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Filmdreh im schönen Werder künftig teurer

Stadt will Gebühren für Sondernutzungen erhöhen Filmdreh im schönen Werder künftig teurer

Filmaufnahmen und Werbung auf öffentlichen Straßen und Anlagen könnten in Werder künftig für Unternehmen und private Auftraggeber teuer werden. Mit einer sogenannten Sondernutzungssatzung will die Stadt dem wilden Plakatieren ein Ende setzen und künftig unter anderem nur noch 200 Plakattafeln im Stadtgebiet zulassen.

Werder/Havel. Darüber hinaus sollen Gesellschaften 500 Euro pro Tag hinblättern, wenn sie in Werder Filmaufnahmen machen.

Der Bauausschuss Werder hat dem Satzungsentwurf in dieser Woche zugestimmt. Wenn auch die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht gibt, müssen künftig Sondernutzungen an öffentlichen Straßen und Wegen wie unter anderem für Verkaufsstände, Baubuden oder Plakate an Litfaßsäulen in der Stadt beantragt werden. Die Gebühren betragen je nach beanspruchter Fläche je Quadratmeter pro Tag bis zu 75Cent, pro Monat bis zu 15 Euro. Die Verkehrssicherheit gefährdende Werbeanlagen sind laut Satzungsentwurf verboten. Werden Tafeln erlaubt, dürfen sie keinen Parkraum beeinträchtigen. Insbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind bei Genehmigungen von Flächen zum Beispiel für Baustoffe zu berücksichtigen.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Manuela Saß hatte bereits im Juli das wilde Plakatieren in der Stadt kritisiert. "Oft hängen Werbeschilder wochenlang an Wänden, Laternen und Häusern. Sie verschandeln teilweise das Stadtbild." Mit der neuen Satzung will die Stadt bei der Nutzung von öffentlichem Straßenraum unter anderem für Werbung mehr Ordnung und eine Verhandlungsgrundlage schaffen, sagt der Vorsitzende des Bauausschusses Peter Hinze (Linke).

Bereits im April hatte die Stadt angekündigt, einer Firma in Berlin die koordinierte Werbung zu übertragen. Mit einem entsprechenden Nutzungsvertrag wollen die Stadt und die Mediateam Stadtservice GmbH die Werbung an Laternenmasten in Werder regeln, ordnen und auf einheitliche Rahmenschilder beschränken. Laut Bauamtsleiter Axel Wolf entlastet die Vergabe an einen Dienstleister die Verwaltung und stellt höhere Einnahmen sicher. Welche Auswirkungen die Satzung zum Beispiel auf das nächste Blütenfest hat, wurde bisher noch nicht behandelt, sagte Hinze. Um heimische Vereine nicht zusätzlich zu belasten, erwägt die Stadt in diesen Fällen keine Gebühren zu kassieren. Ein Verzicht ist auch dann denkbar, wenn ein "überwiegend öffentliches Interesse" vorliegt, so regelt es der bisherige Entwurf der Satzung zur Sondernutzung. Ab wann diese gilt, ist abhängig von der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung.

Im als Drehort beliebten Beelitz dagegen will die Stadt auch künftig keine Gebühren laut Sondernutzungssatzung erheben. "Wir sind glücklich, dass unser Ort durch Dreharbeiten zum Beispiel im Rathaus oder im Beratungsraum in der Poststraße noch bekannter wird", sagt Bürgermeister Bernhard Knuth der MAZ auf Anfrage. Eine Sondernutzungssatzung gebe es in Beelitz nicht und sei auch gegenwärtig nicht geplant. Dennoch bringen laut Knuth einzelne Dreharbeiten für die Serie "Polizeiruf 110" oder Filme vor historischer Kulisse in Beelitz-Heilstätten der Stadt je nach Länge zwischen 2000 und 5000 Euro Einnahmen.

Von Regine Greiner

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