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Ferienjobs: Mindestlohn wird zur großen Hürde

Mittelmark Ferienjobs: Mindestlohn wird zur großen Hürde

Nur in wenigen Unternehmen im Hohen Fläming sind in diesen Sommerferien Schüler als Aushilfen beschäftigt. Das hat Gründe: So sind einige Unternehmer in der Region der Ansicht, der Mindestlohn schaffe ein Unverhältnis zwischen gelernten und ungelernten Kräften. Aber auch vorher hat das Interesse der Schüler an Ferienarbeit bereits nachgelassen.

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Auch in der Gastronomie können Schüler aushelfen.
 

Quelle: Jens Büttner

Bad Belzig.  Im Gerätewerk Treuenbrietzen arbeiten noch welche. Im Hotel „Stadtmitte“ in Brück auch. Die beiden Unternehmen gehören damit allerdings zu den wenigen Firmen im Hohen Fläming, die noch Schüler als Ferienjobber beschäftigen.

Bei der Baumschule Müller in Brück ist es nach Aussage von Inhaberin Doris Karweina schon zehn oder gar zwölf Jahre her, dass Schüler in den Ferien ausgeholfen haben. „Das war eine gute Truppe und es hat immer Spaß gemacht – aber dann sind plötzlich die Anfragen ausgeblieben.“ Seitdem herrscht auf dem Gebiet der Ferienarbeit Stillstand in der Baumschule. Eine einzige Anfrage sei im vergangenen Jahr reingekommen, erinnert sich Karweina. „Ein junges Mädchen, das die Zeit vom Abitur bis zum Studium überbrücken wollte.“

Mindestlohn steht nicht im Verhältnis mit der Arbeit

Die Rücksprache mit dem Steuerberater ergab: Der Schülerin müsste der Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde bezahlt werden. „Da stimmt die Relation nicht im Vergleich zu den Kollegen, die eine Ausbildung zum Gärtner haben und teilweise schon 20 Jahre oder länger im Job sind“, sagt auch Uwe Karweina. „Wir können nicht fürs Wässern oder Unkraut jäten 8,84 Euro bezahlen.“

Drei bis vier Schüler haben früher über die Sommerferien verteilt in der Baumschule gearbeitet. Neben Unkraut jäten waren auch andere gärtnerische Arbeiten zu erledigen oder Geräte zu säubern und zu pflegen. „Schüler einzustellen ist auch für die Firmen mit einem gewissen Aufwand verbunden“, sagen die Karweinas. „Sie müssen ganz normal versichert werden und brauchen bei uns beispielsweise Arbeitsschutzkleidung, die wir gestellt haben.“

Kein Interesse an Ferienjob und wenig belastbar

Uwe Karweina kann sich nicht erklären, warum die Schüler kein Interesse mehr an einem Ferienjob zeigen. „Ich bin schon der Meinung, dass ein Schüler ab 16 Jahren arbeiten gehen und sich was dazu verdienen kann. Ich frage mich auch, wie sie sonst ihr Leben finanzieren.“ Das Ehepaar erinnert sich gern an die Zeit mit den Ferienjobbern. Fünf bis sechs Euro pro Stunde konnten die Schüler in der Baumschule verdienen, sagt Uwe Karweina.

Ein Unternehmer aus Bad Belzig, der seinen Namen aber lieber nicht in der Zeitung lesen will, hat dagegen eher schlechte Erfahrungen mit Ferienjobbern gemacht. „Das war nicht zielführend, meist waren die Schüler nur wenig belastbar“, erinnert sich der Mann. Drei oder vier Mal habe er sich darauf eingelassen, Schüler zu beschäftigen. „Aber viele wussten ja nicht mal was mit einem Besen anzufangen.“

Von Josephine Mühln

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