächsten Stillleben zu stehen, wo der Schleckermarkt schon vor Jahren schließen musste. Nun will im Sommer noch der Blumenladen dicht machen und im Modegeschäft nebenan läuft der Räumungsverkauf, dort ist bereits Ende März Schluss. Thomas Hilburger, Chef der Brandenburgischen Immobilienverwaltung, bestätigt auf Nachfrage der MAZ zwar den Leerstand. Er ist aber zuversichtlich, dass die Geschäfte schon bald vermietet sind. „Für die beiden Marktflächen laufen zwar noch die Verhandlungen mit Interessenten, darunter auch ein Getränkehändler, aber ich bin optimistisch, dass es in absehbarer Zeit zu Vertragsabschlüssen kommt“, sagt Hilburger. Das Feinkostgeschäft gegenüber der beiden Märkte habe den Mietvertrag gerade erst verlängert, wie auch der Fahrradhändler, dem künftig aber die kleinere Fläche im jetzigen Blumengeschäft ausreiche. „Doch wo jetzt noch die Räder stehen, wird dann Fläche frei und auch dafür haben wir schon Bewerber“, sagt Hilburger. Beim einstigen Restaurant hat es nach den Worten von Hilburger gerade erst einen Eigentümerwechsel gegeben. Aber da sich schon mehrere Bewerber die Gewerbefläche angeschaut haben, geht Hilburger davon aus, dass eine Neueröffnung nicht lange auf sich warten lässt.

Im Modegeschäft läuft der Räumungsverkauf. Ende März schließt das Geschäft Quelle: Jens Steglich

Seinen Optimismus teilen nicht alle Händler in der Einkaufsstraße. „Als wir unsere Mietverträge unterschrieben haben, war es hier lebendig“, sagt eine Geschäftsfrau. Der Einschnitt kam mit dem Weggang von Edeka und Schlecker, so ihr Befund. „Solche Magneten braucht man in einer Geschäftsstraße.“ Allgemeiner Tenor unter den Gewerbetreibenden: Die Ladenmieten sind für diesen Standort zu hoch. „Miethöhe und Kaufverhalten der Kunden stehen nicht im richtigen Verhältnis, um gut über die Runden zu kommen“, so Jan Skowrnowski, der das Radgeschäft betreibt. „Mein Vermieter hat bayerische Miet-Vorstellungen“, sagt er und steht mit der Annahme nicht allein da. Auffallend viele Bayern haben Immobilien in Rehbrückes Gartenstadt erworben und vermieten sie. Jan Skowrnowski will seine jetzigen Mieträume verlassen, um das Radgeschäft ab 1. August in den Räumen des Blumenladens weiterzuführen. Das angestammte Geschäft ist ihm mit 170 Quadratmetern zu groß. „Mit einem kleineren Laden komme ich gut zurecht.“ Im neuen Laden gleich in der Nähe zahlt er dann nur noch für 75 Quadratmeter Miete.

Wohnungen sind fast alle vermietet

In der Gartenstadt Bergholz-Rehbrücke sind nach der Wende bis 1997 annähernd 760 Wohnungen entstanden, darüber hinaus 28 Gewerbeeinheiten für Läden, Büros und Praxen.

Die überwiegend 2- bis 3-Raum-Wohnungen sind nach Angaben der Brandenburgischen Immobilienverwaltung fast vollständig vermietet.

2200 Bewohner zählt die Siedlung inzwischen.

Besonders gefragt sind gegenwärtig 4-Raum-Wohnungen mit über 100 Quadratmeter Wohnfläche, die es im Wohngebiet bisher nur vereinzelt gibt.

Die Ruhe und die gute Verkehrsanbindung durch Zug, Bus und Straßenbahn in Potsdam machen das Leben in der Gartenstadt vor den Toren der Landeshauptstadt für viele Wohnungssuchende attraktiv.

Seit 2011 ist die Nachfrage nach Wohnraum in der Gartenstadt stetig gestiegen.

Die Miete ist in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um 15 bis 20 Prozent gestiegen.

Die Kaltmiete für Gewerbeflächen liegen bei 12,50 bis 13 Euro je Quadratmeter und sind damit aus der Sicht der Brandenburgischen Immobilienverwaltung im Vergleich zu Potsdam relativ günstig.

Im künftigen Fahrrad-Geschäft werden derzeit noch Blumen verkauft. „Wir kennen jeden Kunden mit Namen. Der Abschied fällt uns nicht leicht“, sagt die Blumenfrau mit den pinken Haaren, wie die Ladeninhaberin von Kunden auch genannt wird. Sie verlässt Bergholz-Rehbrücke in Richtung Bad Belzig.

Ute Lorenz vom Feinkostladen bleibt. Sie hat ihren Mietvertrag gerade verlängert, aber erst nach langem Ringen, räumt sie ein. „Der Leerstand in der Straße macht mich traurig“, sagt sie.

Das Hinweisschild zur „Einkaufsstraße“ vorn an der Arthur-Scheunert-Allee, das die Gewerbetreibenden sich vor Jahren erkämpften, sei momentan eher peinlich. „Es ist ja keine richtige Einkaufsstraße mehr.“ Eine Ladenstraße lebe von Läden, nicht von Leerstand, so die Unternehmerin, die auch in der Nuthetaler Gemeindevertretung aktiv ist.

Sie hätte auch einen Laden in der Pappelallee in Potsdam bekommen können. „Aber das ist mein Kiez hier“, sagt Ute Lorenz. Und ihr Feinkostgeschäft sei nicht nur ein Laden. „Es ist ein Ort der Kommunikation. Hier kommen die Leute auch her, um miteinander zu schwatzen.“ Wenn Gott will, können sie das mindestens noch bis August 2026 tun. Bis dahin hat sie den Mietvertrag verlängert.

Von Regine Greiner

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