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Fercher fordern mehr Lärmschutz

Bürger zweifeln Gutachten an Fercher fordern mehr Lärmschutz

Während der Ausbau der A10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam begonnen hat, hoffen Fercher immer noch auf mehr Lärmschutz. Doch die Deges als Baugesellschaft des Bundes konnte den Ferchern auf der Bürgerversammlung am Dienstag keinen Hoffnung auf mehr Ruhe für den Erholungsort machen.

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Der Ausbau der A10 hat im April begonnen und soll 2020 abgeschlossen sein.

Quelle: dpa-Zentralbild

Ferch. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal der Gemeindeverwaltung Schwielowsee, als sich Dienstagabend alles um den Ausbau der Autobahn 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam drehte. Auf der Strecke sind im Durchschnitt täglich 100 000 Fahrzeuge unterwegs, ein Viertel davon sind Laster.

Die Deges als Baugesellschaft des Bundes erläuterte die Pläne zum achtstreifigen Ausbau auf neun Kilometer Länge und stellte sich den Fragen der Anwohner. Holger Behrmann hatte keinen leichten Stand, denn viele Bürger machten ihrem aufgestauten Ärger über zunehmenden Lärm, großflächige Abholzungen und immer mehr Staubelastungen Luft. „Warum bekommen Fercher Anwohner an der Autobahn weniger Lärmschutz als im Bereich Michendorf“, wollte ein Bürger wissen. Sein Nachbar beklagte sich über das schallschutztechnische Gutachten, zweifelt mit weiteren Gästen der Runde die Expertise an. „Das sind doch alles Laborwerte, die wir hinnehmen müssen, und nicht aktuelle Messergebnisse der Realität vor Ort.“ Behrmann und weitere Vertreter der Deges zeigten zwar Verständnis für den Unmut der Bürger, konnten aber weder einen anderen Straßenbelag als den geräuscharmen Gussasphalt, noch Lärmschutzwände in Aussicht stellen. „Der Plan steht seit 2013, berücksichtigt Schätzungen bis 2025. Die Festsetzungen lassen mehr Schallschutz für Fercher nicht zu, außer die acht Häuser, die auf Lärmschutz am Haus bauen können“, sagt Behrmann. Er stellte im Beisein der Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) auch klar, dass die Gemeinde alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe, um mehr Ruhe für die Bürger und Gäste im Erholungsort zu erreichen. Auch mit einer Klage hätte die Kommune keinen offenporigen Asphalt wie im Raum Michendorf durchsetzen können, zeigte sich Behrmann überzeugt.

Investition bis zum Jahr 2020

Der achtstreifige Ausbau des Berliner Rings auf der Autobahn 10 bis zum Jahr 2020 kostet annähernd 150 Millionen Euro. Darin eingeschlossen sind die Ausgaben für den Lärmschutz.

Für die Erweiterung der Rastanlage Michendorf-Süd sind rund 9 Millionen eingeplant.

An der künftigen Rastanlage werden die bisher 50 Stellplätze auf 180 Autoplätze und 180 Stellflächen für Laster auf Grund des großen Bedarfs erhöht.

Nördlich der Autobahn 10 werden 3100 Meter Lärmschutzwand, südlich 2340 Meter errichtet. Die Lärmschutzwände werden bis zu acht Meter hoch.

Durch den Streckenausbau werden aus der Sicht der Deges als Baugesellschaft des Bundes erhebliche Lärmschutzverbesserungen möglich, die Anwohner vor dem Lärm des wachsenden Verkehrs schützen können. Die Ausgaben des Bundes dafür liegen bei 10 Millionen Euro.

Nach den Vorarbeiten seit 2014, der Verbreiterung der südlichen Richtungsfahrbahn, sollen nun bis Dezember 2016 vorhandene Lärmschutzwände abgerissen und provisorischer Lärmschutz an der südlichen Richtungsfahrbahn errichtet werden. Eine weitere Parallelfahrbahn entsteht.

Vorbereitung für den Lärmschutz an der nördlichen Richtungsfahrbahn, der Schutz soll noch in diesem Jahr gebaut werden.

Die nördliche Richtungsfahrbahn soll im Bereich der Eisenbahnüberführung Bahnhof Neuseddin im Bereich Michendorf bis Dezember 2016 über die Autobahn 10 verlegt werden.

Immerhin haben aber Proteste der Bürgermeister über Staus auf den Umleitungsstrecken Wirkung gezeigt. „Wir werden an den elektronischen Anzeigetafeln darauf hinweisen, dass ein Verlassen der Autobahn keinen Sinn macht“, sagt Behrmann. So erhofft man sich künftig eine Entlastung für die Ortschaften nahe der A 10.

Auf den Hilferuf der Gemeinden an die Polizei, bei notwendigen Verkehrsregelungen zu helfen, mussten die Beamten passen, weil das notwendige Personal fehlt. Die Deges ermutigte die Bürger in Ferch, unzulässige Schwertransporte auf Anliegerstraßen oder unbefestigten Wegen zu melden. „Nur so können wir einschreiten, damit Fahrten auf der Autobahn eingehalten werden“, sagte Behrmann. Er kündigte weitere Bürgerversammlungen in umliegenden Ortschaften an. So ist die nächste Erörterung und Fragestunde am 30. August in Neuseddin geplant.

Infos unter www.deges.de

Von Regine Greiner

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