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Fischsterben im Wiesenburger Park

Zu warm im Mühlenteich Fischsterben im Wiesenburger Park

Hunderte Fische sind am Wochenende im Mühlenteich des Wiesenburger Parkes verendet. 350 Kilogramm mussten entsorgt werden. Aal, Zander und Co ist im zu warmen, fast stehenden Gewässer der Sauerstoff knapp geworden. Dabei hatten die Petrijünger noch gehofft, die Katastrophe für die Schuppentiere mit Hilfe professioneller Retter noch verhindern zu können.

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Die Wiesenburger Feuerwehr kümmerte sich um die Frischwasserzufuhr.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. An der Parkfestbühne ist zum Helene-Fischer-Schlager „Atemlos“ getanzt worden, da spielte sich nebenan ein Drama ab. Im Mühlenteich haben nämlich hunderte Fische das vergangene Wochenende nicht überlebt. Sie mussten – obwohl in ihrem Element – der Hitze doch Tribut zollen.

Dabei waren die Petrijünger am Sonnabend noch voller Hoffnung gewesen. Sie hatten geglaubt, die Rettung ihre Bestände in letzter Sekunde geschafft zu haben, nachdem die Gefahr in der Idylle augenscheinlich geworden war. „Ein Ansatz von Blaualgen, vor allem aber viel Schaum war an der Oberfläche zu sehen“, beschreibt Hans-Joachim Beckmann die Symptome.

90 Minuten Wasser angesaugt

„Die Fische haben förmlich nach Luft geschnappt“, bestätigt Carsten Möller die Beobachtungen der Vorsitzende des Anglervereins „Perle des Flämings“. Jener hat die Gewässer im Wiesenburger Park gepachtet und kümmert sich um deren Pflege. In Sorge um das Leben von Aal bis Zander ist schließlich die freiwillige Feuerwehr „alarmiert“ worden, die prompt zur Unterstützung angerückt ist. Etwa 90 Minuten haben die Kameraden mit ihrer Technik das Wasser angesaugt und dann – angereichert um den Sauerstoff aus der Luft – wieder zurück in den Teich befördert. Die Revitalisierung des Biotops schien für das Erste gelungen.

Anglerverein seit 60 Jahren

Der Wiesenburger Angelverein „Perle des Flämings“ ist 1955 gegründet worden. Er zählt knapp 100 Mitglieder.

Sie können im Schlossteich, Inselteich, Winkelteich und Mühlenteich (alle im Park) sowie Fabrikteich (Hermann-Boßdorf Straße) angeln. Außerdem kümmern sich die Petrijünger in Absprache mit der Kommune, die an den Landesanglerverband Brandenburg verpachtet hat, um die Gewässerpflege. Gleiches gilt für den See n Jeserig/Fläming.

Dort wiederum gab es 2002 ein Fischsterben. Gleichwohl dieses Gewässer saniert worden ist, gibt es nach wie vor Probleme, das Biotop zu halten. Langsame Verlandung und ausufernde Schilfbewuchs bereiten Sorgen.

„Am Sonntag ist es leider doch gekippt“, bestätigt Frank Ebert. Der Vizechef gehörte zu den Ersten, der in der Morgensonne die grausige Entdeckung machten. Hunderte Schuppentiere trieben tot an der Oberfläche des 0,5 Hektar großen Gewässers, das durchschnittlich einen Meter tief ist. Wahlweise direkt mit Wathosen oder vom Ruderboot aus wurden die verendeten Fische aus dem mindestens 25 Grad Celsius warmen Nass eingesammelt. Mehr als 20 Angler waren bei dem plötzlich und unerwarteten Arbeitseinsatz dabei.

Inzwischen ist der Verlust schon einmal bilanziert. Rund 300 Kilogramm Weißfisch und 50 Kilogramm Edelfisch mussten entsorgt werden.

Die toten Fische am Rande des Sees

Die toten Fische am Rande des Sees.

Quelle: René Gaffron

„Das Fischsterben hat eine natürliche Ursache“, lautete das Urteil der Experten. Und nicht ausgeschlossen, dass demnächst andere Gewässer hierzulande betroffen sind Denn: Der Sauerstoffgehalt sei zu niedrig gewesen, heißt. Der Mindest-Gehalt für die Fischfauna beträgt vier Milligramm je Liter und dürfte im Mühlenteich bei weitem unterschritten gewesen sein. Noch dazu, wenn bei der Wärme die Mikroorganismen als Konkurrenten um den Sauerstoff besonders aktiv werden.

Derzeit kaum Zufluss

„Die wenigen Niederschläge haben dazu geführt, dass die Quellen, aus denen die Parkteiche gespeist werden, kaum noch Frischwasser leifern“, sagt Frank Ebert. Das reicht gerade noch, um im Inselteich das ökologische Gleichgewicht beizubehalten. Im großen Schlossteich sorgt die als Attraktion für die Besucher eingerichtete Fontäne immerhin für genügend Bewegung im Wasser.

Doch der Mühlenteich am Ende der Gewässerkette hat derzeit kaum Zufluss, ist quasi ein still stehende Gewässer noch dazu ohne Schilf oder Seerosen, die Sauerstoff produzieren können. Damit wenigstens etwas Bewegung hinein kommt, haben die Wiesenburger Angler jetzt eine leistungsfähige Pumpe installiert. „Sie ist uns von der Forellenaufzuchtanlage in Locktow zur Verfügung gestellt worden“, freut sich Frank Ebert zumindest über die Solidarität, die der Anglerverein gerade in dieser Notlage erfährt. Denn auch die freiwillige Feuerwehr steht weiter zur Seite. Allerdings noch mehr wünschen Florians- und Petrijünger sich etwas Abkühlung und Regen.

Von René Gaffron

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