Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Fete im Freibad mit „Arschbomben“-Wettstreit
Lokales Potsdam-Mittelmark Fete im Freibad mit „Arschbomben“-Wettstreit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:15 11.05.2016
Flug in die Fluten! Über Pfingsten werden beim Jubiläumsfest im Freibad aber die schönsten „Arschbomben“ gesucht. Quelle: Martin Steger
Anzeige
Kleinmachnow

Für ein Freibad sind Tage wie diese mit strahlend blauem Himmel und Sommertemperaturen Geschenke des Himmels. Und eigentlich so recht passend zum Jubiläum: Denn das Freibad Kiebitzberge begeht seinen 40. Geburtstag. Am 15. Mai 1976 wurde es „bei strahlendem Sonnenschein an die Bürger des Industriegebietes Teltow übergeben“. So stand es damals in der Märkischen Volksstimme. An dem Objekt, das einen Wert von rund 6 Millionen DDR-Mark hatte, waren von Bürgern der Region mehr als 500 000 Stunden im „Mach-mit!“-Wettbewerb geleistet worden. „Sie brachten beim Bau eine finanzielle Einsparung von 800 000 Mark“ hieß es in der Zeitung.

Einer von ihnen war Hans-Walter Frank. Der heute 71-jährige Teltower aalt sich nun in der Sonne und zieht entspannt seine Bahnen im 50-Meter-Becken. „Gott sei Dank, dass es erhalten geblieben ist“, sagt der Rentner, der als junger Werkzeugmacher aus dem Geräte- und Regler-Werk (GRW) zum Bau „abgeordnet war“. Das Freibad entstand als sogenannter „Initiativbau“ unter finanzieller Beteiligung der Großbetriebe GRW und VEB „Carl von Ossietzky“ in Teltow sowie dem VEB Gleichrichterwerk Stahnsdorf.

Das Kleinod hat manche Stürme der Zeiten überstanden, auch eine beabsichtigte Schließung nach der Wende, die Tausende mit ihren Unterschriften zu verhindern wussten. In dieser Zeit war der Förderverein gegründet worden, der in Eigenleistungen viel zum Erhalt beigetragen hat. Ausgerechnet seinem langjährigen Vorsitzenden, Klaus Wandrei, ist das Jubiläum nun nicht mehr vergönnt. Der 75-Jährige wurde gestern zur letzten Ruhe gebettet. „Es hat uns alle tief getroffen, dass er so plötzlich verstorben ist. Dabei wollten wir ihn beim Geburtstagsfest ehren“, sagte Markus Schmidt, Geschäftsführer der 2013 gegründeten Freibad Kiebitzberge GmbH. Wandrei war einst der stellvertretene Leiter des Operativstabes für den Badbau. Seine Familie hatte zwischen 1973 und 1976 wenig von ihm. Der Elektrotechniker aus dem CvO war für die neue Herausforderung „delegiert“ worden. „Wo man mich hinstellt, bin ich bemüht, das Beste zu geben“, sagte er 1976. Er besorgte Baumaterialien und übergab den Leuten die Lohntüten. „Klaus Wandrei wird in unseren Gedanken weiterleben. Er war gut und fair, seine Fachkompetenz einzigartig“, lobt Schmidt.

Markus Schmidt, Geschäftsführer der Freibad Kiebitzberge GmbH. Quelle: Martin Steger

Der 42-jährige Kleinmachnower leitet seit ihrer Gründung die Freibad-Gesellschaft. Sie wird von den Kommunen Kleinmachnow (49,8 Prozent) und Stahnsdorf (20) sowie der Stadt Teltow (30,2) als Gesellschafter getragen. Mit einem jährlichen Zuschuss von einer Million Euro ist seitdem auch die schrittweise Sanierung gesichert. Schick und modern präsentieren sich der Sanitärtrakt mit Duschen, Toiletten und Wertfächern. Sauna samt Garten sind top hergerichtet und _auch das Domizil von Verwaltung und Tauchschule ist erneuert. Im September 2016 geht die Sanierung weiter. Dann bekommen das große und das Nichtschwimmerbecken eine Edelstahlwanne und neue Wassertechnik. Außerdem wird deren Außenbereich umgestaltet. Das Babybecken blinkt bereits stählern.

Längst ist das Kleinmachnower Bad beliebt bis über die Gemeindegrenzen hinaus. „Ich bin stolz, dass wir auch im Internet so gelobt werden“, sagt Rainer Prager. Der Badbetriebsleiter und Schwimmmeister ist mit 16 Jahren Betriebszugehörigkeit der älteste der zehn festen Mitarbeiter. Er ist bedacht auf Sicherheit und Ordnung. Sein Müllwegräum-Aufruf am Abend bleibt nie ungehört. „An die 15 Kinder machen da mit und bekommen dafür eine Badfreikarte“, erzählt der 61-Jährige.

Badbetriebsleiter und Schwimmmeister Rainer Prager (61) ist der dienstälteste Mitarbeiter im Freibad Kiebitzberge. Quelle: Martin Steger

Mit einem Stamm von fast 20 Rettungsschwimmern achtet er auf Wohl und Wehe der Badbesucher. Im Sommer sind es im Schnitt 3000, an Tropentagen gar bis zu 6000, die sich auf den wohlgestalteten Anlagen des rund 40 000-Quadratmeter-Areals tummeln. 2015 kamen insgesamt 97 000 Gäste.

Felix kommt aus Berlin „sehr gern“ nach Kleinmachnow, weil es dort „nicht so voll ist“. Quelle: Martin Steger

Für den 15. und 16. Mai laden GmbH und Förderverein zum Fest. Bei freiem Eintritt gibt es ab 11 Uhr Spiel, Spaß und Musik, Zeitzeugenberichte, Ausstellung und einen Wettstreit um die schönste „Arschbombe“. Darf jetzt nur nicht das Wetter patzen.

Schöne Liegewiesen bieten auch Schattenplätze im Freibad. Quelle: Martin Steger

www.freibadkiebitzberge.de

Was gefällt Ihnen an dem Freibad besonders?

Hans-Walter Frank (71): „Dass es ruhig und immer noch da ist! Als Jungfacharbeiter im GRW habe ich hier mit Einsätze geschrubbt, ausgeschachtet und Rosen gepflanzt.“ Quelle: Martin Steger
Simone Schramm (52): „Die Ruhe! Wenn ich kann, komme ich schon früh um 7 und schwimme meine Bahnen. Und die Sauberkeit! Die sanierten Duschen sind ja tippitoppi!“ Quelle: Martin Steger

Von Claudia Krause

Potsdam-Mittelmark Landratswahl in Potsdam-Mittelmark - Franz Herbert Schäfer tritt für CDU an

Der CDU-Kreisverband Potsdam-Mittelmark schickt bei der Landratswahl Franz Herbert Schäfer als Kandidat ins Rennen. Die Entscheidung war einstimmig. Schäfer arbeitet als Personaldezernent am Oberlandesgericht in Brandenburg, ist für mehr als 1000 Jobs zuständig. Er sieht in der Kandidatur eine große Herausforderung.

11.05.2016

Harald Slibar vermisst die Skulptur „Fee“. Am Wochenende hatte er sie im Gartensaal des Wiesenburger Schlosses, präsentiert. Doch ist sie wohl gestohlen worden. Nicht so der Verlust als Wert, sondern der Vertrauensbruch ärgert ihn. Schließlich zeigen die Bewohner die Kunst in ihrem privaten Domizil.

10.05.2016
Potsdam-Mittelmark Aktionstag für Gleichstellung Behinderter - Bad Belzig ringt um mehr Barrierefreiheit

Am Europäischer Aktionstag zur Gleichstellung von Behinderten gab es am Dienstag viel Trubel auf dem Marktplatz in Bad Belzig. Diskussionen, Interaktion und Unterhaltung wurden geboten. Unter anderem wurde die Stadt einem Test auf ihre Barrierefreiheit unterzogen. Das Ergebnis überrascht zum Teil.

10.05.2016
Anzeige