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Potsdam-Mittelmark Schulmuseum: alte Märchenfilme im Fokus
Lokales Potsdam-Mittelmark Schulmuseum: alte Märchenfilme im Fokus
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16:51 28.10.2018
In Reckahn gehört zum Museumstag "Feuer und Flamme" traditionell ein Laternenumzug. Quelle: Christine Lummert
Reckahn

Zum Abschluss des Museumstages „Feuer und Flamme“ war selber singen angesagt. „Seit es diese überregionale Veranstaltung gibt, gehört bei uns auch immer ein Laternenumzug für die Kinder aus Reckahn und die Besucher des Museumstages zum Programm dazu“, sagte Silke Siebrecht-Grabig, die Leiterin der Museen, und stimmt für den Weg durch den Park des Reckahner Herrenhauses das erste Lied an.

Im Schulmuseum standen in diesem Jahr alte Märchenfilme im Mittelpunkt. Zum Abschluss der Veranstaltung zogen die kleinen und großen Besucher mit Laternen durch den illuminierten Schlosspark.

Einige Dutzend Laternenträger reihten sich ein und ließen sich gerne von der illuminierten Atmosphäre des Schlossparks verzaubern. Entzündete Fackeln und Kerzen erleuchteten die Strecke und sorgten in der Dämmerung für ein flackerndes Spiel der Schatten.

Zurück auf dem Hof des Herrenhauses wartete wie immer eine große Feuerschale auf die Laternenläufer. Schließlich mussten noch einige Kilogramm Teig zu Stockbrot verarbeitet und, noch warm vom Backen über dem Feuer, verspeist werden. Sonst war Herzhaftes vom Grill im Angebot und die Erwachsenen nippten vom Glühwein.

Der gemütliche Ausklang des Museumstages in Reckahn, schloss fast nahtlos an die Stimmung der Hauptattraktion der ganzen Veranstaltung an. Wie immer standen zur „Feuer und Flamme“-Reihe alle Ausstellungen und historischen Häuser, angefangen vom Schulmuseum über die Barockkirche bis zum Rochowschen Herrenhaus, für alle interessierten Besucher offen.

„In jedem Jahr versuchen wir aber auch eine besonderen Schwerpunkt zu setzen und aktuell sind das alte Märchenverfilmungen, die im Kontext mit der Verwendung im Schulunterricht entstanden“, sagte Siebrecht-Grabig. Möglich wurde dieser spezielle Einblick in die Filmgeschichte durch den Wissenschaftler und Sammler Ralf Forster, der aus seinem eigenen Fundus einige 16-Millimeter-Filmrollen mit nach Reckahn ins Schulmuseum gebracht hatte.

Die alten Bänke im historischen Klassenraum waren bis auf den letzten Platz besetzt, als Forster den ratternden Filmprojektor in Gang setzte. „Es passt sehr gut, dass wir uns die Filme im Klassenzimmer ansehen, denn genauso haben das Generationen von Schülern erlebt“, sagte Forster.

Dass Märchen im Unterricht einen Rolle spielten, geht aber keineswegs auf die Zeit zurück, als die Bilder laufen lernten. „Zeichnungen in Schulbüchern, spezielle Wandtafeln oder Lichtbilder gab es schon seit dem 19. Jahrhundert“, sagte Forster. Dabei wurde meist auf die Märchenwelt der Gebrüder Grimm zurückgegriffen.

Die Filmproduktion für den Unterricht setzte gezielt im Nationalsozialismus ein. Ende der 1930er Jahre entstanden auch einige der Filme, die Ralf Forster mit nach Reckahn gebracht hatte. „Die Stadtmaus und Feldmaus“, Dornröschen“ sowie der „Wettlauf zwischen Hase und Igel“ wurden flimmerten im Schulmuseum über die Wand.

In der Stop-Motion-Technik oder als Zeichentrickfilm hergestellt, bebilderten die Kurzfilme die altbekannten Geschichten und wurden nicht nur von den Kindern im Publikum fasziniert verfolgt.

Als Märchenverfilmungen funktionieren sie immer noch, obwohl natürlich verschiedene Interpretationsmöglichkeiten an Filme angelegt werden können. Zum Beispiel das Lob auf ein arbeitsames Leben auf dem Land, das der propagierten NS-Ideologie entgegenkam.

Forster zeigt auch zwei Filme aus der Produktion der Defa-Trickfilmstudios und, obwohl erzählerisch und technisch gut gemacht, war auch bei diesen Stücken der politische Einschlag manchmal sehr deutlich zu sehen.

Von Christine Lummert

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