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Potsdam-Mittelmark Fläming-Jugend wählt gemäßigter als der Bund
Lokales Potsdam-Mittelmark Fläming-Jugend wählt gemäßigter als der Bund
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11:42 20.09.2017
Bei den U18-Wahlen durften alle Minderjährigen eine Erst- und Zeitstimme an dieselben Kandidaten und Parteien vergeben, die am Sonntag auch für die Erwachsenen zur Wahl stehen. Quelle: dpa
Bad Belzig

Exakt 222 Stimmen haben die Kinder und Jugendlichen im Hohen Fläming bei der U18-Wahl in der vergangenen Woche abgegeben. Kurz vor den „echten“ Bundestagswahlen dürfen auch die noch nicht Stimmberechtigten ihrem politischen Willen Gehör verschaffen. Von der Wahlbeteiligung könnten sich die Erwachsenen eine Scheibe abschneiden: Denn im Vergleich zu den U18-Bundestagswahlen 2013 wurde die Anzahl der Stimmzettel fast vervierfacht. „Mit dieser hohen Beteiligung bin ich sehr zufrieden“, erklärt Florian Görner. Der externe Koordinator des Lokalen Aktionsplans „Hoher Fläming“, mit der Partnerschaft für Demokratie in der Region, war quasi Wahlleiter der U18-Wahlen.

Mit der Wahlurne und den Stimmzetteln, die fast exakt den Originalen entsprechen, tourte Görner unter anderen durch Schulen in Treuenbrietzen, Brück, Bad Belzig und Niemegk. „Die Minderjährigen haben es sehr geschätzt, wählen zu dürfen und damit zu zeigen, wo sie ihr Kreuz machen würden“, berichtet Görner. Auch die Lehrer seien von dem starken Politikinteresse ihrer Schüler überrascht gewesen.

Das Wahlergebnis der Minderjährigen im Hohen Fläming bestätigte grundsätzlich den deutschlandweiten Trend. Auf 24,5 Prozent schaffte es dabei die CDU, die bundesweit bei den Unter-18-Jährigen 28,4 Prozent erhielt und stärkste Partei wurde. Wie in ganz Deutschland folgten im Hohen Fläming die SPD (18,6 Prozent) und die Grünen (17,1 Prozent). Konservativ seien die Jugendlichen und Kinder in der Region deshalb noch lange nicht, betont Florian Görner. Er vermutet, dass besonders die jüngsten Wähler den bekanntesten Namen, Angela Merkel, ankreuzten.

Florian Görner vom LAP „Hoher Fläming“ leitete die U18-Wahl in Bad Belzig und Umgebung. Quelle: Victoria Barnack

„Insgesamt wählen die Kinder und Jugendlichen bunter als die Erwachsenen“, sagt Görner. Koalitionen zu bilden, wäre mit den Ergebnissen der U18-Wahl wohl noch komplizierter, als es ohnehin ist. Große Volksparteien existierten laut Görner unter den Kindern und Jugendlichen nicht. Insgesamt 15 Prozent erhielten die kleinen Parteien bundesweit. Im Hohen Fläming stach vor allem eine Partei hervor: die Partei Mensch-Umwelt-Tierschutz. „Der Tierschutz ist ein Thema, das Kinder besonders umtreibt“, erklärt Florian Görner, „wenn dieses Thema dann bereits im Namen der Partei vorkommt, greifen die Kinder zu.“ Würden nur die Minderjährigen des Hohen Fläming wählen, wäre die Tierschutzpartei mit 6,9 Prozent sogar im Bundestag vertreten. Bundesweit erhielt sie bei der U18-Wahl 3,9 Prozent aller Stimmen. Überrascht war Wahlleiter Görner vom schlechten Abschneiden der extremistischen und populistischen Parteien.

Entgegen dem Bundestrend von 6,9 Prozent schaffte die AfD im Hohen Fläming beispielsweise nur knapp die Fünf-Prozent-Hürde. „Überraschend ist das weil, die AfD bei den Kindern sehr präsent ist“, erklärt Görner, „hier wissen sie, was die Abkürzung bedeutet. Bei großen Parteien wie SPD und CDU ist das oft nicht der Fall.“ Görner vermutet, dass der tägliche Umgang mit Flüchtlingskindern, unter anderen in Willkommensklassen, hier einen positiven Effekt auf die Einstellung der Schüler hat.

Von Victoria Barnack

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