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Potsdam-Mittelmark Flucht auf Leben und Tod durch London
Lokales Potsdam-Mittelmark Flucht auf Leben und Tod durch London
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15:44 20.12.2017
Auf der Flucht: Luise und ihre Ziehmutter Christine Gräfin von Lindau (verkörpert von Swetlana Neumann). Quelle: promo
Wiesenburg

Der Vater ist tot und das Kind in Deutschland nicht mehr sicher. Christine Gräfin von Lindau bringt Luise, die uneheliche Tochter des deutschen Kaisers Friedrich III., heimlich außer Landes, hofft sie doch, dass das Mädchen in London aus der Schusslinie ist. Doch weit gefehlt, auch in der britischen Hauptstadt stellen ihr die Häscher nach. Luise und ihre Ziehmutter bleiben auf der Flucht. Nach „Kaiserkind“ von 2016 legte Swetlana Neumann nun nach: „Kaiserwaise“ knüpft an das Geschehen an, nun jedoch in London.

Kaiser-Trilogie

Die Geschichte von Luise, der unehelichen Tochter von Kaiser Friedrich III., erzählt Swetlana Neumann in drei Teilen.

Zahlreiche Personen hat es gegeben, darunter den Kaiser und die Gutsherren von Wiesenburg und Golzow. Neumann verwebt eine fiktive Handlung mit realen Kulissen und Persönlichkeiten.

„Kaiserkind“ erschien 2016 in Neumanns Wiesengrund-Verlag. Darin geht es um Luises Herkunft. Handlungsorte sind unter anderem Wiesenburg, Potsdam und Berlin.

„Kaiserwaise“ kam vor kurzem auf den Markt und hat 456 Seiten. Das Geschehen verlagert sich nach London. Die Bücher kosten jeweils 18,50 Euro.

Ziel der Autorin ist es, die Trilogie im kommenden Jahr zu vollenden.

Mehr zu dieser Reihe und weiteren Büchern unter www.wiesengrund-verlag.de

Wie schon bei „Kaiserkind“ nimmt die Fortsetzung von der ersten Seite an unglaublich Fahrt auf. Im Eilschritt jagt der Leser durch London im Jahre 1888. Die Tower-Bridge entsteht, an allen Ecken und Enden zeigt sich der Wandel, boomt es. Wieder greift sich Swetlana Neumann Orte und Personen heraus, die bekannt sind oder einen Ruf haben. Jack the Ripper ist darunter.

Straßenkinder, die an Oliver Twist erinnern, helfen den Protagonisten, sich in der Metropole zurecht zu finden. Was ein Mädchen mit dem Leben bezahlt: Es hatte die Kleidung mit Luise getauscht und ähnelt ihr so genau, dass ein Häscher es erschoss und Ziehmutter Christine glaubte, Luise sei tot. Doch viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihr nicht.

Die Autorin und Verlegerin Swetlana Neumann aus Wiesenburg (Potsdam-Mittelmark) tritt bei szenischen Lesungen ihrer Kaiser-Trilogie als Christine Gräfin von Lindau auf. Ehemann Sirko Neumann ist mit von der Partie. Quelle: promo

Rückblick auf Teil 1: Major Wichard von Rochow, Gutsherr auf Golzow, wirkte weit über seiner Güter hinaus im Staate Preußen. In ihrer Trilogie weist Swetlana Neumann ihm die Rolle einen kaisertreuen Dieners zu, der für das Wohl seines Herrn und den Schutz der Ordnung über Leichen gehen würde. Von Rochow hat Wind davon bekommen, dass Kronprinz Friedrich Wilhelm, Sohn Kaiser Wilhelm I. ein uneheliches Kind hat. Die Mutter und das Kind müssen weg, sie könnten zur Gefahr für das Herrscherhaus Hohenzollern werden. Tatsächlich gelingt es den gedungenen Mördern, Mutter und Tochter zu trennen. Luise kommt ins Waisenhaus, wo sie Christine Gräfin von Lindau aufspürt und sie ihrer annimmt.

Die Autorin und Verlegerin Swetlana Neumann aus Wiesenburg (Potsdam-Mittelmark) ist auf Vorder- und Rückseite ihres 2017 erschienen Buches „Kaiserwaise" zu sehen. Quelle: promo

Im ersten Teil agiert das kleine Mädchen Luise recht wenig. Nun tritt sie ins Erscheinung. Es schält sich eine eigene Persönlichkeit heraus. Derweil viele denken, sie sei tot, nimmt sich der gleichaltrige Dieb Edward ihrer an und gewährt ihr Schutz an einem der dunkelsten Orte London, im East End. Dort lauern ganz andere Gefahren. In Whitechapel zieht gerade ein Hurenmörder eine blutige Spur durch die Straßen.

Für Swetlana Neumann neigt sich ein ereignisreiches Jahr seinem Ende entgegen. Neben zahlreichen Märkten, unter anderem in Görzke und zuletzt in Lühnsdorf, hat sie sich erstmals an beiden großen deutschen Buchmessen beteiligt. „In Leipzig habe ich die Leser getroffen, in Frankfurt Geschäfte gemacht“, fasst sie zusammen. In Leipzig sind vier Tage lang Besuchertage, „man trifft auf alle Schichten und kann sich mit dem Leser direkt unterhalten – wie auf einem Markt, der direkte Kontakt“, schwärmt sie.

Die Messe in Frankfurt am Main, die immer im Herbst läuft, sei wegen ihrer Fachbesucher wertvoll. „Dort trifft man auf Buchhandlungen.“ Mittlerweile hat sie 14 Kinderbücher, ein Hörbuch, vier historische Romane, fünf Fantasy-Romane und zwei belletristische Titel im Programm. Nur ein Teil stammt aus ihrer Feder. Und sie hält weiter die Augen auf: „Wie in Leipzig habe ich vielleicht auch in Frankfurt eine neue Autorin gefunden.“

In Frankfurt lief ihr ein Agent über den Weg, der sich für Neumanns Marienkäfer Paule interessiert. „Diese Agentur will prüfen, ob mein Paule auch in anderen Ländern veröffentlicht werden könnte“, erzählt sie. Ins Ausland kommt der Marienkäfer aus dem Wiesengrund so oder so. Ein Qualitätsspielzeugladen aus Italien hatte in Frankfurt gleich eine Bestellung für ein Paule-Bücher ausgelöst.

Und die Trilogie? „Kaiserfeind“ soll im September 2018 erscheinen. Wo Swetlana Neumann diesen Teil spielen lässt, ist noch ungewiss.

Von Heiko Hesse

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