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Feuerwache: Schneller Entschluss gefordert

Stahnsdorf Feuerwache: Schneller Entschluss gefordert

Am 19. Oktober soll die Gemeindevertretung über den neuen Standort für die Feuerwehr in Stahnsdorf entscheiden. Die Freifläche in der Annastraße ist nach Ansicht von Christian Kümpel (FDP) dafür prädestiniert – deshalb hat er eine Demo organisiert, zu der etwa hundert Unterstützer kamen. SDP und CDU haben indes andere Pläne für dieses Areal.

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Etwa hundert Demonstranten kamen am Sonnabend in Stahnsdorf zusammen.

Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Stahnsdorf. Rund hundert Menschen fanden sich am Samstag zu einer von Christian Kümpel (FDP) organisierten Demonstration ein, bei der eine rasche Entscheidung zum Stahnsdorfer Feuerwehrstandort zugunsten eines neuen Depots in der Annastraße gefordert wurde. „Sieben Jahre sind ins Land gezogen – jetzt ist die Zeit der Entscheidung gekommen“, appellierte Kümpel. Bürgermeister Bernd Albers (BfB), der mit ihm den Zug der Demonstranten angeführt hatte, forderte auf: „Wenn am 19. Oktober dieser Standort in der Gemeindevertretung nicht beschlossen wird, marschieren wir am Montag danach wieder vom Dorfplatz hierher.“

Dass viele sich die Zeit genommen hatten, zu der Veranstaltung zu erscheinen, sah der Bürgermeister als Zeichen, „dass sie sich nicht mehr durch die Politiker verarschen lassen.“ Albers beteuerte, dass man sich in der Gemeindevertretung bereits im Dezember 2013 einig darüber gewesen wäre, künftig hier die neue Feuerwehr haben zu wollen, doch im Juli 2015 sei dieser Konsens gekippt worden. „Sonst stünden wir heute hier kurz vor der Eröffnung.“

„Mehrheitlich Beschlüsse werden ignoriert“

Kümpel, der die Demonstration als Bürger angemeldet hatte, war nach der Demonstration optimistisch, „dass sich etwas bewegen wird“. SPD und CDU zeigen sich unterdessen unbeeindruckt. Heiko Spleet (SPD) betont: „Die SPD unterstützt alle Bemühungen, der Feuerwehr ein neues Gerätehaus zu ermöglichen.“ Bereits mehrfach seien gemeinsam mit fast allen Fraktionen Lösungsvorschläge unterbreitet worden, es liege allein am Bürgermeister, die Vorschläge umzusetzen. In der nächsten Gemeindevertretersitzung wird die SPD jedoch einen Antrag mit dem Titel „200 Wohnungen bis 2020“ einreichen, in dem die Freifläche an der Annastraße als besonders geeigneter Standort für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum angegeben wird.

Auch Ines Schröder-Blohm (CDU) betont, dass ihre Fraktion bereits seit langem Vorschläge und mehrheitlich beschlossene Vorlagen eingebracht hätte, „nur umgesetzt durch die Verwaltung wurden sie bis heute leider nicht.“ So hätte etwa bis Ende Mai die Änderung des Bebauungsplanes für die Freifläche der Annastraße vorliegen sollen, damit hier ein „kleines Ortszentrum für Stahnsdorf“ mit Bürgersaal, Bibliothek, bezahlbarem Wohnen, Gewerbe und Bolzplatz, aber ohne Feuerwehr möglich wäre. Dieser Beschluss werde bis heute ignoriert, auf Nachfragen gebe es keine Antwort, klagt sie an, und „die Behauptung, dass in dem Gebiet Baurecht für einen Feuerwehrneubau besteht, ist, gelinde gesagt, gelogen. Bis zum heutigen Tag ist es ein Baufeld für einen Schulneubau“, so Schröder-Blohm.

Zwei Flächen sind im Gespräch für die Wache

Die Ortswehr Stahnsdorf sitzt derzeit in einem denkmalgeschützten Gebäude (erbaut 1897) auf dem Dorfplatz.

Die ehemalige Scheune ist zu klein, die Drehleiter passt nicht in die Halle, Mäuse und Ratten beschädigen die Ausrüstung. Seit sieben Jahren geht es um den neuen Standort – im Gespräch ist neben der Annastraße ein Grundstück auf dem Güterfelder Damm, das mit Bäumen bewachsen und daher forstrechtlich umstritten ist.

In den sozialen Medien zeigt sich unterdessen, wie emotional die Diskussion bereits ist: Ein User, der angab, nicht demonstriert zu haben, wurde aufgefordert, dann aber bitte im Notfall nicht die Feuerwehr anzurufen. Die Feuerwehr selbst gibt über ihre Facebook-Seite an, sie müsse sich aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Gemeinde neutral verhalten, befürworte aber die Aktion von Kümpel.

Von Konstanze Kobel-Höller

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