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Potsdam-Mittelmark Ostereier bemalen wie die Sorben
Lokales Potsdam-Mittelmark Ostereier bemalen wie die Sorben
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11:12 29.03.2018
Konzentriert sind die Mitglieder des Seniorenbeirates bei der Sache, um den Eiern ein schönes Äußeres zu verpassen. Quelle: Andreas Koska
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Brück

In vielen Brücker Häusern werden Ostern kleine Kunstwerke zu bestaunen sein: Eier, die nach sorbischer Art gestaltet sind. Wie die alte Tradition funktioniert, ist während eines Seminars beim Seniorenbeirat Brück erklärt worden.

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Der Seniorenbeirat Brück hat ein Seminar veranstaltet, bei dem Interessierte lernen konnten, wie Ostereier nach sorbischer Tradition bemalt werden. Monika Stechbart (l.) lässt sich von Margot Lux hilfreiche Tipps geben.

Die Idee dazu stammt von Margot Lux – und ihr Vorschlag fand sofort Zustimmung. Seit nunmehr vier Jahren wohnt Lux zwar schon bei ihrer Familie im Spreewald. Brück bleibt jedoch ihre gefühlte Heimat.

„Alle vier bis fünf Wochen komme ich wieder nach Hause“, erzählt die ehemalige Stewardess. Dann versucht sie, vieles zu verbinden. Es wird ein Friseur- oder ein Zahnarzttermin festgemacht und das Nützliche mit dem Schönen verbunden.

Margot Lux zeigt auch Kindern die Technik

Gänzlich neu ist das Angebot nicht, es hat jedoch zwei Jahre pausiert. Damals hatte Bärbel Hertwig ihre Kenntnisse weitergegeben. Diesmal ist die Lintherin zwar auch in der „Alten Korbmacherei“ dabei, aber nur um zu lernen und ihre Kunstfertigkeit zu erweitern. Insgesamt zwölf Damen sind gekommen und legen sich ins Zeug.

Margot Lux ist zwischen den Tischen unterwegs. Hier gibt sie Tipps, dort weist sie auf kleine Kniffe hin. „Ich habe es von einer Bekannten gelernt und richtiggehend Freude daran gefunden“, berichtet sie.

Inzwischen unterrichtet sie auch Kinder in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) in dieser speziellen Technik und nimmt mit ihren Erzeugnissen an einem Ostermarkt teil.

Ostereier natürlich färben

Wer künstliche Farben nicht mag, da sie oft bis ins Eiweiß abfärben, kann die Eier auch mit natürlichen Materialen färben.

Dafür können viele Pflanzen aus dem Garten verwendet werden.

Auch Gewürze können abfärben, wie Kurkuma: Dazu zehn Gramm Kurkumapulver in einen halben Liter Wasser geben und etwa zehn Minuten lang kochen lassen. Fertig ist der Farbsud für leuchtende Ostereier in goldgelb.

Rot werden die Ostereier, wenn man sie in gekochten Rote-Bete-Saft einlegt.

Grün können die Eier in einem Sud aus Efeu, Spinat oder Petersilie gefärbt werden. Auch Wermut eignet sich.

Zuerst zeigt Lux den Damen, wie die Eier mit Hilfe einer kleinen Eierpumpe ausgesaugt werden. Danach wird ein etwas breiteres Gummi um das Ei gezogen. Mit einem Bleistift lässt sich jetzt eine Struktur auf die Schale zeichnen. Mit eigens vorbereiteten Federkielen von einer Taube oder Ente werden Wachspunkte auf die Schale aufgetragen. „Es ist ganz schön mühsam“, lächelt Monika Stechbart.

Frauke Lüttke bekennt offen, dass ihr die Fantasie für solche Muster fehlt. „Ich schaue dann doch lieber zu“, sagt die Brückerin. Für Jutta Lukas ist es eine neue Erfahrung. Konzentriert bringt sie das Muster aus kleinen Wachstropfen auf.

Spezielle Vorrichtung für Arbeit mit Wachs gebaut

Damit das Wachs stetig flüssig bleibt, hat Margot Lux eine spezielle Vorrichtung geschaffen. Zuerst hat sie eine leere Konservendose mit Sand befüllt. Darin stecken Esslöffel, deren vorderer Teil das Wachs enthält, rechtwinklig weggebogen ist und über einer Kerze positioniert wird.

Nach der Wachsbehandlung erhalten die Eier ein Farbbad und werden dann abgetrocknet. Schlussendlich wird das fast fertige Ei über eine Flamme gehalten, um das Wachs wegzuschmelzen.

An den Stellen bleiben weiße Flecken übrig, die einzigartige Muster auf den Ostereiern bilden. „So hat man ein schönes Geschenk oder kann die Eier in einem Glasgefäß auftürmen und hat einen wunderschönen Blickfang“, sagt Margot Lux.

Nach getaner Arbeit gab’s Plinsen für alle

„Es ist wundervoll, dass so viele gekommen sind“, freut sich die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Margarete Günther, und bereitet gemeinsam mit Margit Koch und Renate Ernicke die Plinsen aus der übrig gebliebenen Eiermasse.

Das Rezept hat ebenfalls Margot Lux mitgebracht. Denn die speziellen Lausitzer Pfannkuchen werden mit Hefe und Quark zubereitet. Nach der getanen Arbeit mundet die Spezialität besonders.

Von Andreas Koska

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