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170 Asylbewerber sollen nach Neuseddin

Landkreis mietet das alte Ambulatorium 170 Asylbewerber sollen nach Neuseddin

Auf der dringenden Suche nach weiteren Asylbewerberunterkünften hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark ein neues Mietobjekt gefunden. Ab Oktober 2015 sollen in der Gemeinde Seddiner See 170 Flüchtlinge untergebracht werden. Zunächst in Wohncontainern auf einem Privatgrundstück am Breitenbachplatz .

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In das Ex-Ambulatorium sollen Flüchtlinge einziehen.

Quelle: JST

Neuseddin. Die Gemeinde Seddiner See muss 170 Asylbewerber in ihrem Ortsteil Neuseddin aufnehmen. Für sie soll das Grundstück des ehemaligen Ambulatoriums am Breitenbachplatz 4 hergerichtet werden. Zunächst sollen dort ab Oktober 2015 Wohncontainer, sogenannte Lost-Cost-Häuser, die Flüchtlinge beherbergen. Das geht aus einem der MAZ vorliegendem Brief hervor, den Seddiner-See-Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) an die Gemeindevertreter geschrieben hat. Über den Plan hatte zuvor der Sozialfachbereichsleiter des Landkreises, Thomas Schulz, am 6. August die Gemeindeverwaltung informiert. Bis Mitte 2016 soll dann das Gebäude saniert werden, so dass anschließend die Asylbewerber aus den Containern ins Haus umziehen können. Die Vertragslaufzeit soll 4,5 Jahre betragen. Entsprechende Vorverträge seien bereits abgeschlossen worden. Ob Männer, Frauen oder Familien nach Neuseddin kommen, sei noch ebenso unklar wie die Herkunftsländer, so Kreis-Sprecherin Andrea Metzler.

Seddiner Sees Bürgermeister Axel Zinke (parteilos) reagiert mit Unverständnis auf die beabsichtigte Unterbringung „in dieser Form“. Er hätte sich auch gewünscht, wenn die Gemeinde frühzeitig mit eingebunden worden wäre, so Zinke, der in dem Brief Bedenken wegen der abseitigen Lage, der Größe des Areals sowie der fehlenden Infrastruktur äußert. Dies könne „nicht nur zur möglichen zusätzlichen Belastung für die Bürger, sondern auch für die Asylsuchenden führen“, so Zinke in dem Schreiben vom 10. August an die Gemeindevertreter und den Ortsbeirat. Er hält das etwa 4000 Meter große Grundstück hinter dem Haus für zu klein für gut 30 Container und 170 Menschen. Es gehe hier auch darum, „dass die Flüchtlinge eine lebenswerte Unterkunft haben und nicht eingepfercht sind“, sagte er am Donnerstag, fügte aber hinzu: „Es ist aber wie es ist. Jetzt müssen wir das Beste daraus machen und .“ Voraussichtlich am 8. September soll eine Bürgerversammlung in der Turnhalle in Neuseddin stattfinde.

Das Grundstück Breitenbachplatz 4 hat seit dem 15. Juli 2015 neue Eigentümer, die das Ex-Ambulatorium sanieren lassen. Die Vermietung an den Kreis zur Unterbringung von Asylbewerbern sei eine Zwischennutzung, sagte Thomas Schulz der MAZ. Nach Auszug der Flüchtlinge wollen die Eigentümer das geplante Betreute Wohnen verwirklichen. Bereits bei der Sanierung entstehen im Haus die barrierefreien Wohnungen, heißt es. Die Container beschaffen die Grundstückseigentümer und der Landkreis stattet die Unterkünfte für die Flüchtlinge aus, so Schulz.

Im Haus, das im Volksmund immer noch Ambulatorium heißt, praktizierten noch bis 2005 Ärzte. Danach stand es leer. Laut Zinke hatte die Verwaltung „erst am 14. Juli 2015“ von dem beabsichtigten Eigentümerwechsel eher zufällig in der Bauverwaltung erfahren. Dabei hätten die Grundstücksbesitzer betont, „dass sie das Gebäude zur zukünftigen Nutzung als ’Betreutes Wohnen’ umbauen wollen und nicht zu erkennen gegeben, dass sie mit dem Landkreis bereits über eine andere Nutzung Gespräche geführt und Verträge geschlossen haben“, heißt es in Zinkes Brief. Er betont zugleich, dass die Gemeinde „wie schon in der Vergangenheit“ bereit sei, nach Freizug leere Wohnungen aus ihrem Bestand dem Kreis für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung zu stellen. „Erst vor 14 Tagen haben wir vier Wohnungen angeboten“, sagte er der MAZ.

Von Claudia Krause

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