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Feuerwerk zur 425-Jahr-Feier

Zu Hause in Reetzerhütten Feuerwerk zur 425-Jahr-Feier

Noch vier Wochen. Dann steigt die 425-Jahr-Feier in Reetzerhütten. Die 240 Einwohner – Einheimische wie Zugezogene – bereiten sich auf das Jubiläum vor und schmücken den Ort. Dorfchef Klaus-Peter Klenke hat immerhin häufiger Gelegenheit an prominenter Stelle die Werbetrommel zu rühren.

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Beim Jubiläumsspektakel mit dabei: die Reiter der Triple-D-Ranch.

Quelle: Eva Loth

Reetzerhütten. „Die ’Alte Hölle’ ist ein herrlicher Platz“, sagt Klaus-Peter Klenke. Was dem Namen nach gefährlich klingt, ist in Wirklichkeit das landschaftliche Kleinod der fast 15-Quadratkilometer großen waldreichen Gemarkung, für die er als Ortsvorsteher verantwortlich zeichnet. Die ehemalige Försterei sei für ihn immer wieder eine Entdeckung, bestätigt der 60-Jährige. Geschichte und Anekdoten inklusive.

Derzeit rückt freilich die Historie des Dorfes insgesamt in den Mittelpunkt des Interesses. Denn es blickt in diesem Sommer auf sein 425-jähriges Bestehen zurück. In vier Wochen soll groß gefeiert werden. Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. „Wir hatten aus dem Anlass eine Einwohnerversammlung“, berichtet Klaus-Peter Klenke. „Da sind natürlich mehr Ideen geäußert worden, als sich an einem Wochenende realisieren lassen“. Auf einen Festumzug mit Schaubildern ist dabei verzichtet worden. Gleichwohl wird sich Reetzerhütten gut in Szene setzen können, ist sich das Trio vom Ortsbeirat gewiss.

Beim Programm vor allem an den Nachwuchs gedacht

Bereits seit einigen Wochen sind fleißige Helfer damit befasst, Wimpelketten zu basteln. Sie sollen – spätestens nach Pfingsten – das ganze Dorf schmücken und so die Aufmerksamkeit auf das bevorstehende Jubiläum lenken. Die ortsansässige Designerin Marion Behrendt stand mit Rat und Tat zur Seite. Sie hatte immer mindestens ein Dutzend Mitstreiter an ihrer Seite. Auch Annett Blasche ist gefragt. Mit der Inhaberin der Gärtnerei ist eine weitere Fachfrau involviert, wenn es um die Dekoration mit Blumen und Gestecken geht.

Ähnlich bunt wie die Kulissen soll das Programm werden. Vor allem an den Nachwuchs wird gedacht, heißt es. Sowohl bei Wettbewerben und Kreativangeboten auf dem Festplatz als auch beim Bühnenproramm. Die Reiter der Triple-D-Ranch dürfen da nicht fehlen. Henrike Garcke und Norbert Greißmer sind mit ihren Pferden vor 15 Jahren in den Hohen Fläming gekommen und längst ein Aushängeschild für den Ort. Die freiwillige Feuerwehr, einschließlich Reetzer Kameraden und die Kindertagesstätte „Zwergenland“ wirken mit. „Zur Feier des Tages wird es dann ein Feuerwerk geben“, verrät Klaus-Peter Klenke. Für den Sonntag sind Blasmusik und Oldtimerschau angekündigt.

Hüttendorf ohne Kirche

Reetzerhütten wurde 1592 erstmals urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit der Entstehung einer Pechhütte von Reetz.

Das Dorf wurde dann im 18. Jahrhundert im Zuge der frühneuzeitlichen „Industrialisierungsmaßnahmen“ der brandenburgischen Landesfürsten gegründet. Die Reetzer Hütten dienten der Pech- und Holzkohleverhüttung bzw. der Glasherstellung. Die Rohstoffe dafür lieferten die damals noch weit verbreiteten Buchen- und Eichenwälder und der feine Sand der Endmoränenlandschaft.

Allmählich siedelten sich die in den Hütten tätigen Bauern in der Umgebung der Hütten an und gründeten eigene Ortschaften (zum Beispiel auch Medewitzerhütten bei Medewitz, Neuehütten bei Wiesenburg, Jeserigerhütten bei Jeserig,Fläming).

Charakteristisch für diese Siedlungen sind die straßendorfähnliche Anlage und das Fehlen einer Kirche. Der Ortskern von Reetzerhütten ist am Straßendreieck der ehemaligen Alten Dorfstraße, Brunnenstraße und Medewitzer Straße gut zu erkennen.

Der Ortsvorsteher rührt die Werbetrommel, wo und wann er nur kann. Immerhin bekommt er vergleichsweise häufig Gelegenheit dazu. Denn die von ihm geführte Kerzenfabrik am Ortsrand ist ein mehr als exklusiver Handwerksbetrieb, den sein Großvater Herbert Buchal einst gegründet hat. Wer ihn besichtigt, erfährt beispielsweise, dass dort spezielle Kerzen für Filmproduktionen entstehen. „Dort oder in manchen Kirchenkreisen ist Reetzerhütten bekannter als Wiesenburg“, sagt Klaus-Peter Klenke. Er braucht ja das Licht buchstäblich nicht unter den Scheffel zu stellen.

Von Eva Loth und Rene Gaffron

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