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Gospelchor macht geistliche Lieder zu Popsongs

Fichtenwalde Gospelchor macht geistliche Lieder zu Popsongs

Einige Mitglieder der Fichtenwalder „Gospel Glades“ bereiten sich in den nächsten Wochen in einem speziellen Workshop unter professioneller Anleitung auf ihre Teilnahme am Zentralen Ökumenischen Gottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Berlin vor. Auf dem Gendarmenmarkt wird ein eigens dafür zusammengestellter Projektchor aus 100 Sängern auftreten.

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Einige der 40 Fichtenwalder „Gospellichter“ sind mit Chorleiterin Antje Ruhbaum (unten) beim Zentralen Ökumenischen Gottesdienst des Deutschen Kirchentages in Berlin dabei.

Quelle: Privat

Fichtenwalde. Bis zu einhundert Sänger verschiedener Nationalitäten und Konfessionen gestalten auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag Ende Mai in Berlin am Himmelfahrtsdonnerstag, dem 25. Mai, auf dem Gendarmenmarkt einen Zentralen Ökumenischen Gottesdienst. Zu ihnen gehören auch einige der mehr als 40 Mitglieder des Gospelchores in Fichtenwalde. In dem eigens dafür organisierten Workshop „Black and White“, der in Berlin-Steglitz nur wenige Tage vor dem großen Auftritt stattfindet, bereiten sich die „Gospel Glades“ (die „Gospellichter im Wald“) auf ihren Höhepunkt in diesem Jahr vor.

„In diesem Workshop, den Experten der Black-Gospel-Szene Berlins leiten, stellen wir extra für den großen Gottesdienst einen Projektchor zusammen“, sagt Antje Ruhbaum. Die Beauftragte für Popularmusik im Evangelischen Kirchenkreis Berlin-Steglitz gehört der Vorbereitungskommission an. Bis jetzt haben sich mehr als 60 Sänger zu diesem Vorbereitungstraining angemeldet, sagt sie.

Der Fichtenwalder Gospelchor hat sich seit seiner Gründung im Dezember 2011 zu einer Gruppe mit einem „tollen Zusammenhalt“ entwickelt, lobt Gründerin und Chorleiterin Ruhbaum. Viele Chormitglieder seien inzwischen schon langjährig dabei. Sie schätzt besonders die herzliche Mentalität ihrer Chorsänger, die überwiegend aus Fichtenwalde, aber auch aus Beelitz, Groß Kreutz und Kloster Lehnin kommen. In ihren anderen beiden Gospelchören in Berlin gehe es da weitaus anonymer zu, räumt die umtriebige Kirchenmusikerin ein.

Nach einer Findungsphase im ersten Jahr und anfänglichen Schwierigkeiten, mehrstimmig zu singen, haben sich die „Glades“ zu einem professionellen Chor mit sechs Solisten entwickelt, resümiert Ruhbaum. Jeden Montag außer in den Schulferien treffen sich die Sängerinnen und Sänger zur zweistündigen Probe im evangelischen Gemeindezentrum in Fichtenwalde. Nach der allgemeinen Chorprobe folgen die Extraübungen für die Solisten. Sie singen die jeweiligen Strophen eines Gospels oder Spirituals, während der Chor nur in den Refrain einstimmt.

„Der Gospel holt die Menschen im Alltag ab. Es ist keine hochkulturelle Musik. Die Lieder haben mehr Leichtigkeit, müssen dafür aber hart erarbeitet werden“, sagt Ruhbaum. Die Texte hätten eine direkte Beziehung zu den Bewegungen und diese wiederum eine eigene Choreographie. Die Sänger bekämen mehr Zugang zu geistlichen Texten und zur Musik. Mittlerweile singt sogar ein Flüchtlingspaar aus dem Iran im Chor mit, das zum christlichen Glauben übergetreten ist. Obwohl die Fichtenwalder „Gospel Glades“ anders als andere Chöre zwei Drittel ihres Repertoires in deutscher Sprache singen, sind einige Grundkenntnisse in Englisch schon von Vorteil, meint die Chorleiterin. Da sich die Texte der Songs allerdings häufig wiederholen, hat man sie meist schnell drauf. Nicht jeder Sänger kam am Anfang so locker und gelöst in die Gruppe, wie es bei diesen Liedern vorausgesetzt wird. Doch das gemeinschaftliche Singen riss letztendlich auch die Schüchternen mit, weiß die Kirchenmusikerin aus Erfahrung.

Seit einem Jahr begleitet Gastmusiker Matt Shapiro den Fichtenwalder Gospelchor musikalisch auf dem Piano. Der gebürtige Engländer lebt in Berlin und will Popularmusik und Jazz studieren. Durch seine Hilfe kann sich Ruhbaum wieder intensiver den künstlerischen Fähigkeiten ihrer Sänger widmen.

Vielleicht um sich den Nachwuchs für ihre Chöre zu sichern, hat die Kirchenmusikerin vor einigen Jahren ihr zweites regionales Projekt, die „Gospelkids“, gestartet. In jährlich stattfinden Workshops sangen anfangs Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren mit Antje Ruhbaum und weiteren Unterstützern deutsche Gospellieder oder sprachen über das Teilen zum Erntedankfest. Daraus entwickelten sich in den folgenden Jahren szenische Spiele zu Bibeltexten wie die Geschichte vom Zöllner Zachäus, der auf einen Baum steigt, um Jesus zu sehen, oder der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten.

Vor zwei Jahren probierte Antje Ruhbaum ihr Projekt gemeinsam mit der Kitaleiterin Andrea Martens im Groß-Kreutzer Kindergarten mit 40 Kindern zum Thema „Der barmherzige Samariter“ aus. Im Lutherjahr steht der Reformator im Mittelpunkt einer Aufführung der „Gospelkids“ am 25. Juni in der Dorfkirche von Plötzin. Geprobt wird dafür am 17. und am 24. Juni.

Die „Gospel Glades“ sind jetzt auch auf einer DVD zu sehen

Die „Gospel Glades“ sind jetzt auch mit anderen Chören auf einer DVD zu sehen, die Kirchenkreiskantor Gerhard Oppelt dieser Tage in der Lehniner Klosterkirche aufnehmen ließ. Die DVD trägt den Namen „Lutherklang“ und soll in den Mitgliedgemeinden des Kirchenkreises vertrieben werden. Für ihren Chor hat Antje Ruhbaum ein Stück nach dem Luther-Zitat „Das Leben ist nicht ein Frommsein“ geschrieben.

Zum 100-jährigen Bestehen der Dorfkirche von Fichtenwalde gestaltet der Gospelchor am 18. Juni im evangelischen Gemeindezentrum des Ortes einen Gottesdienst. Es schließt sich ein kleines Nachmittagsprogramm an.

Eine Premiere für die Fichtenwalder „Gospel Glades“ wird der Auftritt mit einem klassischen Chor am 21. Juni um 18.30 Uhr im Dom zu Brandenburg an der Havel. Auf Einladung des Domkantors Marcell Fladderer-Armbrecht nehmen die Fichtenwalder Sänger an dem Sommermusikkonzert „Praise the Lord!“ (Lobet den Herrn!) teil. Trotz der sehr guten Akustik wird der Hall für die Gospelsänger eine Herausforderung werden, sagt Ruhbaum.

Von Heinz Helwig

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