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Fete im Freibad mit „Arschbomben“-Wettstreit

Zu Pfingsten 40-jähriges Bestehen „Kiebitzberge“ Fete im Freibad mit „Arschbomben“-Wettstreit

Das Kleinmachnower Freibad Kiebitzberge feiert sein 40-jähriges Bestehen zu Pfingsten mit einem zweitägigem Fest bei freiem Eintritt. Der Badetempel war einst ein „Initiativbau“ in der Teltower Region. Das Freibad hat die Stürme der Zeit überstanden, obwohl es nach der Wende fast geschlossen worden wäre.

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Flug in die Fluten! Über Pfingsten werden beim Jubiläumsfest im Freibad aber die schönsten „Arschbomben“ gesucht.

Quelle: Martin Steger

Kleinmachnow. Für ein Freibad sind Tage wie diese mit strahlend blauem Himmel und Sommertemperaturen Geschenke des Himmels. Und eigentlich so recht passend zum Jubiläum: Denn das Freibad Kiebitzberge begeht seinen 40. Geburtstag. Am 15. Mai 1976 wurde es „bei strahlendem Sonnenschein an die Bürger des Industriegebietes Teltow übergeben“. So stand es damals in der Märkischen Volksstimme. An dem Objekt, das einen Wert von rund 6 Millionen DDR-Mark hatte, waren von Bürgern der Region mehr als 500 000 Stunden im „Mach-mit!“-Wettbewerb geleistet worden. „Sie brachten beim Bau eine finanzielle Einsparung von 800 000 Mark“ hieß es in der Zeitung.

Einer von ihnen war Hans-Walter Frank. Der heute 71-jährige Teltower aalt sich nun in der Sonne und zieht entspannt seine Bahnen im 50-Meter-Becken. „Gott sei Dank, dass es erhalten geblieben ist“, sagt der Rentner, der als junger Werkzeugmacher aus dem Geräte- und Regler-Werk (GRW) zum Bau „abgeordnet war“. Das Freibad entstand als sogenannter „Initiativbau“ unter finanzieller Beteiligung der Großbetriebe GRW und VEB „Carl von Ossietzky“ in Teltow sowie dem VEB Gleichrichterwerk Stahnsdorf.

Das Kleinod hat manche Stürme der Zeiten überstanden, auch eine beabsichtigte Schließung nach der Wende, die Tausende mit ihren Unterschriften zu verhindern wussten. In dieser Zeit war der Förderverein gegründet worden, der in Eigenleistungen viel zum Erhalt beigetragen hat. Ausgerechnet seinem langjährigen Vorsitzenden, Klaus Wandrei, ist das Jubiläum nun nicht mehr vergönnt. Der 75-Jährige wurde gestern zur letzten Ruhe gebettet. „Es hat uns alle tief getroffen, dass er so plötzlich verstorben ist. Dabei wollten wir ihn beim Geburtstagsfest ehren“, sagte Markus Schmidt, Geschäftsführer der 2013 gegründeten Freibad Kiebitzberge GmbH. Wandrei war einst der stellvertretene Leiter des Operativstabes für den Badbau. Seine Familie hatte zwischen 1973 und 1976 wenig von ihm. Der Elektrotechniker aus dem CvO war für die neue Herausforderung „delegiert“ worden. „Wo man mich hinstellt, bin ich bemüht, das Beste zu geben“, sagte er 1976. Er besorgte Baumaterialien und übergab den Leuten die Lohntüten. „Klaus Wandrei wird in unseren Gedanken weiterleben. Er war gut und fair, seine Fachkompetenz einzigartig“, lobt Schmidt.

Markus Schmidt, Geschäftsführer    der  Freibad Kiebitzberge GmbH

Markus Schmidt, Geschäftsführer der Freibad Kiebitzberge GmbH.

Quelle: Martin Steger

Der 42-jährige Kleinmachnower leitet seit ihrer Gründung die Freibad-Gesellschaft. Sie wird von den Kommunen Kleinmachnow (49,8 Prozent) und Stahnsdorf (20) sowie der Stadt Teltow (30,2) als Gesellschafter getragen. Mit einem jährlichen Zuschuss von einer Million Euro ist seitdem auch die schrittweise Sanierung gesichert. Schick und modern präsentieren sich der Sanitärtrakt mit Duschen, Toiletten und Wertfächern. Sauna samt Garten sind top hergerichtet und _auch das Domizil von Verwaltung und Tauchschule ist erneuert. Im September 2016 geht die Sanierung weiter. Dann bekommen das große und das Nichtschwimmerbecken eine Edelstahlwanne und neue Wassertechnik. Außerdem wird deren Außenbereich umgestaltet. Das Babybecken blinkt bereits stählern.

Längst ist das Kleinmachnower Bad beliebt bis über die Gemeindegrenzen hinaus. „Ich bin stolz, dass wir auch im Internet so gelobt werden“, sagt Rainer Prager. Der Badbetriebsleiter und Schwimmmeister ist mit 16 Jahren Betriebszugehörigkeit der älteste der zehn festen Mitarbeiter. Er ist bedacht auf Sicherheit und Ordnung. Sein Müllwegräum-Aufruf am Abend bleibt nie ungehört. „An die 15 Kinder machen da mit und bekommen dafür eine Badfreikarte“, erzählt der 61-Jährige.

Badbetriebsleiter und Schwimmmeister Rainer Prager (61) ist der dienstälteste Mitarbeiter im Freibad Kiebitzberge

Badbetriebsleiter und Schwimmmeister Rainer Prager (61) ist der dienstälteste Mitarbeiter im Freibad Kiebitzberge.

Quelle: Martin Steger

Mit einem Stamm von fast 20 Rettungsschwimmern achtet er auf Wohl und Wehe der Badbesucher. Im Sommer sind es im Schnitt 3000, an Tropentagen gar bis zu 6000, die sich auf den wohlgestalteten Anlagen des rund 40 000-Quadratmeter-Areals tummeln. 2015 kamen insgesamt 97 000 Gäste.

Felix kommt aus Berlin „sehr gern“ nach Kleinmachnow, weil es dort „nicht so voll ist“

Felix kommt aus Berlin „sehr gern“ nach Kleinmachnow, weil es dort „nicht so voll ist“.

Quelle: Martin Steger

Für den 15. und 16. Mai laden GmbH und Förderverein zum Fest. Bei freiem Eintritt gibt es ab 11 Uhr Spiel, Spaß und Musik, Zeitzeugenberichte, Ausstellung und einen Wettstreit um die schönste „Arschbombe“. Darf jetzt nur nicht das Wetter patzen.

Schöne Liegewiesen bieten auch Schattenplätze im Freibad

Schöne Liegewiesen bieten auch Schattenplätze im Freibad.

Quelle: Martin Steger

www.freibadkiebitzberge.de

Was gefällt Ihnen an dem Freibad besonders?

Hans-Walter Frank (71)

Hans-Walter Frank (71): „Dass es ruhig und immer noch da ist! Als Jungfacharbeiter im GRW habe ich hier mit Einsätze geschrubbt, ausgeschachtet und Rosen gepflanzt.“

Quelle: Martin Steger
Simone Schramm (52)

Simone Schramm (52): „Die Ruhe! Wenn ich kann, komme ich schon früh um 7 und schwimme meine Bahnen. Und die Sauberkeit! Die sanierten Duschen sind ja tippitoppi!“

Quelle: Martin Steger

Von Claudia Krause

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