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Fläming-Radler auf Reformationskurs

Niemegk Fläming-Radler auf Reformationskurs

Großes und kleines Jubiläum kommen zusammen. Bei der fünften Auflage der Fläming-Burgenradtour wird von Niemegk aus die Reformation gewürdigt. Nicht von ungefähr erfahren die Organisatoren und Teilnehmer bei der ersten Etappe also besondere Wertschätzung in Lutherstadt Wittenberg.

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Kerstin Panzner und Hans-Joachim Urmann sind schon startklar für die fünfte Auflage der Fläming-Burgenradtour.

Quelle: Andreas Koska

Niemegk. Als Kerstin Panzner und Hans-Joachim Urmann im Vorfeld des Deutschen Wandertags, der 2012 im Fläming stattfand, ihrerseits die Idee einer „Fläming-Burgenradtour“ vorstellten, blickten sie mitunter in zweifelnde Gesichter. Inzwischen gibt es zur Skepsis keinen Grund mehr.

Die Etappenfahrt findet am Wochenende zum fünften Mal statt. Regelmäßig nehmen zwischen 80 und 100 Personen an den vier Tagesabschnitten der Tour teil. Nur im vergangenen Jahr war die Rundfahrt aus organisatorischen Gründen etwas kürzer. „In Jüterbog gab es nur drei Etappen“, berichtet der Organisationschef. Der Ur-Berliner hat lange Zeit in Wittstock/Dosse gelebt und dort die Entwicklung der Tour der Prignitz verfolgt. „Wir wollten hierzulande etwas ähnliches hier auf die Beine stellen. Aber nicht ganz so groß“, sagt Hans-Joachim Urmann. „So wie es jetzt ist, ist es wunderbar“, zeigt er sich zufrieden.

Vier Etappen im Überblick

1. Etappe startet am Sonnabend auf dem Marktplatz Niemegk. Es geht über Zixdorf und Berkau nach Lutherstadt Wittenberg (Mittagsrast), zurück über Abtsdorf, Weddin, Boßdorf und Garrey (60 Kilometer).; abends Chorkonzert.

2 Etappe am Sonntag von Niemegk über Zeuden, Dietersdorf nach Rietz (Mittagsrast) zurück über Treuenbrietzen, Nichel, Niederwerbig und Haseloff (45 Kilometer).; abends offenes Kulturhaus, abends Konzert mit Kammerorchester.

3. Etappe startet am Montag. Es geht von Niemegk über Ziezow, Baitz und Schwanbeck nach Bad Belzig (Mittagsrast) und Borne, Grubo, Raben, Rädigke und Lühnsdorf (50 Kilometer); abends Stadtführung mit Jutta Linthe.

4. Etappe am Dienstag, von Niemegk über Treuenbbrietzen nach Beelitz (Mittagsrast) zurück über Bracjwitz,m Schlalach, Nichel, Niederwerbig und Haseloff (65 Kilometer).

Treff immer 9 Uhr, Abfahrt 9.30 Uhr ab Niemegk, Kirchplatz.

Selbstverständlich steht die Tour dieses Mal im Zeichen der Reformation und Martin Luthers. Ein großes und ein kleines Jubiläum fügen sich gut: Vor 500 Jahren wurden die 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen. Das regionale Radspektakel erlebt seine fünfte Auflage. „Es soll keine sportliche Herausforderung werden“, betont Kerstin Panzner, die ihrem Mann bei Vorbereitung und Durchführung nach Kräften unterstützt. „ Es geht uns ums Radwandern. Deshalb wird das Tempo gemäßigt gehalten und übersteigt nicht 15 Kilometer je Stunde“, berichtet sie. Die beiden Chefs werden von einem Team unterstützt, das die Routen abfährt und erkundet.

Besonders eng, arbeitet es mit dem traditionsreichen Rietzer Radfahrerverein zusammen. Für die Burgenradtour wurde jedoch ein eigener Verein gegründet: der Fläming- Burgenradtour-Radfahrverein. Dessen Mitglieder sehen sich ein wenig in der Tradition des Niemegker Radvereins „Edelweiß“ von 1911.

Das Schild des Radfahrvereins

Das Schild des Radfahrvereins.

Quelle: Andreas Koska

In diesem Jahr steht also Niemegk als Start- und Zielort jeweils im Mittelpunkt des Interesses. Gleich die erste Etappe führt zur Wiege der Reformation Wittenberg. Dort werden zwei Stunden Pause eingelegt, die Radfahrer werden dabei vom Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), der Stadtwache sowie Vertretern der Kirche empfangen. So biel zur Wertschätzung der Initiative auch auf der anderen Fläming-Seite. Insgesamt 60 Kilometer werden die Radler hinter sich gebracht haben, wenn sie wieder in Niemegk ankommen. Dann erwartet sie ein Konzert in der Niemegker Stadtkirche mit dem heimischen Kirchenchor und dem Gemischten Chor Bad Belzig.

An den Folgetagen geht es nach Bad Belzig, Treuenbrietzen und Beelitz, immer als Rundweg mit Strecken zwischen 45 und 65 Kilometern. Meist auf Nebenstrecken zwar, aber doch nicht mit Sperrungen oder Eskorte für das Peleton. „Hier gilt es, Rücksicht zu nehmen auf unsere Teilnehmer“, bittet daher der Chef der Tour. Die meisten sind, wie die Organisatoren, über 60 Jahre alt. Außerdem sind Familien mit Kindern unterwegs.

Große Freude vor Beginn der Tour

Große Freude vor Beginn der Tour.

Quelle: Andreas Koska

„Die Tour bringt Gäste aus nah und fern zusammen“, sieht der 70-Jährige das Angebot als einen touristische Höhepunkt für das Niemegker Land. „Im besten Falle kommen die Auswärtigen wieder, beziehen Quartier in Ferienwohnungen und geben unter anderem Geld in der hiesigen Gastronomie aus“, erklärt er sein Anliegen.

Willkommen ist auch, wer spontan teilnimmt – und zwar für 5 Euro am Tag. Weitere 5 Euro sind für das Mittagessen einzuplanen. Bei der Rast gibt es zudem noch motivierende Unterhaltung durch den Auftritt der bei den Teilnehmern beliebten Gaukler Geronimus und Olivarius von der Taube.

Mehr unter www.flaeming-burgenradtour.de

Von Andreas Koska

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