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Feldheimer Riesenbatterie gewinnt Umweltpreis

Agenda-21-Preis Feldheimer Riesenbatterie gewinnt Umweltpreis

Alle fünf Agenda-21-Preise des Landkreises Potsdam-Mittelmark gehen in diesem Jahr an Projekte im Fläming. Riesenbatterie, Stromtankstelle, eine Tierzucht mit Solaranlage – die Wege, fossilen Brennstoffen endlich den Rücken zu kehren, sind vielseitig. Manche der Preisträger sind mittlerweile weltbekannt.

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André Pasemann von der Firma Energiequelle zeigt das Innere der Feldheimer Riesenbatterie.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Die Agendapreise des Landkreises Potsdam-Mittelmark gehen in diesem Jahr allesamt in den Fläming. Den ersten Preis erhält der Batteriespeicher im energieautarken Dorf Feldheim bei Treuenbrietzen.

Der rund 13 Millionen Euro teure Energiespeicher der Zossener Firma Energiequelle, der seit 2015 in Feldheim steht, überzeugte mit seinem nachhaltigen Ansatz die Jury. Dies teilt Andrea Metzler, die Sprecherin des Landkreises, mit.

Batterie speichert zehn Megawatt

Der Preis ist mit 1950 Euro dotiert. Über die Preisträger entscheidet eine Jury, die aus Mitgliedern und sachkundigen Einwohnern des Umweltausschusses des Kreises besteht.

Europas größter Energiespeicher in Feldheim hat in diesem Bereich Vorbildwirkung. Feldheim ist bereits seit 2010 bundesweit das erste und einzige Dorf, das sich vollständig selbst mit Energie versorgen kann – es produziert sogar mehr, als die rund 130 Einwohner verbauchen. Die riesige Lithium-Ionen-Batterieanlage mit einer Kapazität von zehn Megawatt speichert die im angrenzenden Windpark erzeugte überschüssige Energie.

Ein Meilenstein des Energiewandels

Ein Meilenstein des Energiewandels: der Feldheimer Speicher.

Quelle: Thomas Wachs

So werden kurzfristige Schwankungen der Netzfrequenz ausgeglichen. Das kommt nicht nur dem Fläming zugute, sondern sorgt in halb Ostdeutschland für Netzstabilität. Die Preisjury ist begeistert: „Ein weltweit bekannter Meilenstein des Energiewandels.“

Auch die weiteren Preisträger sind Projekte aus dem Fläming: Das Hotel Linther Hof in Linthe kommt mit seiner Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge auf den mit 1000 Euro dotierten zweiten Platz. Hotelchef Volkmar Paul erzeugt den benötigten Strom durch eine Photovoltaikanlage, zudem steht ein Blockheizwerk im Keller. Seine Stromtankstelle schließt eine Versorgungslücke für Elektromobilisten zwischen Berlin und Leipzig.

Auch der Energiebedarf des Hotels selbst wird fast vollständig selbst erzeugt. „Energie ist seit Jahrzehnten ein großes Thema für uns“, sagt Volkmar Paul. Über den Agenda 21-Preis des Landkreises freue er sich daher sehr: „Das ist eine schöne Anerkennung unserer Arbeit.“

Landwirt gegen Bodenerosionen

Ebenfalls auf den zweiten Platz kommt der Beelitzer Landwirt Gerhard Jochen. Sein Vorhaben, in dem er auf Eigeninitiative auf seinen Wiesenflächen die Bodenerosionen aufgrund von Unwettern eindämmt, schütze die Artenvielfalt und sorge für Nachhaltigkeit, so die Jury: „Das Projekt gewährleistet, dass auch unsere Kinder noch einem echten Osterhäschen in freier Natur begegnen können“, heißt es in der Begründung.

Die beiden mit je 500 Euro dotierten dritten Preise gehen nach Bad Belzig und Rädigke. Die Rädigker Agrargesellschaft Hoher Fläming schafft es, sich selbst beinahe vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Sogar den nachts benötigten Strom bezieht der Tierproduzent aus Sonnenenergie.

„Ein Betrieb sichert seine Existenz und die Versorgung seiner Tiere“, bilanziert die Preisjury. In Bad Belzig freut sich die Naturenergie Fläming über die Auszeichnung. Sie wird für den Bau von Photovoltaikanlagen auf mehreren Schulen im Landkreis ausgezeichnet.

Seit 1999 wird der Agenda-21-Preis jährlich für besondere Aktivitäten zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung des Landkreises Potsdam-Mittelmark im Sinne der Agenda 21 vergeben.

Betriebe, Personen und Institutionen sowie Kommunen können sich um die Auszeichnung bewerben.

Verleihung am Sonnabend

Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen der Energieeffizienz, nachwachsende Rohstoffe und die Ablösung fossiler Brennstoffe. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehörte etwa ein Beelitzer Taxiunternehmen, das Dieselfahrzeuge auf Pflanzenöl umrüstete und das Bad Belziger Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung (Zegg) mit seiner Holzhackschnitzelheizung, der Abwasser-Recyclinganlage sowie den solarthermischen Modulen zur Warmwasseraufbereitung.

Die 1992 in Rio de Janeiro von 172 Staaten beschlossene Agenda 21 versteht sich als Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung im 21. Jahrhundert. 1997 beschloss der Kreistag daraufhin eine lokale Agenda 21. Zudem verfolgt der Landkreis den Plan, bis 2022 weitgehend von fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden.

Die diesjährigen Agenda-21-Preise werden am Sonnabend im Rahmen des Flämingmarktes in Treuenbrietzen übergeben.

Ministerin wird erwartet

Die Auszeichnung der Preisträger des Agenda-21-Wettbewerbes findet am Sonnabend Vormittag auf der Bühne des Fläming-Marktes am Rathaus Treuenbrietzen statt. Der Vizelandrat des Kreises Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU), wird bei der Ehrung von der märkischen Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) unterstützt.

Das bunte Treiben auf dem Regionalmarkt ist Teil der Aktion „48 Stunden Fläming“. Im Stundentakt gehen Busse von Brück via Treuenbrietzen, Feldheim und Niemegk auf Tour,wo jeweils Führungen zu Sehenswürdigkeiten und Programme vor Ort organisiert sind.

In der Sabinchenstadt präsentieren hiesige Gastronomen, Handwerker und Landwirte am Sonnabend und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr ihre Produkte.

Daneben ist ein Bühnenprogramm zusammengestellt worden; unter anderem mit der Nachstellung der Prinzenhochzeit vor 600 Jahren (jeweils 13 Uhr) und dem Kartoffelschälwettbewerb. Weiter Mitwirkende am Sonnabend: Chorgemeinschaft Wiesenburg/Mark; Cammer-Tänzer und Fläming-Combo; am Sonntag: Jugendblasorchester Ziesar, Holzlatschen-Tänzer aus Marzahna und Gruppe „Kurzschluss“ aus Borkheide.

Internet: www.flaeming-havel.de

Von Saskia Kirf

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