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Fichten-Kindergarten erhält Zuwachs

Bad Belzig Fichten-Kindergarten erhält Zuwachs

Die Fichte ist zum Baum des Jahres 2017 ausgerufen. Picea abies, so die lateinische Bezeichnung des Nadelbaums, ist in hiesiger Region jedoch selten zu finden. Im knapp 4.200 Hektar großen Hagelberger Revier von Förster Lutz Hausig sind nur etwa zwei Prozent der Fläche mit Fichten bestanden.

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Die Wandergruppe „Flinke Füße“ aus Brück bei der Pflanzaktion.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig. Die Fichte ist der Baum des Jahres. Picea abies, so die lateinische Bezeichnung des Nadelbaums, ist in hiesiger Region jedoch selten zu finden. Im 4 200 Hektar großen Hagelberger Revier von Förster Lutz Hausig etwa machen die Fichten nur zwei Prozent des Bestandes aus. „Die Niederschlagsmenge von 500 Millilitern im Jahr ist für die Fichte eigentlich zu gering“, sagt der Forstfachmann. Deshalb hat er das Areal für die Pflanzung des Jahresbaumes mit besonderem Augenmerk ausgewählt. Unweit von Bad Belzig in Richtung Lübnitz wurden bereits 50 junge Fichten gepflanzt. Dieser Minibestand wurde am Donnerstag vergrößert. Dazu wurde der schützende Wildzaun noch einmal geöffnet. Er soll die jungen Bäume vor dem Verbiss durch Wildtiere bewahren.

Inmitten des Fichtenkindergartens wurden 20 Pflanzlöcher ausgehoben, in die weitere Fichten gepflanzt wurden. Nicht weit von dieser Stelle entfernt hat sich in den zurückliegenden 20 Jahren bereits ein weiterer Fichtenbestand hervorragend entwickelt. In das Duett mit den die Fläche dominierenden Kiefern mischen sich die ersten Triebe noch kahler Buchen und einige schon leuchtend grüne Birken.

Revierförster Lutz Hausig (vl), Joachim Niklas von der Firma Ökotec, Hubert Geserick und Ex-Revierförster Helmut Stamann, der Vater der alljä

Revierförster Lutz Hausig (v.l.), Joachim Niklas von der Firma Ökotec, Hubert Geserick und Ex-Revierförster Helmut Stamann, der Vater der alljährlichen Baumpflanzidee.

Quelle: Christiane Sommer

Zwischen dem Jung- und dem Altbestand liegt direkt am Wegesrand ein Findling mit Aufschrift. Er trägt den Schriftzug „Gemeine Fichte 2017“ und wurde erst vor wenigen Tagen durch die Steinmetzfirma von Karsten Scholz dort abgelegt. Seit 1998 wird dem Baum des Jahres im Hagelberger Revier jeweils auch ein eiszeitlicher Riese gewidmet. Gegenüber des Steins, auf der anderen Seite des Waldweges, erhebt sich eine Stele. Auch sie ist ein Neuling im Wald.

Es dauerte am Donnerstag nicht lange, bis 65 wanderfreudige Naturliebhaber sich um Stele, Stein und die noch zu pflanzenden Bäumchen zusammenfanden. Die Spaten, die Hausig mitbrachte, gingen reihum. Innerhalb kurzer Zeit hatten die Wanderer die 20 Fichten gepflanzt.

Älteste Fichte stand einst in Bayern

1989 wurde die Baumpflanzaktion in Deutschland ins Leben gerufen. Picea abies ist damit der 29. Jahresbaum.

Die Fichte war ursprünglich ein Baum der Taiga.

Ab dem 15. Jahrhundert wurden Fichten (und Kiefern) in Deutschland angepflanzt und verdrängten nach und nach die ursprünglichen Laubwälder.

Heute ist Picea abies die zahlenmäßig stärkste Baumart im Land.

Anders als die Kiefer ist sie jedoch auf eine gesicherte Wasserversorgung angewiesen und deshalb in Brandenburg rar.

Fichten können 400 Jahre und älter sowie höher als 50 Meter werden.

Die älteste Fichte Deutschlands stand ehemals in Bayern. Sie wurde 1997 gefällt und war 455 Jahre alt.

Zu den alten Hasen, die jährlich zur Waldwanderung inklusive Baumpflanzung kommen, gehört die Wandergruppe „Flinke Füße“ aus Brück. Ernst-Peter Rabenhorst ist der einzige Mann in der neun Köpfe zählenden Gruppe. „Es ist schön, dass ein Baum, an dem man oft achtlos vorübergeht, einen Titel bekommt. Ich werde künftig mehr auf die Fichten achten.“ Inge Strübing, die nach der Pflanzung die Bäumchen wässerte, lobte: „Unterwegs haben wir viel über die Fichte erfahren und auch Bäume besucht, die in den letzten Jahren gepflanzt wurden.“ Der Weg der Gruppe unter Hausigs Leitung führte vom Parkplatz an der Lübnitzer Straße über den Grünen Grund zur Pflanzstelle. Unterwegs kamen die Wanderer an der 1994 gepflanzten Eibe, der Wildbirne (1998), der Elsbeere und der Wallnuss (2008) vorbei.

Wie ein kleidsames Band schmiegen sich Informationen über den Jahresbaum um den Stamm, der zugleich den Weg zur 2,2 Kilometer entfernt gepflanzten Vogelkirche (2010) weist.

Diesmal hat die Firma Ökotec die Stele gesponsert. „Das ist der Stamm einer einheimischen Robinie. Er wurde von Sebastian David gestaltet“, sagte Joachim Niklas. David war bei der Baumpflanzung nicht dabei. Seinem Werk wurde dennoch Lob gezollt. Nach gründlicher Reinigung hat der Künstler das Holz vollständig entrindet und ausgeformt. Modell stand ihm dabei ein Baum. Ähnlich einer Krone, ragt das Stammende nun in das Blau des Himmels. „Er hat irgendwie einen königlichen Charakter bekommen“, findet Joachim Niklas.

Von Christiane Sommer

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