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Potsdam-Mittelmark Feldenkrais-Methode für Körper und Geist
Lokales Potsdam-Mittelmark Feldenkrais-Methode für Körper und Geist
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06:31 22.03.2017
Julia Strehler (rechts) bei einer Anwendung: Durch die Feldenkrais-Methode können viele Menschen wieder besser entspannen und erreichen ein ausgeglichenes Körpergefühl. Quelle: Alexander Labrentz
Bad Belzig

Eine alltägliche Bewegung, die wir ständig ausführen, ohne darüber nachzudenken: Über die Schulter nach hinten schauen, um zu sehen, ob und was dort ist. Beim Autofahren, beim Sport, beim Einkaufen. Und dennoch wissen die meisten von uns nicht, auf wie viele Arten wir diese Bewegung machen können.

„Wir machen die meisten Bewegungen im Alltag, ohne bewusst darüber nachzudenken“, so die Hagelbergerin Julia Strehler, die seit zwei Jahren Feldenkrais-Kurse in Bad Belzig gibt. Das führe dazu, dass die Menschen zu angespannt sind oder Haltungsmuster angenommen haben, die vielleicht eines Tages zu Beschwerden und Leiden führen.

Ein verspannter Nacken, Gelenkschmerzen, Migräne: „Die Menschen kommen aus unterschiedlichen Beweggründen zum Feldenkrais“, sagt Strehler, die sechs verschiedene Kurse in der Steintherme anbietet. Manch einer sucht einen Ausgleich zu körperlichen oder seelischen Belastungen. Oder er möchte einfach etwas für sich tun – etwas, das ihm gut tut. Feldenkrais wird in der Gesundheitsvorsorge eingesetzt, aber auch in der Rehabilitation, im Sport, in künstlerischen Bereichen wie Schauspiel, Musi und Tanz – oder als Ergänzung zu einer Psychotherapie. Julia Strehler bietet unter anderem einen Kurs zum Thema Stress an.

Feldenkrais im Fläming

Montags von 17.30 bis 18.45 Uhr wird ein Feldenkrais-Basiskurs mit Lehrerin Eva Daubert im Zegg angeboten. Der Kurs läuft bereits, ein Einstieg ist aber noch möglich. Außerdem bietet Eva Daubert Einzelstunden an.

Die Feldenkrais-Praxis von Julia Strehler ist im Internet unter www.feldenkrais-strehler.de erreichbar.

Termine nach Vereinbarung gibt es auch unter 0176/63 09 99 15.

Entwickelt wurde die Feldenkrais-Methode von dem israelischen Physiker, Ingenieur und Judosportler Moshe Feldenkrais Mitte des 20. Jahrhunderts. Er nutzte die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung, die zeigt, wie jede Bewegung mit Nervenprozessen im Gehirn zusammenhängt. Bewusstheit entsteht durch Bewegung, war Feldenkrais überzeugt. Deshalb entwickelte er über 800 sogenannte Lektionen: Eine Feldenkrais Lektion besteht typischerweise aus insgesamt 15 bis 30 Bewegungen, welche Schritt für Schritt einzeln untersucht und erforscht werden. Die Ausbildung zum zertifizierten Feldenkrais-Lehrer dauert vier Jahre. Rund 2000 dieser Anleiter gibt es mittlerweile in Deutschland.

Die Feldenkrais-Methode mit wenigen Worten prägnant zu beschreiben, ist keine leichte Aufgabe. „Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst“, lautet das Credo, das die Methode von Gymnastik, Yoga, Pilates und ähnlichen Spielarten einer Körpertherapie unterscheidet.

Entspannung bei einer Anwendung. Quelle: Alexander Labrentz

Anschaulicher wird die Methode, wenn man sie praktiziert und zum Beispiel übt, auf verschiedene Arten über die Schulter zu schauen. Man kann dazu die Augenmuskeln bewegen, den Hals drehen oder den Kopf mit der Schulter oder aus der Hüfte heraus in die gewünschte Richtung bewegen. Selbst mit den Füßen lässt sich das bewerkstelligen.

Gelenke und Wirbel können wie die Glieder einer Kette in Bewegung versetzt werden. Was möglich ist, muss zunächst individuell erforscht werden – das Repertoire der Übungen kann dann stetig erweitert werden. Indem sie so neue Varianten entdecken und erleben, werden die Menschen, die die Feldenkrais-Methode ausprobieren, nicht nur körperlich beweglicher, entspannter und stabiler, sondern auch psychisch gelöster und geistig fitter. Körperliche Beschwerden können so gelindert werden – aber auch bei Depression und Angststörungen wird Patienten mit der Feldenkrais-Methode geholfen. „Der Lernprozess im Feldenkrais ist sehr sanft und angenehm. Und er macht Spaß“, ist Eva Daubert überzeugt. Seit zehn Jahren unterrichtet sie Feldenkrais.

Das Logo der MAZ-Aktion „Gesund und fit 2017“. Quelle: RND

Erst seit kurzem bietet Daubert einen Basiskurs im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (Zegg) in Bad Belzig an. In ihren Kursen erfahren die Teilnehmer, wie ihr Körper funktioniert, wo sie in ihrer Beweglichkeit blockiert sind und wie sie allmählich eingefahrene Muster auflösen.

Das geschieht durch feinste, bewusst ausgeführte Bewegungsabläufe, die jeder von Mal zu Mal individuell erweitert – je nach Wohlbefinden. Dabei darf die Feldenkrais-Methode nicht mit Yoga oder klassischen Gymnastikkursen verwechselt werden: Die Übungen werden nicht vorgemacht, sondern nur verbal angeleitet.

„So kann jeder seinen Körper und seine Bewegungen in seinem eigenen Tempo kennenlernen“, sagt Eva Daubert. „Es geht darum, dass wir uns und unseren Körper wieder spüren. Das haben viele Menschen in unserer Gesellschaft verlernt.

Von Daniela Singhal

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