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Feuerwehr befreit Stute „Sternchen“ aus Schlammfalle

Tierische Rettungsaktion Feuerwehr befreit Stute „Sternchen“ aus Schlammfalle

Panisch schreit und wiehert „Sternchen“ – die Stute steckt im schlammigen Morast fest und schafft es aus eigener Kraft nicht mehr ans Ufer. Schließlich muss die Feuerwehr anrücken und das Pferd aus der Schlammfalle befreien. Derzeit ist die Stute in der Klinik und noch nicht über den Berg.

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Mit verbundenen Beinen und einem Tropf am Hals steht „Sternchen“ in der Box der Tierklinik.

Quelle: Julian Stähle

Phöben. Der Schock steht Sylvia Waller ins Gesicht geschrieben. Am Sonntagmorgen hätte die 49-Jährige fast ihr Pferd verloren. Die hellbraune Fuchsstute namens „Sternchen“ wurde von der Koppel zum Stall „Pappelhof“ in Phöben geführt, als sie mit einem Hinterbein in dem Geländer einer kleinen Holzbrücke steckenblieb. Nachdem der Reitstallpächter gemeinsam mit einigen Helfern versucht hatte, die Stute zu befreien, geriet sie in Panik. Das etwa 700 Kilo schwere Tier rutschte von der Brücke in den schmalen Seitenarm der Havel und steckte fest. Nur mit Hilfe der Feuerwehr Werder schaffte es Sternchen aus dem verschlammten Wasser. „Eins ist klar: Ohne die Hilfe der Feuerwehrleute würde mein Pferd jetzt nicht mehr leben“, sagt Waller.

Die Stute „Sternchen“ (rechts) wird nach der Rettungsaktion zum Pferdehänger gebracht

Die Stute „Sternchen“ (rechts) wird nach der Rettungsaktion zum Pferdehänger gebracht.

Quelle: Julian Stähle

Als sie hörte, was ihrer elfjährigen Stute passiert war, dachte sie, Sternchen hätte sich alle vier Beine gebrochen. Nachdem sich das Pferd aus eigener Kraft am Ufer wieder aufstellte, stand sie unter Schock und wieherte vor Angst, wie eine Helferin berichtet. Doch Sternchen hatte Glück im Unglück. „Wie es aussieht, ist nichts gebrochen und auch die Gelenke scheinen unversehrt“, so Waller.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr zeigt, an welcher Stelle das Pferd feststeckte

Der Einsatzleiter der Feuerwehr zeigt, an welcher Stelle das Pferd feststeckte.

Quelle: Julian Stähle

Nach der Befreiung ging es für Sternchen im Pferdetransporter sofort in die Tierklinik Düppel der FU Berlin nach Zehlendorf. Als Notfall eingeliefert, kümmerte sich eine Ärztin sofort um das Tier. „Zuerst wurden die Wunden versorgt. Geröntgt werden kann sie wahrscheinlich erst am Dienstag“, erzählt die Besitzerin. Bis dahin kann sie nur hoffen, denn über den Berg ist die Stute noch nicht. „Ich freue mich natürlich, dass sie munter ist, aber durch den Schock kann immer noch viel passieren“, so Waller.

Sternchen ist seit fünf Jahren bei Sylvia Waller

Die Beine des Pferdes sind dick einbandagiert. Über einen Tropf wird Sternchen mit Antibiotika und einer Kochsalzlösung versorgt. Sie wirkt agil, belastet alle vier Beine und kann es kaum erwarten, nach Hause zu kommen, sagt die Tochter der Besitzerin, Celine Waller (19). „Sie ist es nicht gewöhnt, in der Box zu stehen und ist deshalb sehr unruhig“, sagt sie.

Sternchen in der Tierklinik

Sternchen in der Tierklinik

Quelle: Julian Stähle

Als Sternchen aus Thüringen 2011 zu Sylvia Waller auf den Hof kam, war sie völlig abgemagert. „Jetzt ist sie sehr kräftig und durchtrainiert, weil man sie auch wieder reiten kann“, erzählt Waller. Seit Juni steht sie in der Reitanlage „Pappelhof“ in Phöben. Derzeit sind dort 25 Pferde untergebracht. Am Sonntagmorgen war ein großer Ausritt geplant. Sternchen ist Teil des Reitschulbetriebs und wird oft von Kindern oder auch Rentnern geritten.

Bislang gab es keine Probleme mit der Brücke

Probleme mit der Brücke habe es bislang nicht gegeben, sagt Reitstallpächter Michael Schneider. Seit 35 Jahren hat er schon mit Pferden zu tun. Pächter dieses Reitstalls ist er erst seit Juni diesen Jahres. „Das Wohl der Pferde steht bei uns immer an erster Stelle“, betont er. Die Brücke wird nach dem Unfall nun repariert. „Es wird keine Zwischenräume an der Brücke mehr geben und wir haben auch Matten bestellt. Man lernt ja daraus“, so Schneider.

Besitzerin Sylvia Waller und ihre Tochter Celine Waller

Besitzerin Sylvia Waller und ihre Tochter Celine Waller.

Quelle: Julian Stähle

Mindestens bis Mittwoch muss die Stute noch in der Box mit der Nummer 40 bleiben. Für Sylvia Waller steht fest: „Sternchen muss nicht wieder reitbar sein. Die Hauptsache ist, dass sie wieder nach Hause kommt.“

Von Luise Fröhlich

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