Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Fläming-Königin womöglich auf Dauer

Tourismusverband prüft Traditionen Fläming-Königin womöglich auf Dauer

Eva von Holly aus Möckern bleibt vorläufig Fläming-Königin. Ihre Amtszeit hat sich mehr oder weniger unverhofft verlängert. Der Tourismusverband stellt indes das Frühlingsfest, bei dem die Repräsentantinnen sonst immer gekrönt wurden, auf den Prüfstand. Zudem gibt es kontroverse Meinungen, wie das Ehrenamt, in die Vermarktung eingebunden wird.

Voriger Artikel
In Reckahn springt die schwere Klasse
Nächster Artikel
Mieter soll Gemeindehaus erwerben

Eine strahlende Repräsentantin für die Region: Fläming-Königin Eva von Holly aus Möckern ist jetzt das zweite Jahr im Amt.

Quelle: Andreas Trunschke

Bad Belzig. Wenn in zwei Wochen das Spektakel „48 Stunden Fläming“ zwischen Wiesenburg und Ziesar steigt, wird die Repräsentantin der Reiseregion ebenfalls vor Ort sein. Ein Wiedersehen mit Eva von Holly ist also gewiss. Sie füllt das Ehrenamt bereits das zweite Jahr aus. Ob und wie es weitergeht, ist freilich nicht so richtig geklärt und führt landauf, landab zu Fragen.

„Es ist keine Pflicht, es ist eine Ehre, ich darf zwei Jahre amtieren“, erklärt die 25-Jährige selbst dazu. Gekürt wurden die Fläming-Königinnen bislang nach einem Jury-Entscheid jeweils zu Jahresbeginn; gekrönt dann beim Fläming-Frühlingsfest. Doch um den Bestand dieser traditionellen Feierlichkeit sieht es auf jeden Fall schlecht aus.

Menzel tritt auf die Bremse

Während Frank von Holly, Bürgermeister der Stadt Möckern und Vater der aktuellen Fläming-Königin, sich vehement für eine Fortführung einsetzt, tritt Daniel Menzel spürbar auf die Bremse. Der Geschäftsführer des Fläming-Tourismusvereins will eine Einbindung des Festes in ein Gesamtkonzept für die Vermarktung. „Es soll das regionale Fest weiter geben, egal unter welchem Namen“, sagt er.

Allerdings gewinnen die Enthusiasten eher den Eindruck, dass das Fläming-Frühlingfest nur noch auf wenig Gegenliebe beiderseits der Landesgrenze stößt. Im Jahre 2012 hatte man das Fest noch wegen des Deutschen Wandertages in und um Bad Belzig elegant abgesagt. Im Jahr darauf aber fiel die Veranstaltung einfach und ohne große Erklärung aus.

Gleichwohl sich der Tourismusverband Fläming aus jeglicher Finanzierung zurückgezogen hat, hatte sich die Stadt Baruth/Mark (Teltow-Fläming) im Vorjahr bereit erklärt, das Frühlings-Ereignis auszurichten. In diesem Jahr folgte eine kurzfristige Absage einer sachsen-anhaltinischen Kommune. Für das kommende Jahr ist ebenfalls nichts in Sicht.

Die Familie unterstützt sie

Stellt sich die Frage, wie lange die aktuelle Majestät weiter von der Partie ist. Schon ihre Vorgängerin Andreas Wesnick aus Gölsdorf (Teltow-Fläming) war 2012 bis 2014 unverhofft wegen der geschilderten Bedingungen über 22 Monate im Amt geblieben. Zumindest ist Eva von Holly eine leidenschaftliche Repräsentantin, wie viele Veranstalter zwischen Zerbst, Ziesar und Zossen längst wissen. „Ich werde nach wie vor oft angefragt, organisiere alles selbst, entscheide wohin ich gehe“, berichtet die amtierende Königin. „In der Regel bereitet das Freude.“ Die Familie unterstützt sie mit aller Kraft.

Daniel Menzel aber sieht Verbesserungsbedarf. „Die Fläming-Königin ist unsere Botschafterin und doch irgendwie gar nicht in unsere Marketingstrategie eingebunden“, lautet die Kritik aus Beelitz, wo der Verband residiert. Deshalb möchte dessen Geschäftsführer die Rolle überdacht wissen. „Allerdings soll auf jeden Fall an dem Amt festgehalten werden“, betont der Chef, der seit Jahresbeginn den Posten bekleidet.

Markenkonferenz in Planung

Seine neuen Überlegungen werden demnächst von den fünf Landräten aus den beteiligten Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming auf der brandenburgischen Seite sowie Wittenberg, Jerichower Land und Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt vorgestellt. Im Oktober ist dann die zweite sogenannte Markenkonferenz des Verbandes geplant. „Dann müssten wir wissen, wie es mit dem Königinnenamt und dem Frühlingsfest weitergeht“, bittet Daniel Menzel noch um etwas Geduld.

Frank von Holly, Bürgermeister von Möckern (Jerichower Land), ist Fläming-Enthusiast.

MAZ: Weshalb wollen Sie das Fläming-Frühlingsfest als Tradition erhalten?

Frank von Holly : Es ist ein Ausdruck unserer Region. Ich sehe es zum einen als Haltefaktor für hier wohnende Menschen und zum anderen als eine Werbeplattform gegenüber den auswärtigen Besuchern.

Die Zukunft sieht nicht so rosig aus.

von Holly: Der Wille, das Fest zu veranstalten, muss von den Leuten vor Ort kommen. Termin: am besten vor den 1. Mai. Danach sind die Veranstaltungskalender schon zu voll und der Effekt für das Jahr verpufft. Kontinuität ist außerdem ganz wichtig.

Wie lautet Ihr Resümee?

von Holly : Ich habe den Eindruck gewonnen, dass im Tourismusverband Fläming nur wenig bis gar kein Interesse an dem Fest besteht. Meine Zeit, sich dafür einzusetzen, ist begrenzt. Schließlich muss ich mich um meine Stadt mit immerhin 27 Ortsteilen kümmern. Trotzdem hoffe ich natürlich , noch das 17.  Fläming-Frühlingsfest in meiner Amtszeit erleben zu können.

Von Andreas Koska

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg