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Flammen am Saarmunder Berg

Nuthetals Feuerwehr im Einsatz für die Natur Flammen am Saarmunder Berg

Nuthetaler Brandbekämpfer haben am Samstag ein Feuer gelegt. Sie rückten mit Gasbrenner und Schutzanzug an, um die Heide am Saarmunder Berg in Flammen zu setzen – für einen guten Zweck. Wie bei Buschbränden in der Serengeti sollte Platz geschaffen werden für neues Leben. Nur das Wetter war nicht wie in der Serengeti.

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Einsatz unter erschwerten Bedingungen: Die Feuerwehrmänner brennen altes Heidekraut ab, für den erhofften Buschbrand war es zu feucht.

Quelle: Christel Köster

Saarmund. Es passiert nicht alle Tage, dass Brandbekämpfer anrücken, um Feuer zu legen. Zehn Nuthetaler Feuerwehrmänner sind am Samstag am Saarmunder Berg mit Gasbrennern und Schutzanzug aufgetaucht. Ihre Mission: 0,7 Hektar Heide in Brand setzen. Das erwies sich allerdings als ein schwieriges Unterfangen, weil der Wettergott nicht mitspielte. Ausgerechnet kurz vor dem lange geplanten Termin hatte es geregnet. Die Heide war feucht wie lange nicht mehr an dem Samstagvormittag, an dem die Feuerwehrleute so etwas wie einen Buschbrand am Saarmunder Berg auslösen wollten. Es sollte ein bisschen wie in der Serengeti sein, wo Brände regelmäßig Platz schaffen für neues Leben. Wegen der Nässe konnten die Feuerwehrleute nur einen kleinen Abschnitt der Heide abbrennen, deshalb soll im Herbst der Auftrag vollendet werden.

„Ideal wäre trockenes Frostwetter gewesen“, sagte Katrin Greiser, Mitarbeiterin der Naturparkverwaltung. Der Saarmunder Berg liegt im nördlichsten Zipfel des Naturparkes Nuthe-Nieplitz und ist ein europäisches FFH-Schutzgebiet. Das Flämmen der Heide muss daher gut organisiert sein und kann nicht spontan einfach mal so durchgeführt werden. Vorher wird zum Beispiel der Segen des Landesamtes für Umwelt und der Unteren Naturschutzbehörde gebraucht. Die Feuerwehrleitstelle in Brandenburg muss auch Bescheid wissen, wenn am Saarmunder Berg Rauchschwaden aufsteigen – in dem Fall für einen guten Zweck. Beim Abbrennen der Heide geht es um den Erhalt und die Erneuerung einer in Brandenburg nur noch selten vorkommenden Naturlandschaft. Beim Flämmen, wie es im Fachjargon heißt, wird das alte, degenerierte Heidekraut beseitigt, um die Heide zu verjüngen. Wurzeln und Samen in der Erde bleiben vom Feuer unberührt und können frische Triebe ausbilden, erklärte Katrin Greiser. Kurzum: Das Feuer macht den Weg frei für neues, vitales Leben.

Mit Tee, Kaffee und Kuchen wurden die Nuthetaler Feuerwehrmänner gut versorgt von den Frauen vom Naturpark Nuthe-Nieplitz

Mit Tee, Kaffee und Kuchen wurden die Nuthetaler Feuerwehrmänner gut versorgt von den Frauen vom Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Quelle: Christel Köster

Zum Schutz von Flora und Fauna erfolgt das Abbrennen außerhalb der Vegetationsperiode, am besten in der kalten Jahreszeit, wenn die Natur noch Winterschlaf hält. Deshalb wurde ein Februar-Termin gewählt. In der Heide am Saarmunder Berg lebt zum Beispiel die Zauneidechse. „Im Februar ist die Zauneidechse noch in der Winterstarre“, sagte Corinna Zick, Leiterin der Naturwacht im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Das Tier liegt unterm Sand, hat seine Körpertemperatur auf ein Minimum heruntergefahren und bekommt von den Flammen an der Oberfläche nichts mit.

Den Nuthetaler Brandbekämpfern bringt die Rolle als Helfer für die Natur viel Lob ein. „Das sind ganz tolle Leute“, sagte Katrin Greiser, die noch erzählte, wie sie das Heideflämmen vorbereiten wollte und sich am anderen Ende der Telefonleitung passend zur Aktion ein Herr Heide meldete. So heißt Nuthetals Gemeindewehrführer, für dessen Feuerwehrmänner das Abbrennen der Heide eine Abwechslung ist, die freilich am feuchten Samstag zur mühsamen Arbeit wurde. Beim letzten Flämmen 2008 waren die Bedingungen andere. Die Heide war trocken und brannte gut. „Damals haben wir einen Überdrucklüfter genutzt – als künstliche Windquelle, die das Feuer weiter anfachte“, erzählte Gemeindewehrführer Mathias Heide. Das Löschfahrzeug stand bereit und die Schläuche waren ausgerollt, falls sich das Feuer unkontrolliert ausgebreitet hätte. „Feuer legen kann jeder, das Ganze aber sicher zu machen, kann nur die Feuerwehr“, sagte er.

Entdeckertour zum Saarmunder Berg

Der Saarmunder Berg gehört zu einem sogenannten Endmoränenbogen, der 18 Kilometer lang ist und vom Potsdamer Brauhausberg bis nach Zauchwitz reicht, weiß Corinna Zick, Gebietsleiterin der Naturwacht im Naturpark Nuthe-Nieplitz.

Wer mehr über den Saarmunder Berg und dessen Flora und Fauna erfahren will, sollte sich den 21. Mai vormerken. An dem Tag lädt Corinna Zick ab 9.30 Uhr zu einer Tour in die Heidelandschaft des Berges ein. Anmeldung: 033732/50631 oder 0175/7213090.

 

Von Jens Steglich

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