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Fichtenwalder Kinder retten den Wald

Zwei Mädchen sammelten Geld für 645 neue Bäume Fichtenwalder Kinder retten den Wald

Im vergangenen Jahr zogen zwei zehnjährige Mädchen mit der Spardose durch Fichtenwalde, um den Wald zu retten. Monate später laufen sie mit ihren Mitschülern aus der Klasse 5b durch einen Kiefernwald. In der Hand haben sie dieses Mal Spaten und junge Bäumchen.

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Marie Mellen (l.) und Marie Obereisenbuchner pflanzen hier eine Traubeneiche.

Quelle: J. Steglich

Fichtenwalde. Als sie im vergangenen Jahr mit der Spardose loszogen, um den Wald zu retten, hatten sie noch keine Ahnung, was aus ihrer Aktion entstehen würde. Monate später laufen lauter kleine und große Leute mit Spaten durch einen Kiefernwald und pflanzen Bäume. „Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt“, sagt Marie Obereisenbuchner. Auch Freundin Marie Mellen staunt: „Es ist schon merkwürdig, was zwei Mädchen bewirken, die durch Fichtenwalde laufen und Spenden sammeln.“ Die zehnjährigen Schülerinnen aus der 5b der Fichtenwalder Grundschule hatten im Ort Unterschriften und Geld für den Erhalt der Bäume gesammelt. In ihrem Aufruf hieß es: „Wir wollen nicht, dass weitere Bäume abgeholzt und Windräder im Wald gebaut werden. Bäume produzieren Sauerstoff, bieten Lärmschutz und schützen uns vor Wind und anderen Naturgewalten. Deshalb wollen wir sie retten.“

Mit den 300 Euro, die sie einsammelten, konnte Stadtförster Martin Schmidt nun 645  junge Bäume kaufen, die beide Maries mit ihren Mitschülern, Eltern, Lehrern und Mitgliedern der Initiative Waldkleeblatt am Dienstag in die Erde setzten. Die Bürgerinitiative kämpft aktuell gegen Pläne, im Wald bei Fichtenwalde Windräder aufzustellen, und gab 100 Euro dazu. Gepflanzt wurden Laubbäume – Ebereschen, Traubeneichen und Flatterulmen. Aus dem Kiefern- soll ein Mischwald werden. „Wir sprechen hier von Waldumbau“, sagt der Stadtförster. Mischwälder seien produktiver, lindern die Waldbrandgefahr und tragen zu einer höheren Grundwasserneubildung bei, erläutert Schmidt. In reinen Kiefernwäldern bleibe eine Menge Niederschlag in den Nadelkronen hängen und verdunstet dort, bei Laubbäumen erreicht mehr Wasser den Boden.

Die Auswahl der Bäume war der Part des Försters, wer sie einpflanzt, bestimmten die beiden Mädchen. Sie wollten ihre Mitschüler aus der 5b dabei haben, die mit anpackten, um den Waldumbau für eine Forstfläche am Rummelsborner Weg zu starten. „Man kann nur froh sein, solche jungen Leute im Ort zu haben“, sagt Fichtenwaldes Ortsvorsteher Tilo Köhn. Die beiden Retterinnen des Waldes betonen noch, dass sie auch bei ihrer Geldsammelaktion Helferinnen hatten – Emilia (10) zum Beispiel. „Wir sind ’ABFF’“, sagt Marie. Was heißt das? „Aller beste Freundinen für immer!“

Von Jens Steglich

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