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Potsdam-Mittelmark Fläming-Heimatforscher in Sorge
Lokales Potsdam-Mittelmark Fläming-Heimatforscher in Sorge
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02:16 16.08.2015
Allemal eine Entdeckung wert: Karl Koska am Grenzstein im Linther Busch. Quelle: Fotos (2): privat
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Ragösen

Fast ließe sich von gelungener Integration sprechen. Die Linther, Belziger, Niemegker, Rabener und Wiesenburger fühlen sich schließlich längst als vollwertige Brandenburger. Dabei ist es gerade einmal 200 Jahre her, dass sie ein Teil des Königreiches Preußen wurden.

Nach den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 – einschließlich Schlacht bei Hagelberg – ist Europa neu aufgeteilt worden. Sachsen musste unter anderem den Hohen Fläming abtreten. Die Grenze, die hierzulande einst weit nördlich der heutigen Kur- und Kreisstadt verlief, ist freilich längst aus den Köpfen verschwunden.

Gleichwohl noch einige Zeugen des Verlaufs wie Wälle, Gräben und Grenzsteine sichtbar sind. Sie befinden sich jedoch in teilweise erbärmlichen Zustand. Vielleicht liegt es daran, dass die Grenze nicht nur die Menschen kaum noch interessiert, sondern dass sie selbst nicht auf der Prioritätsliste des Denkmal- und Bodenschutzes steht. Fragen zu den mehr oder weniger standhaften Zeugen der bewegten Vergangenheit kann zumindest die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Bad Belzig auf Anhieb nicht beantworten. Die zuständige Mitarbeiterin sei erst seit kurzem im Amt. Auch aus dem Landesdenkmalamt Brandenburg sind eher Allgemeinplätze zu vernehmen. „Wir sind leider immer noch dabei, umfangreiche Dokumentationen im Bereich Werder/Havel, Bliesendorf, Brück, Borkheide, Beelitz, Fichtenwalde, Emstal, Rädel durchzuarbeiten und einzupflegen“, berichtet Silke Schwarzländer. In ihrer Stimme schwingt immerhin Bedauern mit, dass die Aufgabe noch nicht bewältigt ist.

Mehrere Exemplare existieren

„Grundsätzlich werden Grenzsteine als archäologische Fundplätze erfasst“, erklärt die Fachfrau. Nach Absprache mit den Kollegen der Baudenkmalpflege würden Bodendenkmaleintragungen von Grenzsteinen aber regelhaft eben nur im Zusammenhang mit archäologischen Flächen und angrenzenden Grenzverläufen soweit erfassbar und erkennbar, markiert. Dies meint die Eintragungen als Wall, Graben oder ähnlich offensichtliche Einrichtung „Derart zusammengefasste Bodendenkmalstrukturen lassen sich dann vor Ort erfahren und unterliegen bereits aufgrund der Ansichtigkeit dem Schutz“, führt die Denkmalpflegerin weiter aus. Immerhin sind drei der Steine, jene in Cammer, tatsächlich als Denkmal in die Liste eingetragen. Außerdem sind ein Stein bei Niemegk sowie der Grenzverlauf bei Busendorf als Bodendenkmäler verzeichnet.

Karl Koska am Grenzstein im Golzower Busch. Quelle: Andreas Koska

Das besondere Jubiläum in diesem Sommer war indes zumindest für die zuständigen Behörden kein Grund, den Grenzverlauf und seine Bedeutung, in den Fokus der zu rücken. Einige Heimatforscher bedauern das. Ihrer Meinung nach wäre die ehemalige Grenze nicht zuletzt touristisch interessant. Noch heute sind einige der Sandsteinmale gute Orientierungspunkte. So beim Brücker Ortsteil Neuendorf, wo noch zwei Exemplare stehen, die drei erwähnten bei Cammer und ein weiteres halbes Dutzend lässt sich zwischen Ragösen und Groß Briesen in der Nähe des Fuchsbergs entdecken. „Sie sind allerdings teilweise stark ramponiert“ beklagt Bernd Meyer. „Die Kopfteile fehlen fast überall. Doch sie sind maßgeblich. Denn darauf war die Jahreszahl der Aufstellung zu lesen“, berichtet der Experte. Der pensionierte Lehrer ist die insgesamt 220 Kilometer lange ehemalige Grenze abgewandert, hat jede einzelne Markierung kartiert.

Steine konnten wieder aufgestellt werden

Viele der 1582/83 gesetzten Steine sind nach seinen Erkenntnissen bei Bau- oder Forstarbeiten sowie bei der Umgestaltung der militärischen Areale verschwunden. So kann man heutzutage hinter dem Kasino am Truppenübungsplatz Brück einen der Grenzsteine bewundern, der auf einem Sockel platziert worden ist. Er stammt wohl aus dem Revier Hackenhausen. Ebenso gibt es ein Exemplar, das am Eingang der Brücker Grundschule ein eher unbeachtetes Dasein fristet. Manch ein Stein, so ist bekannt, ziert einen privaten Hof im Hohen Fläming.

„Einen Stein hat mal der Bauernverband für sein Museum einkassiert. Ein anderer fand sich bei einer Apothekerin in Bad Belzig“, erinnert sich der Enthusiast aus Ragösen. In beiden Fällen konnten die Steine nach Intervention am Originalschauplatz wieder aufgestellt werden.

Mehr Augenmerk und Sorgfalt lässt Familie Päpke in Treuenbrietzen und Umgebung walten. Ein zu DDR-Zeiten an der Panzerstraße sicher gestellter Grenzstein ist im Juni in Treuenbrietzen aus Anlass des historischen Datums wieder aufgestellt worden. Und: Immerhin haben auch die Museen in Bad Belzig und Beelitz je ein Exemplar im Bestand.

Von Andreas Koska

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