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Potsdam-Mittelmark Feuerwehr löscht brennende Kaserne
Lokales Potsdam-Mittelmark Feuerwehr löscht brennende Kaserne
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10:48 22.05.2017
Volle Deckung: Zur Eigensicherung vor Flammen verwenden Feuerwehrleute die so genannte Mannschaftsbrause. Quelle: Julian Stähle
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Kloster Lehnin

Alarm auf dem alten Kasernengelände in Damsdorf! Ein Bauarbeiter war in einen Schacht gestürzt. Und dann wird auch noch ein Gebäudebrand mit einer vermissten Person gemeldet. Die Flammen drohen auf den benachbarten Wald überzugreifen. Zum Glück war es nur eine Übung, zu der am Sonnabend Kameraden aus Lehnin, Nahmitz, Rädel und Emstal ausrückten. Sie bilden den 1. Zug der Gemeindefeuerwehr von Kloster Lehnin. Unterstützung bei der Ganztagsausbildung bekam Zugführer Kevin Strehlau aus den Ortsteilen Damsdorf und Prützke, die sich mit ihren Tanklöschfahrzeugen an den Einsatzszenarien beteiligten.

Gulasch aus Michelsdorf

Um die Einsatzfähigkeit zu verbessern, wurden die Feuerwehren in den Kloster Lehniner Ortsteilen bereits 2005 zu vier Zügen zusammengefasst. Nur Michelsdorf hat keine eigene aktive Brandschutztruppe mehr. Trotzdem gibt es dort noch einen Feuerwehrverein, der mit selbst gemachtem Gulasch die Verpflegung der Übungsteilnehmer absicherte.

Auch die Kloster Lehniner Ortsfeuerwehren suchen ständig Nachwuchs. Die Jugendfeuerwehren nehmen Nachwuchs ab dem 8. Lebensjahr in ihre Reihen auf. Neben der theoretischen Ausbildung und praktischen Übungen wird für Spaß und gemeinsame Erlebnisse in der Freizeit gesorgt. Stützpunktfeuerwehr in der Gemeinde ist die Feuerwehr in Lehnin.

Dass für die Übung ausgerechnet Damsdorf ausgewählt wurde, ist nicht aus der Luft gegriffen. Weil das Kasernengelände vor der Umwandlung in einen Gewerbepark steht, sind unliebsame Überraschungen im Zuge künftiger Bauarbeiten nie auszuschließen. „Ziel der Ausbildung war es die Ortskenntnis der Kameraden für den Ernstfall zu schärfen. Auch das Zusammenwirken auf Zugebene muss immer wieder trainiert werden“, sagte Gruppenführer Denny Stimming aus Lehnin.

Rettung einer „verletzten Person“ aus einem Schacht. Quelle: Julian Stähle

Die mehrere Dutzend Männer und Frauen wurden für die bei der Brandenburger Leitstelle angemeldete Übung in zwei Gruppen aufgeteilt. Für die erste Gruppe simulierten die Übungsleiter einen Brand in einem der leerstehenden Kasernengebäude. Unter Atemschutz musste der Angriffstrupp in dem verrauchten Haus die Suche nach einer vermissten Person aufnehmen. Gleichzeitig lief innerhalb und außerhalb des Hauses die Brandbekämpfung an.

Geübt wurde dabei das richtige Verlegen von Schlauchstrecken in Treppenhäusern. Zur Eigensicherung kam die so genannte Mannschaftsbrause zum Einsatz. Die heißt so, weil sich auf diese Weise ein Trupp in einem brennenden Raum vor einer drohenden Durchzündung (Flash Over) schützen kann. Dazu lassen sich die Kameraden nach hinten fallen. Gleichzeitig wird der Wasserstrahl so breit gefächert wie ein aufgespannter Regenschirm.

Teilnehmer am Ausbildungstag in Damsdorf. Quelle: Julian Stähle

Die insgesamt drei im Pendelbetrieb befüllten Tanklöschfahrzeuge hatten die Aufgabe ein mögliches Übergreifen des Feuers auf den Waldrand hinter dem Kasernengelände zu verhindern. Insgesamt wurden 240 Meter Schlauch ausgerollt und über 22 000 Liter Wasser zur Einsatzstelle transportiert.

Die „vermisste Person“ wird aus dem verqualmten Gebäude gerettet. Quelle: Julian Stähle

Die zweite Station beschäftigte sich mit einem Thema ohne Feuer. Und zwar ging es um das Retten und Bergen verletzter Personen aus einem Schacht. Die Kameraden standen vor der Aufgabe den verletzten Bauarbeiter mittels einer Absturzsicherung aus einem Schacht zu bergen. Eine heikle Aufgabe, die nicht jede Woche auf dem Ausbildungsplan steht.

Feuerwehrleute aus Kloster Lehnin im Einsatz. Quelle: Julian Stähle

Im Einsatzfall geht ein Trupp mit zwei Kameraden zum Verunglückten vor, um diesen aus seiner misslichen Lage zu befreien. Eine andere Gruppe übte das in Stellung bringen tragbarer Leitern . Auch hier kam es auf Teamarbeit an, denn die Feuerwehrleute mussten ein Fenster im zweiten Obergeschoss erreichen. „Auch das funktionierte beim Stationsbetrieb“, wie Lehnins Ortswehrführer Robert Lehmann resümierte.

Von Julian Stähle und Frank Bürstenbinder

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