Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Flotte Bienen und die Frau des Wodkakönigs
Lokales Potsdam-Mittelmark Flotte Bienen und die Frau des Wodkakönigs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:16 03.12.2015
Karion Hanusch mit dem 6. Band der Brücker Geschichten. Quelle: Andreas Koska
Anzeige
Brück

Nach sechs Jahren fleißiger Arbeit hat sich die Brücker Schreibwerkstatt aufgelöst. Trotzdem erscheint pünktlich zum Weihnachtsfest der 6. Band der Reihe „Geschichten aus Brück und anderswo“. Diesen verantwortet Karin Hanusch ganz allein.

„Früher-später-jetzt“ ist der Titel der auf 250 Seiten zusammengetragenen Geschichten. Wieder einmal erfährt viel Neues aus der Ackerbürgerstadt. „Die Bereitschaft der Brücker Geschichten zu erzählen, mir Dokumente vorbeizubringen, war riesig“, ist Hanusch immer noch begeistert. Anrufe wie „Meine Mutter hat einiges aufgeschrieben, wollen Sie es haben?“ oder „Kannst du es entziffern?“ waren nicht ungewöhnlich. Sie sind jetzt als Kapitel im Buch verewigt. „Aufgeschrieben für meine Kinder“ ist das Ergebnis der ersten Anfrage.

Die Frage nach der Entzifferung war komplizierter. Der Vater von Horst Brandenburger hat in der französischen Kriegsgefangenschaft Tagebuch geschrieben – 60 mit Bleistift und alter Handschrift eng beschriebene Seiten. Es hat Wochen gedauert, bis Karin Hanusch alles entziffert hat, jetzt ist der Inhalt Teil des Buches.

Ebenso die Geschichte des Vaters von Hans Neupauer, der den Anzug für die Hochzeit aus den USA zugeschickt bekam. Man erfährt, dass die Ehefrau des „Wodkakönigs“ von Berlin, Sergej Schilkin, aus Brück stammt. Vom Rollfuhrunternehmer mit Handbetrieb und den Flotten Bienen, einer Gruppe motorisierter Frauen, berichtet Karin Hanusch ebenso wie von der Schlacht bei Halbe und der Flucht einiger Soldaten in Richtung Brück. Mit einem eigenen Kapitel würdigt Hanusch das Wirken des Chronisten Walter Ehle.

Zwei Präsentationen

Das „Früher. Später. Jetzt“ hat 250 Seiten und reich illustriert. Es kostet 9,40 Euro.

In der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt wird das Buch am heutigen Dienstag um 14 Uhr vorgestellt. Am kommenden Donnerstag folgt eine Präsentation um 19 Uhr in der Gaststätte, „Stadtmitte“.

Die Brücker Mandolinengruppe umrahmt die Vorstellungen musikalisch.

Ein anderer Abschnitt erklärt die Bedeutung einiger Straßennamen in Brück. „Wir haben Geschichten nicht nur aus der Stadt, Rottstock, Gömnigk, Trebitz und Neuendorf sind ebenfalls dabei, nur aus Stromtal habe ich keine Geschichten“, erläutert die Autorin. Der Band wird am 1. und 3. Dezember offiziell vorgestellt, dann ist auch Verkaufsstart. Ob es noch weitere der Geschichten-Bände geben wird, darüber will sich Karin Hanusch nicht äußern. „Der 4. Band war der letzte, der 5. der allerletzte, jetzt will ich nichts mehr dazu sagen“, sagt die Dame, für die das Schreiben eine Sucht und Therapie gleichzeitig ist.

Die pensionierte Lehrerin schreibt parallel ihre Lebenserinnerungen und ist schon beim achten Band angelangt, außerdem soll die Familienchronik ihres sorbischen Mannes fertig werden. „Ich habe zwar noch eine Menge Brücker Geschichten, aber dies wird wohl warten müssen“, sagt sie deshalb. Ihre Ehemann Klaus ist rigoroser. „Mit mir nicht, sie soll sich nicht stressen, sondern an ihre Gesundheit denken“, sagt er und verweigert die Mitarbeit.

Immerhin ist er für die Herstellung des Layouts und das Einfügen der vielen Bilder zuständig. Jetzt liegt jedoch der neue Band vor, der Probedruck ist abgenommen, Vorbestellungen häufen sich und die Bände werden persönlich in der Druckerei in Barleben abgeholt. „Wir freuen uns auf die Lesungen“, sagt Hanusch, „und haben einiges vorbereitet“.

Von Andreas Koska

Potsdam-Mittelmark Neues Haus für Brücker Schule - Abgeordnete ebnen Weg für Anbau

Die beengten Verhältnisse an der Brücker Grundschule sollen schnellstmöglich beendet werden. Zumindest haben die Stadtverordneten jetzt die Auftragsvergabe zur Vorplanung eines massiven Anbaus beschlossen. Das zweigeschossige Gebäude soll möglichst zum Schuljahr 2017/18 in Betrieb gehen.

09.04.2018

Tragischer Unfall in Bensdorf (Potsdam-Mittelmark): Ein Mann will sein Grundstück verschönern und klettert dafür auf eine Leiter. Dann fällt er herunter – und verletzt sich so schwer, dass er stirbt.

30.11.2015

Die Mitarbeiter des Krankenhauses Bad Belzig haben binnen eines Jahres 152 Gefährdungsanzeigen geschrieben. Zum Selbstschutz, weil sie die geforderten Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Dass es fast überall in den deutschen Kliniken solch personelle Nöte gibt, tröstet gerade die Pflegekräfte nicht. Nicht nur die Gewerkschaft sorgt sich um das Patientenwohl.

01.12.2015
Anzeige