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Potsdam-Mittelmark Finale im Tauziehen um Bahnhof in Michendorf
Lokales Potsdam-Mittelmark Finale im Tauziehen um Bahnhof in Michendorf
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21:01 14.03.2017
Wer bekommt den Michendorfer Bahnhof? Das entscheidet sich am 24. März bei der Versteigerung in Berlin. Das Mindestgebot liegt bei 98 000 Euro. Quelle: OM
Michendorf

Im Tauziehen um den Michendorfer Bahnhof steht ein spannendes Finale an. Die Gemeinde bekommt es bei der Versteigerung des Stationsgebäudes am 24. März mit mindestens zwei privaten Mitbietern zu tun, wahrscheinlich werden es noch mehr sein. Gesichert ist, dass neben der Kommune ein Investor aus der Schweiz den Bahnhof genauso ersteigern will wie der Projektentwickler Jürgen Stoye, der unter anderem das Michendorfer Volkshaus gekauft und saniert hat. Laut Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) hatte zudem ein Einzelunternehmer aus den alten Bundesländern per E-Mail Interesse bekundet, sich nach der Rückfrage zum Nutzungskonzept aber nicht wieder gemeldet. Die Kommune hatte zuvor private Interessenten aufgerufen, über geplante Nutzungen ins Gespräch zu kommen.

Die Michendorfer Gemeindevertreter verständigten sich am Montagabend derweil hinter verschlossenen Türen auf ein Maximal-Gebot, bis zu dem die Kommune um den Bahnhof mitsteigern will. Über die Obergrenze wurde Stillschweigen vereinbart. „Die Summe untermauert die Ernsthaftigkeit des Kaufwunsches der Gemeinde“, sagte Mirbach. Die Rede ist von einem sechsstelligen Betrag.

Neue Wendung möglich

Im Vorfeld der Auktion könnte es aber auch noch zu einer neuen Wendung kommen. Die Gemeindevertreter beauftragten per Beschluss den Bürgermeister, um den Bahnhof mitzubieten. Zugleich öffneten sie aber auch die Tür für Investoren, die bei einer Entwicklung des Stationsgebäudes die Interessen der Kommune wahren. Beschlossen wurde eine Passage, wonach der Bürgermeister auf die Abgabe eines Gebots verzichten kann, wenn sich ein anderer Mitbieter zuvor notariell verpflichtet, drei Bedingungen zu erfüllen. Er soll bis zum Maximalgebot der Kommune mitbieten und die aktuellen Brandschutzauflagen für den Bahnhof innerhalb eines Jahres erfüllen. Zudem muss er innerhalb von zwei Jahren die Baugenehmigung sichern und anschließend binnen drei Jahren das Gebäude so sanieren, dass alle Flächen vermietbar sind. Projektentwickler Jürgen Stoye sagte auf MAZ-Anfrage, er würde die Bedingungen mit einer Einschränkung erfüllen, die er aber nicht nennen wollte. Laut Stoye soll so eine notarielle Vereinbarung zwischen ihm und der Gemeinde aufgesetzt werden. Der Bürgermeister wollte das noch nicht bestätigen und sagte nur so viel: „Es könnte sich da etwas anbahnen.“

Wohnnutzung im Bahnhof könne man vergessen

Stoye will auf jeden Fall mitbieten und plant bei einem Zuschlag für ihn eine einfache Sanierung, bei der das gemacht wird, was notwendig ist, um auf die technischen Standards zu kommen. Große Umbauten wolle er nicht vornehmen. „Einzig in der Vorhalle würde ich einen Bahnhofskiosk und zwei öffentliche Toiletten einbauen.“ Der Projektentwickler würde die freien Flächen im Bahnhof an soziale Einrichtungen und Vereine vermieten. Es gebe bereits Interessenten. Eine Wohnnutzung im Bahnhof könne man dagegen vergessen, meinte er. Stoye versicherte, falls er den Bahnhof erwirbt, bleiben Bestandsmieter wie die Gaststätte und die Psychotherapie-Praxis unangetastet. „Das Problem wird aber sein, dass noch andere mitbieten und mehr bieten könnten, als ich es für wirtschaftlich halte“, sagte er und fügte hinzu: „Es gibt bei mir eine klare Grenze. Wenn die überschritten ist, bin ich raus.“ Der Gemeinde bietet er an, eine notarielle Vereinbarung zu erfüllen. Sollte die Obergrenze der Kommune indes über seiner liegen, „steige ich aus und die Gemeinde bietet weiter“.

„Die Gemeinde muss nicht zwingend den Bahnhof kaufen, wenn sich ein privater Investor findet, der die Nutzungswünsche der Kommune beachtet“, sagte SPD-Fraktionschef Volker-Gerd Westphal. Er habe aber Zweifel, „ob ein privater Investor bei den ganzen Belastungen tatsächlich in absehbarer Zeit einen Gewinn erzielen wird“. Die Gemeinde sei da in einer anderen Situation und könne auch Fördermittel einwerben. Sollte die Kommune den Bahnhof ersteigern, gibt es einen großen Mietinteressenten. Die gemeinnützige GmbH Kubus aus Berlin würde gern für alle freien Flächen im Bahnhof einen Mietvertrag mit Mietzins abschließen (siehe Info-Kasten). „Wir sind auch bereit, uns an der Herrichtung der Räume zu beteiligen oder dies ganz zu übernehmen“, sagte Geschäftsführer Siegfried Klaßen.

Versteigerung des Bahnhofs

Der 1913 errichtete Bahnhof in Michendorf kommt am 24. März unter den Hammer. Das Mindestgebot für die Immobilie der Deutschen Bahn liegt bei 98 000 Euro.

Neben den vom Bürgermeister genannten privaten Interessenten könnten sich andere hinzugesellen. Es soll mehrere Besichtigungen des Bahnhofs gegeben haben. Berichtet wird auch von einer Delegation aus Fernost, was bei Bahnhofsmietern die Furcht vor einem Spekulationskauf genährt hat.

Nicht mitbieten will die Kubus gGmbH, die in Berlin und Brandenburg aktiv ist. Die gemeinnützige Gesellschaft arbeitet auch mit dem mittelmärkischen Jobcenter MAIA zusammen, fördert zum Beispiel Langzeitarbeitslose und ist gerade dabei, ihre erste Kita in Berlin zu eröffnen. Im Michendorfer Bahnhof will Kubus gern Räume für Werkstätten und Büros anmieten.

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