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Felix Schulz hat die schönsten Kaninchen

Ragösen (Potsdam-Mittelmark) Felix Schulz hat die schönsten Kaninchen

Felix Schulz aus Freienthal hat am Samstag in Ragösen mit seinen vier Groß-Chinchillas die Jugendkreismeisterschaft der Kaninchenzüchter geholt. Der Achtjährige setzte sich als jüngster Teilnehmer mit seinen Prachtexemplaren gegen die Konkurrenz durch. Indes ist die unter den Tieren grassierende Chinaseuche weiter ein großes Thema in der Szene.

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Felix Schulz aus Freienthal räumte mit seinem Groß-Chinchilla die Kreismeisterschaft ab.

Quelle: Andreas Koska

Ragösen. Im Vorjahr ist Felix Schulz noch leer ausgegangen, in diesem Jahr wurde der achtjährige Schüler der Golzower Grundschule Jugendkreismeister. Damit war der jüngste Teilnehmer der „Allgemeinen Rassekaninchenschau mit angeschlossener Kreisschau“ am vergangenem Wochenende auch der Star der Veranstaltung.

Seit einem guten Jahrzehnt wird die vom Rassekaninchenzuchtverein „D708“ aus Golzow organisierte Schau in der Ausstellungshalle in Ragösen durchgeführt. „Hier sind wir willkommen, die Halle wurde bisher von der Agrargenossenschaft zur Verfügung gestellt, auch der neue Besitzer will diese Tradition beibehalten“, sagte der Vereinschef Horst Ullmann. Er hofft, dass die Zusage auch tatsächlich Bestand hat.

Ex-Minister Günter Baaske schaute für einen Rundgang in Ragösen vorbei und ließ sich in die Welt der Kaninchenzüchterei einführen

Ex-Minister Günter Baaske schaute für einen Rundgang in Ragösen vorbei und ließ sich in die Welt der Kaninchenzüchterei einführen.

Quelle: Andreas Koska

Solche Probleme kümmern Felix nicht. Ihm sind seine vier Groß-Chinchillas wichtiger. Der junge Kreismeister wohnt in Freienthal und ist über seinen Vater zu dem Hobby gekommen. „Auch ich bin schon als Steppke mit meinem Vater immer gern in den Kaninchenstall gegangen“, sagt der 47-jährige Gergely Schulz, der 30 Kaninchen sein Eigen nennt. Die Liebe zu den Nagern wird also über Generationen weitergegeben.

Neben Familie Schulz hatten 42 weitere Züchter ihre Kaninchen, aber auch Hühner, Hähne, Tauben und Exoten mitgebracht. Die Teilnehmer kamen aus Fahrland, Berlin, Brück und Golzow. „Es sind mehr Aussteller und Tiere als im Vorjahr, immerhin 248 Kaninchen“, sagte Vereinschef Ullmann nicht ohne Stolz.

Vor allem die China-Seuche macht den Züchtern derzeit zu schaffen. Das bestätigte auch der Zweite Vorsitzende des Berlin-Brandenburgischen Kaninchenzüchterverbands, Jörg Schmiedchen. „Impfen hilft, aber das tun meist nur die Züchter, der normale Halter verzichtet darauf“, wusste Schmiedchen, der in Jüterbog wohnt, zu berichten. Er glaubt, dass das Impfen vielen Haltern schlicht zu teuer ist, schlägt eine Impfung doch mit bis zu sieben Euro zu Buche. Ein weiteres Problem ist, dass es bei dem Medikament „Filavac“ immer wieder Lieferengpässe gibt. „Man sollte immer gegen beide Seuchenarten impfen“, ist Schmiedchen dennoch überzeugt. In manchen Beständen kämen die RHD und RHD2 betitelten Krankheiten gleichzeitig vor. Ragösen indes ist bisher Seuchen freie Zone.

Der Schirmherr der Veranstaltung, der ehemalige Bildungsminister Günter Baaske, betonte bei Eröffnung, dass der Umgang mit Tieren besonders für Kinder wichtig sei. „So lernen sie die Achtung vor der Kreatur, dazu tragen die Züchter und ihre Vereine bei“, sagte Baaske, der einen Sonderpreis stiftete.

Nora Keiner aus Göhlsdorf kuschelte sofort mit einem Kaninchen aus dem Streichelgehege. Zuhause hat sie mit Lotti, Bubi und Berti selbst drei Tiere. „Ich kümmere mich selbst um die drei, sie haben ein großes Kaninchenhaus und ich darf sie füttern und lieb haben“, ist Nora glücklich, deshalb hat sie ihre Mutter zu dem Ausstellungsbesuch überredet. Für beide ist der Besuch fast eine Weltreise.

Zumindest in den Käfigen sah man Havanna, Alaska, Marburger Feh und Blaue Wiener und Thüringer, wie die Rassenamen lauten. Bei Sachsengold, Kleinsilber, Hermelin und Chinchilla könnte man indes auch an Edelmetalle und -pelze denken.

Dass das Hobby Kaninchenzüchten immer noch viele Freunde hat, war in Ragösen ganz besonders an der hohen Besucherzahl zu spüren – und das, obwohl die Ortsdurchfahrt in Ragösen wegen Asphaltierungsarbeiten am Samstag komplett gesperrt war.

Von Andreas Koska

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