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Festival schöner Worte lockt nach Wiesenburg

Potsdam-Mittelmark Festival schöner Worte lockt nach Wiesenburg

Damit der Literaturherbst keine inflationäre Veranstaltung wird, sondern eine besondere Perle bleibt, will Organisatorin Alma Fichtner das Festival gerne alle zwei Jahre ausrichten. Mit der Publikumsresonanz in diesem Jahr ist die Künstlerin mehr als zufrieden – trotzdem musste sie im Vorfeld einige Absagen einstecken.

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Alma Fichtner ist froh, dass der Literaturherbst so gut angenommen wurde.

Quelle: Josephine Mühln

Wiesenburg. Es sei ihr ein inneres Bedürfnis gewesen, den Wiesenburger Literaturherbst ins Leben zu rufen, sagt Alma Fichtner. Das „Festival der schönen Worte“, wie sie die jungfräuliche Veranstaltungsreihe liebevoll nennt. Einst sei ihr die Idee in den Kopf geschossen, gemeinsam mit Stefan Strehler ein Literaturfest zu kreieren. Vor etwa anderthalb Jahren hat sich Fichtner schließlich ein Herz gefasst und dem in Hagelberg lebenden Autor von ihrem Vorhaben erzählt. „Dann war es endlich raus“, sagt sie und lacht.

Fichtners Wunsch: Stefan Strehler sollte die künstlerische Leitung des Festivals übernehmen, sie selbst würde es organisieren. „Im Herbst 2016 haben wir dann auf langen Wanderungen durch den Fläming angefangen zu spinnen und zu sinnieren, was es werden könnte“, erinnert sich die Wiesenburgerin. „Stefan Strehler hat mich dann sortiert. Es war toll, groß zu denken und es dann runter zu brechen auf das, was möglich ist.“

Herausgekommen ist ein 16-tägiges Festival, bei dem Literatur nicht nur konsumiert, sondern auch produziert werden sollte. Schreibworkshops standen und stehen noch bis zum nächsten Wochenende ebenso auf dem Programm wie Lesungen, Konzerte oder ein Hörbuchsalon. Der vorläufige Höhepunkt für Alma Fichtner selbst war die Veröffentlichung von Strehlers neuem Buch „Taxiblues“, das beim Literaturherbst Premiere gefeiert hat.

Im Juli kam der Bescheid über die Bewilligung der Kulturförderung durch die Mittelbrandenburgische Sparkasse. Seitdem war die umtriebige Künstlerin jeden Tag damit beschäftigt, das Programm auf die Beine zu stellen, wie sie erzählt. Um die Finanzen hat sich Kerstin Nerenz gekümmert, mit der Fichtner auch im Vorstand des Vereins „Freundeskreis Alte Schule“ ein Team bildet – beide sind kürzlich für zwei weitere Jahre auf ihren Posten gewählt worden. „Mein Anspruch an diese 16 Tage war es auch, den Künstlern eine Plattform zur Begegnung zu bieten – und ich freue mich über die große Resonanz“, sagt Alma Fichtner.

Lieblingstexte und Hörbuchsalon

Morgen Abend stehen beim Literaturherbst „Lieblingstexte von bekannten heimischen Autoritäten“ auf dem Programm. So liest Wiesenburgs Schlossparkleiter Ulrich Jarke zum Beispiel Texte von Johann Wolfgang von Goethe.

Beginn ist um 19 Uhr in der Bibliothek von Katharina Chietti in Borne, Zum Kirschberg 40.

Weiter geht es am Mittwoch mit einem Hörbuchsalon. In Zusammenarbeit mit der „Lauscherlounge“ aus Berlin-Kreuzberg wird ein Nostalgie-Krimi von Blake Edwards vorgetragen.

Auch diese Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und findet in der Alten Schule in Wiesenburg statt, Hermann-Boßdorf-Straße 14.

Das komplette Programm unter: www.wiesenburger-literaturherbst.de.

Seit vier Jahren lebt sie mittlerweile im Fläming, organisiert auch regelmäßig den „heimischeKUNSTgewächse“-Markt im Mai am Rande des Blumenmarktes. Eine Veranstaltung aber, die sich ganz den Worten und der Sprache widmet, habe ihr noch gefehlt. „Bei einem Schreibkurs von Stefan Strehler habe ich schließlich gemerkt, dass das mehr in den Fokus geholt werden sollte.“ Die Wahl der Jahreszeit geschah dabei mehr oder weniger zufällig. „Der Herbst gehört für mich zum Schreiben und zum Lesen. Ich finde es wunderbar, sich nach dem Sommer ins Haus zurückzuziehen und zu lesen.“

Weniger zufällig war dagegen der Startzeitpunkt für den ersten Literaturherbst gewählt. Anlass war der 140. Geburtstag des Dramatikers und Dichters Hermann Boßdorf, der im Oktober 1877 in Wiesenburg geboren wurde. Jetzt soll das Festival nach Möglichkeit alle zwei Jahre stattfinden. „Jedes Jahr wäre irgendwie zu viel, es soll auf keinen Fall inflationär werden, sondern eine besondere Perle sein“, erklärt Fichtner. Ziel sei es, Menschen aus der Stadt aufs Land zu kriegen – „Kurzurlaube zu schenken“, wie die Organisatorin sagt.

Dabei musste die Wiesenburgerin bei der Planung auch einige Rückschläge einstecken. „Von großen Literaten, die mir etwas bedeuten – Judith Hermann und Peter Stamm zum Beispiel – habe ich Absagen einstecken müssen. Aber vielleicht wird das in den kommenden Jahren noch.“ Dabei ist Fichtner durchaus bewusst, dass der Weg kein leichter wird. „Allein die Bad Belziger nach Wiesenburg zu holen ist schon schwer, denn das kulturelle Angebot im Hohen Fläming ist riesig und vielfältig. Aber das Potenzial ist gegeben und ich bleibe dran“, sagt sie und lacht.

Mit der Publikumsresonanz in diesem Jahr ist Alma Fichtner bisher mehr als zufrieden. „Es ist großartig, alle Veranstaltungen waren supergut besucht – von Jung und Alt, ich bin total happy.“ Besonders freut sie sich nun noch auf das Konzert mit Katharina Franck, Sängerin der 1986 in Berlin gegründeten Band „Rainbirds“. „Ich höre ihr Album ’Zeitlupenkino’ nun schon viele Jahre und kann mich einfach nicht satthören“, gesteht Fichtner.

Von Josephine Mühln

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