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Ferch kämpft um Lärmschutz

Autobahnausbau auf der A 10 Ferch kämpft um Lärmschutz

Der Fercher Ortsvorsteher macht Druck: Ein Lärmschutzwall für den Ort könne aus der beim A-10-Ausbau anfallenden Erde aufgeschüttet werden, sagt er. Doch kommt diese Forderung nicht viel zu spät? Die Bauarbeiten für den Ausbau der A 10 haben längst begonnen. Die Fercher hoffen dennoch auf Gehör.

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Die südliche A 10 wird bis 2020 auf acht Spuren erweitert.

Quelle: dpa

Ferch. Die Fercher versuchen auf den letzten Drücker, bei der begonnenen Erweiterung der A 10 doch noch Lärmschutz abzubekommen. Ortsvorsteher Roland Büchner (Bürgerbündnis) schlägt vor, die beim Ausbau anfallende Erde zu nutzen, um einen Lärmschutzwall für Ferch aufzuschütten. Diese Erde könnte so vor Ort bleiben und müsste nicht teuer abtransportiert und entsorgt werden, argumentiert er. Büchner, der auch Vorsitzender des Gemeindeparlaments in Schwielowsee ist, fordert den Bund und die zuständige Planungsgesellschaft Deges auf, den Vorschlag aufzugreifen, zu prüfen und die Kosten durchzurechnen.

Fercher fürchten den Lärm der „Gigaliner“

Er geht davon aus, „dass man sich einen Haufen Geld spart“, wenn der Aushub vom A-10-Ausbau vor Ort bleibt und für den Lärmschutzwall genutzt wird. Büchner argumentiert zudem mit neuen Entwicklungen, die berücksichtigt werden müssten und die „bei der Berechnung der Lärmwerte im Labor“ niemand auf dem Schirm hatte. So sei „die Geschichte mit den Gigaliner“ – mächtige Lastwagen einer neuen Generation – noch nicht aktuell gewesen. Waldeigentümer haben im Fercher Autobahnbereich in den vergangen zwei, drei Jahren kräftig gerodet. „Das ist das Recht der Waldbesitzer. Dadurch ist aber ein großer Teil des natürlichen Lärmschutzes verloren gegangen“, sagt Büchner. „Man hört jetzt die Autobahn eindeutig lauter.“ Bei Ostwind sei es besonders schlimm. Laut Büchner hat die Kommune vorsorglich im Flächennutzungsplan an der Autobahn Bereiche für den Lärmschutz ausgewiesen. „Insbesondere der Ortsteil Sperlingslust mit seinem Erholungsgebiet braucht Lärmschutz“, sagt er.

Chancen auf Lärmschutz für Ferch eher gering

Dem Vorstoß aus Ferch werden derzeit keine großen Chancen eingeräumt. „Für uns ist der Planfeststellungsbeschluss absolut bindend“, sagt Deges-Sprecher Michael Zarth. Darin ist kein aktiver Lärmschutz für Ferch vorgesehen. Grund: „Ferch liegt deutlich weiter weg von der A 10 als Michendorf.“ Nach den Lärmberechnungen werden die Grenzwerte laut Zarth dort nur an acht Gebäuden überschritten. „Wir bauen mit Steuergeldern. Das war hier eine Abwägung zwischen dem Allgemeininteresse und der individuellen Betroffenheit“, so der Deges-Sprecher. Soll heißen: Der Aufwand für die wenigen Häuser wäre zu hoch gewesen. Bei den acht Gebäuden ist passiver Lärmschutz geplant. Dazu gehört etwa der Einbau von Lärmschutzfenstern. Die Notwendigkeit wird für jedes dieser Gebäude einzeln geprüft.

Lärmschluckender Asphalt nur bei Michendorf geplant

Auch Andree Halpap von der Michendorfer Initiative „Lärmschutz Jetzt“ glaubt, der Vorstoß kommt zu spät. Er kritisiert aber, dass der sogenannte Flüsterasphalt, der bei Michendorf eingebaut wird, nicht bis Ferch verlegt wird. „Man hätte das ohne supergroßen Aufwand machen können und damit den Ferchern und der Erholungslandschaft helfen können“, so Halpap. Das hätte man dann so im Planfeststellungsbeschluss zum A-10-Ausbau festsetzen müssen. Dieser offenporige Asphalt schluckt Lärm schon an der Lärmquelle. Der Autokrach soll so um bemerkenswerte fünf Dezibel reduziert werden. Für den Bereich Ferch ist der Einbau von „lärmarmen Gussasphalt“ vorgesehen, der Krach um zwei Dezibel verringert.

Wie berichtet, wird die A 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam auf einer Länge von neun Kilometern von sechs auf acht Spuren erweitert. Das kostet rund 150 Millionen Euro. In der Summe ist auch die Erweiterung der Raststätte Michendorf-Süd mit enthalten. Bis 2020 soll alles fertig sein.

Büchner will nicht locker lassen und den Lärmschutzwall für Ferch am 28. Juni zum Thema machen, wenn die Planungsgesellschaft Deges 18 Uhr zur Einwohnerversammlung zum A-10-Ausbau ins Rathaus nach Ferch einlädt. „Dass die Forderung nach Lärmschutz für Ferch im Planfeststellungsverfahren unberücksichtigt geblieben ist – damit können wir uns nicht zufrieden geben“, sagt er.

Von Jens Steglich

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