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Potsdam-Mittelmark Flucht nach Shanghai und La Paz
Lokales Potsdam-Mittelmark Flucht nach Shanghai und La Paz
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17:44 10.11.2017
So könnte ein Fluchtkoffer ausgesehen haben. Quelle: Stich
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Kleinmachnow

Auf ganz unterschiedliche Art und Weise blicken die Kleinmachnower derzeit auf ihre reich bewegte Vergangenheit zurück. Jüngstes Beispiel: Am Donnerstagabend wurde im ehemaligen „Judensammelhaus“ Auf der Drift 12 die Ausstellung „Emigration“ eröffnet. Sie ist noch am Samstag und am Sonntag zu sehen. In gewisser Weise ist sie eine Fortsetzung des Projekts „Wurzeln“, mit dem die Museumsinitiative vor wenigen Wochen in der Karl-Marx-Straße 117 für Aufsehen sorgte.

„Emigration“ – zusammengestellt von der Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine“ unter Leitung von Martin Bindemann – beschäftigt sich mit Menschen, die die Gemeinde verlassen mussten. Für Bindemann, der eng mit Kleinmachnow verbunden ist und jetzt als Diakon in der Kirchengemeinde Teltow tätig ist, ist das Thema „Emigration“ eine logische Fortsetzung des Stolperstein-Projekts. Denn das wiederum erinnert an die letzten frei gewählten Wohnorte der Nazi-Opfer – meist Juden – zur Zeit des Dritten Reichs.

„Wenn Menschen Kleinmachnow verlassen mussten, dann kann das ganz unterschiedliche Gründe gehabt haben“, so Bindemann. Er und seine Mitstreiter wollen das universale Thema „Emigration“ auf Kleinmachnow herunterbrechen und die Schicksale der betroffenen Menschen erforschen. „Die Ausstellung ist eine erste Zwischenbilanz, wir stehen noch ganz am Anfang.“ Was sich aber schon jetzt abzeichne, so Bindemann, sei die Tatsache, dass die Fluchtrouten zum Beispiel über den Balkan damals wie heute dieselben waren. „Das sollte uns wirklich zu denken geben, wenn wir über Geflüchtete nachdenken.“

In der Ausstellung, für die der Eigentümer des geschichtsträchtigen Hauses Auf der Drift 12 seinen Anbau zur Verfügung gestellt hat, sind Stationen und Bedingungen der Flucht dargestellt. Einzelne Schicksale scheinen auf, in einem Koffer haben die Organisatoren zusammengestellt, was für Utensilien Flüchtlinge mitnehmen konnten. Denn das Verlassen der Heimat geschah oft überstürzt und unter Bedrohung von Leib und Leben.

Eine Landkarte zeigt, wohin Kleinmachnower geflüchtet sind – das reicht von Shanghai bis La Paz in Bolivien. Sie ist auch der „Link“ zur Ausstellung „Wurzeln“. Dort wurde eine Landkarte präsentiert, die zeigte, woher die Menschen stammen, die heute in Kleinmachnow leben. „Wurzeln“ und „Entwurzelung“ – diese beiden Aspekte werden also derzeit in Kleinmachnow erforscht und aufgearbeitet. Axel Mueller, der Chef des Heimatvereins, fand deshalb lobende Worte für beide Geschichtsinitiativen: „Das sind großartige Projekte.“

Information: „Emigration“, Auf der Drift 12, geöffnet am Samstag und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Von Jürgen Stich

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