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Ferien mit weniger Schmerz

Glindow Ferien mit weniger Schmerz

Wenn Kinder unheilbar krank sind, leidet die ganze Familie. Um gesunden Geschwisterkindern eine schöne Ferienzeit zu ermöglichen, veranstaltet der Verein Zuckerbaum auch in diesem Jahr eine Urlaubswoche für betroffene Familien und Kinder in Glindow. Auch Mädchen und Jungen aus Syrien sind mit dabei. Der Andrang ist diesmal besonders groß.

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Lena und ihre Mutti lieben den besonderen Urlaub in Glindow.

Quelle: Greiner

Glindow. Die kleine Lea klettert am liebsten auf den Pflaumenbaum mitten in der Glindower Plantage am Obstpanoramaweg. Wenn sie die ersten Früchte naschen kann, strahlt sie. Wenig später schauen ihre Augen traurig. „Sie vermisst ihren Bruder Liam. Er wurde gerade mal 18 Monate. Der Krebs hat uns unseren Sonnenschein genommen“, sagt Kati Chawla. Man spürt, der Schmerz sitzt bei der alleinerziehenden Mutter aus Brandenburg noch immer tief. „Aber wenn Lea und ich gemeinsam mit dem Verein Zuckerbaum auf seiner Obstplantage in Glindow schöne Ferientage verbringen kann, dann lebt meine kleine Lea auf. Und mir geht es auch gleich besser“, sagt die 26-Jährige. Während Lea Pflaumen pflückt, schaukeln zwei kleine Jungen in der Hängematte, mal ausgelassen, mal ganz still. Nur ein Katzensprung entfernt von der Schaukel schneiden Mädchen und Jungen emsig Äpfel. Im Mütterzelt werden Erfahrungen ausgetauscht.

Das bunte Treiben zwischen den Obstbäumen scheint den 28 Kinder wie auch Eltern und Großeltern richtig gut zutun. „Genauso haben wir es uns gewünscht“, sagt Karin Wiserner, Vorsitzende des Vereins Zuckerbaum. Sie hatte 2012 die Plantage von einem Werderaner gekauft und zu einem Paradies für Familien gemacht. „Mit unseren Projekten helfen wir Kindern aus Familien, die von Krankheit, Tod, Flucht und Vertreibung betroffen sind“, sagt Wiserner. „Wir wollen unterstützen, Leid lindern, Lebensfreude und Aufmerksam schenken und nachhaltig Glück in die Familien bringen.“ Genau dafür sorge auch die gegenwärtige Ferienwoche für gesunde Geschwisterkinder aus Familien mit unheilbar erkrankten Kindern.

Diesmal erleben auch Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahre aus Syrien und Gambia Ferien auf der Plantage wie nie zuvor. Sie helfen beim Kochen und lassen nie das Mitspielen in der Musikgruppe aus. „Das gehört dazu, schließlich handelt es sich um einen Klanggarten auf einer Obstwiese“, erklärt Musiktherapeutin Hanne Schäfer aus Geltow. „Die Teilnehmer der vierten Ferienwoche sind inzwischen fast wie eine Familie, man teilt Freud und Leid.“

Zu den ehrenamtlichen Helfern der Zuckerbaum-Ferien in Glindow gehört bereits zum dritten Mal die 19jährige Marie Eberhardt aus Kleinmachnow. „Ich habe gerade das Abitur gemacht, ich helfe dem Verein unheimlich gerne, die Kinder und Familien sind so dankbar, das tut auch mir auf besondere Art und Weise gut.“ Zum Abschluss der Ferienwoche erwartet der Verein Zuckerbaum heute Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) und den Landrat von Potsdam Mittelmark, Wolfgang Blasig (SPD).

Von Regine Greiner

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