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Fläming: Keine Angst vor Monstertrucks

Fuhrgewerbe ist entspannt Fläming: Keine Angst vor Monstertrucks

Das Fuhrgewerbe im Hohen Fläming ist entspannt. Der Feldversuch mit den Lang-LKW berührt in der Regel nicht das Marktsegment, in dem die Spediteure aus Ragösen und Medewitz tätig sind. Ein Logistiker in Brück sieht langfristig durchaus Vorteile für sein Unternehmen, wenn aus Probefahrten ein Regelbetrieb für besonders große Transporte werden kann.

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Paul-Hartmann-AG im Gewerbegebiet Brück: Es gibt stets etwas zu be- und entladen.

Quelle: Paul Hartmann AG

Bad Belzig. Von den Lastwagen mit Überlänge, den sogenannten Gigalinern, hält der Speditionsinhaber Fritz Schulze nicht viel. „Die Straßen sind dafür nicht ausgelegt“, sagt der Ragösener. Der 60-Jährige hat 1987 das Familienunternehmen von seinem Vater übernommen und langjährige Berufserfahrungen in dieser Branche. Für ihn sind die XXL-Lastwagen im Alltagsgeschäft nicht geeignet.

25 Meter lang sind sie, tragen Bezeichnungen wie Monstertrucks, Giga- oder Longliner und sind gerade in zwölf Ländern auf Probefahrt. Aktuell beteiligen sich 51 Unternehmen mit 135 Fahrzeugen an einem bundesweiten Experiment in Regie des Bundesverkehrsministeriums. Zwei Drittel der Autobahnen des Landes Brandenburg, darunter die A 9, und einige wenige Bundesstraßenabschnitte zu den Güterverkehrszentren Wustermark und Großbeeren sind für den Einsatz frei gegeben.

Maximal 40 Tonnen Gewicht bei 25 Metern Länge

Solange Lastwagen mit Überlänge auf der Autobahn fahren, mag es gehen, glaubt Fritz Schulze. „Wenn ich damit in die Stadt fahre, komme ich nirgendwo mehr durch.“ Gerade in Baustellenbereichen gäbe es kaum Platz. „Da haben unsere 17 Meter langen LKWs schon ihre Schwierigkeiten“, betont der 60-Jährige. Da die Verkehrslage auf deutschen Straßen für solche Gigaliner nicht ausgerichtet sei, mache sich der Ragösener keine Sorgen über die vermeintlichen Wettbewerber. „Die Konkurrenz kommt wo anders her – nämlich aus den Nachbarländern.“

Maximal 40 Tonnen

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat den länderübergreifenden Feldversuch mit Lang LKWs gestartet, der von der Bundesanstalt für Straßenwesen wissenschaftlich begleitet wird. Er läuft bis Ende 2016.

Die Länge der Longliner beträgt 25,25 Meter und überschreitet die Gesamtmasse von maximal 40 Tonnen nicht.

Neben dem mindestens fünfjährigen Besitz der entsprechenden Fahrerlaubnis wird von den Fahrern auch eine fünfjährige Berufserfahrung verlangt. Der Besuch eines speziellen Einweisungslehrgangs zum Lang-LKW wird für die Teilnahme am Feldversuch vorausgesetzt.

Mit dem Text sollen die Chancen und Risiken des Einsatzes dieser Longliner unter den Gesichtspunkten Umweltauswirkungen, Effizienzsteigerungen im Transport, Verkehrssicherheit und infrastrukturelle Auswirkungen untersucht werden. Weitere Informationen unter www.bmvi.de

Ähnlich sieht es Benita Neumann, Inhaberin von Kahmann Transporte & Baustoffe aus Medewitzerhütten, die den Feldversuch durchaus befürwortet. Aber sie sagt: „Longliner kommen für uns nicht in Frage, weil wir ein Kipperbetrieb sind.“ Man transportiere zwar auch Ziegelsteine, aber so ein Ausmaß brauche es dafür nicht, so die Inhaberin weiter. Überwiegend Kies, Sand und Split befördere die Firma. Befürchtungen vor einer Verdrängung hegt Benita Neumann aber nicht. „Das ist der Fortschritt und am Ende zählt die Kundentreue.“

Am Ende zählt die Kundentreue

Andreas Zielke von der Firma Paul Hartmann AG, einem europaweit agierenden Anbieter von Medizin- und Hygieneprodukten in Deutschland, steht dem aktuellen Feldversuch ebenfalls offen gegenüber. Das Unternehmen mit Stammsitz in Heidenheim hat knapp 10000 Mitarbeiter und eine Niederlassung mit eigener Logistik-Abteilung im Gewerbegebiet Brück. „Der Feldversuch mit Lang-LKW ist, vor allem durch die wissenschaftliche Begleitung, eine große Chance, ein objektives Bild über seine Auswirkungen zu gewinnen“, so Zielke. Für den Geschäftsmann ist demnach ein Einsatz der Riesentransporter auf der Strecke zwischen Baden-Württemberg und dem Hohen Fläming denkbar.

Das Unternehmen unterstreicht vor allem die ökologischen und ökonomischen Vorteile der Gigaliner. Die Produkte seines Unternehmens seien voluminös und relativ leicht. „Aufgrund der höheren technischen Ausstattung und der besseren Achs-/Gewichtsverteilung gehen wir davon aus, dass sowohl die Sicherheit als auch die Entlastung der Autobahnen in Bezug auf Verschleiß verbessert wird.“ Noch aber rollen die herkömmlichen Lastkraftwagen an die Rampen.

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Von Johanna Uminski

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