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Fläminger Kids räumen beim Umweltpreis ab

Junior-Ranger beeindrucken mit Theaterstück Fläminger Kids räumen beim Umweltpreis ab

Bei der jüngsten Preisverleihung des Umweltpreises des Landkreises Potsdam-Mittelmark haben die Kinder aus dem Fläming ordentlich abgesahnt. Platz 1 und 2 gingen an den Nachwuchs aus der Region. Auf dem Vizerang landeten die Schüler der Grundschule Wiesenburg, von ganz oben grüßen die „Junior-Ranger“ der Naturwacht Hoher Fläming.

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Die Zwillinge Sandro (links) und Jonas Horn mit dem von ihnen gewerkelten und nun prämierten Vogelhaus.

Quelle: Carsten Neumann

Wiesenburg. Das ausgezeichnete Vogelhäuschen wird jetzt im Schulgarten aufgestellt. „Das Futter haben wir schon für die nächsten zehn Jahre“, lacht Karina Friedrich. Grund zur Freude hat sie neuerdings ausreichend, haben ihre Kids doch beim diesjährigen Jugendumweltpreis mächtig abgeräumt.

Die Erzieherin hat das Futterhaus gemeinsam mit zwölf Kindern aus dem Hort der Grundschule „Am Schlosspark“ gebaut. Die Kleinen hatten zuvor Entwürfe gefertigt, die Tischlerei Spatzier sorgte für das Material und dann wurde gemeinsam gewerkelt. Diese Aktivität war nur eine von vielen rund um die Natur in Wiesenburg. Grund genug für die Schule, sich damit um den Jugendumweltpreis des Landkreises zu bewerben. Dort räumte sie ab und errang den mit 650 Euro dotierten zweiten Preis.

650 Euro für den zweiten Platz

Jüngst fand nun in Werder die Preisverleihung statt. „Es war unsere zweite Teilnahme und zum zweiten Mal gab es den zweiten Preis“, jubelt Ilona Zehnsdorf. Die Schulleiterin sieht die Auszeichnung auch als Belohnung für eine über Jahre andauernde Arbeit rund um den Park. Denn neben dem Vogelhäuschen wurde ein Video über die Projekttage an der Schule für den Wettbewerb eingereicht.

Die Platzierungen

1. Platz: 850€ Naturwacht Hoher Fläming – Junior-Ranger, Projekt: 100 freiwillige Stunden für die Moorlandschaft – daraus entstand zusätzlich das Theaterstück „Lilly´s Abenteuer im Moor“

2. Platz: 650€ Grundschule „Am Schloßpark“ Wiesenburg, Projekt: Kurzfilm zu Projekttagen rund um den Wiesenburger Park

3. Platz: 450€ Die Brücke e.V. Gemeinde Nuthetal, Projekt: Mülldedektive – Einsammeln von Müll –Vom Abfall zur Kunst und Fotodokumentation für Ausstellungen zu dieser „Unkultur“ Müll in der Landschaft zu verteilen

4. Platz: 350€ Grundschule „Anne Frank“ Teltow Projekt: „Bio-Olympiade“

5. Platz: 250€ Grundschule „Am Beetzsee“ Radewege, Projekt: Tischspiel aus Ton - Vogelrallye

6. Platz: 150€ Groß & Klein e.V. - Förderverein für Kinder in Bergholz Rehbrücke, Projekt: Worauf können wir verzichten, um unsere eine Welt besser zu schützen?

7. Platz: 100€ Job e.V. Jugendhaus Werder (Havel): Team „Flexible ambulante Hilfen“, Projekt: Fotografien zu bedrohten Tierarten

In der Schule wird ferner für die fünften und sechsten Klassen ein Neigungsunterricht unter der Leitung von Parkleiter Ulrich Jarke angeboten. In diesem helfen die Schüler beim Pikieren der Pflanzen, beteiligen sich am Stecken der Zwiebeln, setzen Maiglöckchen um, markieren die Gewächse mit Schildern oder legen eine Benjes-Hecke an. „Alle zwei Jahre gibt es eine Parkrallye mit Fragen zum Park. Die erfolgreichen Teilnehmer erhalten einen Pass, der sie als Parkexperten ausweist“, berichtet Zehnsdorf. „Es geht uns tatsächlich um Nachhaltigkeit“, fügt sie hinzu. Was mit dem Preisgeld geschieht, ist noch nicht klar. Als Favorit gilt bisher die Aufstellung einer Sitzbank aus Naturholz am Spielplatz. Noch ist jedoch nichts entschieden, denn endgültig sollen es die Schüler bestimmen. So gibt es auch den Vorschlag, weitere Fahrradständer aufzustellen.

„Es geht um Nachhaltigkeit“

Darüber hinaus ging auch der erste Preis in den Fläming, die Junior-Ranger der Naturwacht räumten ihn ab. Auch sie standen schon im Vorjahr auf dem Treppchen. Die 20 Kinder und Jugendlichen hatten sich im Vorfeld in Neuehütten rund 100 Stunden lang mit der Moorlandschaft im Fläming beschäftigt. Sie erfuhren, angeleitet von Marina Czepl, weshalb die Moore gefährdet sind und im Fläming heute kaum noch vorkommen.

Gründe für das Moorschrumpfen sind demnach unter anderem die zu starke Torfnutzung in der Landwirtschaft und die folgende Demineralisierung des Bodens. „Den Menschen fehlt in Bezug auf die Natur leider oft die Weitsicht”, sagt die Expertin. Zum Thema übten die Kinder ein passendes Theaterstück ein. Dieses handelt von einem kleinen Mädchen namens Lilly. Lilly wandelt durch den Wald und wird plötzlich verzaubert. Sie schrumpft. Nun ist sie so klein, dass sie vorübergehend sogar Angst haben muss, von Grasfröschen gefressen zu werden. Zum Glück taucht schnell eine Libelle auf, die Lilly rettet. Sie zeigt ihr zum Beispiel die Mooreidechse, die auf den Menschen aufgrund seiner Aktivitäten im Moor gar nicht gut zu sprechen ist.

Theaterstück rund um Lilly

Diese herzallerliebste Geschichte überzeugte die siebenköpfige Jury, der auch drei Kinder angehörten – die Junior-Ranger holten den Sieg. Was mit dem Preisgeld von immerhin 850 Euro geschieht, steht bereits fest. Es wird für neue Projekte der Ranger verwendet.

Insgesamt hatten sich sieben Gruppen aus dem Landkreis um den Preis beworben, keine davon ist leer ausgegangen. „Ob wir uns im nächsten Jahr wieder beteiligen, ist noch nicht klar, für die Schüler ist es jedoch Motivation und Ansporn“, hat Ilona Zehnsdorf festgestellt. Deshalb stehen die Zeichen derzeit auf Grün.

Von Andreas Koska

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