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Flüchtlinge: Viel Harmonie in Schmerwitz

Integration von syrischen Familien Flüchtlinge: Viel Harmonie in Schmerwitz

Die Integration der sieben syrischen Flüchtlingsfamilien in Schmerwitz geht offenbar harmonisch über die Bühne. Das hat sich nicht zuletzt beim Kennenlernfest dieser Tage gezeigt, bei dem Einheimische und Neuankömmlinge erstmals zusammenkamen. Außerdem fordert sich auch die Einheimischen zu Aktivitäten heraus.

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Gute Stimmung beim Kennenlernfest

Quelle: Johannes Krause

Schmerwitz. Eigentlich sollte es nur ein Kennenlern-Nachmittag zwischen den Einheimischen und den sieben syrischen Familien, die seit Neuestem in dem 300-Einwohner-Ort ihre Bleibe haben, werden. Doch dann entwickelte sich der Nachmittag im Töpfercafé zum Fest. Weit über 100 Menschen waren zu dem Treffen gekommen.

Die Neuankömmlinge brachten gleich Süßspeisen mit, um einen kulinarischen Eindruck zu hinterlassen. Die Leute aus Schmerwitz sangen deutsche und internationale Lieder. Der Nachmittag erreichte seinen Höhepunkt, als Schmerwitzer Musiker gemeinsam mit ihren neuen Nachbarn aus Damaskus und Aleppo musizierten: Da war der gemeinsame Rhythmus schnell gefunden und der Saal erfüllt von märkisch-orientalischer Harmonie.

Froh, endlich sicher zu sein

Seit Ende September leben 25 Erwachsene und elf Kinder im Wiesenburger Ortsteil. Aufgrund des Bürgerkriegs mussten sie Syrien verlassen. Sie haben die Schrecken des Krieges erlebt, ihre Heimat und mitunter mehrere Angehörige verloren, wie sie berichtet haben. Der etwa 4.000 Kilometer lange Fluchtweg führte einige ebenfalls in Lebensgefahr. Sie erzählten von der Bootspassage übers Mittelmeer. Nun sind sie froh, an einem sicheren Ort angekommen zu sein. „Was wir durchgemacht haben, ist zu schwer, um darüber zu sprechen“, sagt Roger Alain. Aber wie offen wir hier aufgenommen wurden – das ist nach all dem Leid wie ein schöner Traum“, so der KFZ-Mechaniker, der mit seiner Frau, seinen drei Kindern und seinen Schwiegereltern aus Damaskus in den Hohen Fläming gekommen ist.

Viele Menschen aus der Region haben die geflüchteten Familien mit Sachspenden unterstützt. Etwa 30 Schmerwitzer und Wiesenburger engagieren sich in einer Willkommensinitiative. Sie begleiten die neuen Nachbarn bei Arztbesuchen, Behördengängen und beim Verstehen der hiesigen Kultur und des Alltags. Nach den Herbstferien kommen fünf syrischer Kinder in die Grundschule „Am Schlosspark“.

Schmerwitzer helfen beim Deutschlernen

Ihre Eltern beginnen derweil in Schmerwitz einen Deutschkurs. „Die Leute würden gern arbeiten, dürfen es aber noch nicht. Die Zeit, die sie auf ihre Anerkennung als Asylberechtigte warten müssen, wollen sie unbedingt nutzen, um schnell Deutsch zu lernen“, sagt Cornelia Pillon. Die Schmerwitzerin hat kurzerhand entschlossen, sich als Deutschlehrerin fortzubilden, um vor Ort einen Sprachkurs anbieten zu können.

Johannes Krause freut sich über die positive Zwischenbilanz: „Es wird ja gefragt, ob es schaffbar ist, die vielen Geflüchteten aufzunehmen. Die Erfahrung in Schmerwitz lautet: Wenn man das positiv angeht, dann auf jeden Fall. Dann ist das für eine Dorfgemeinschaft wie bei uns eine echte Bereicherung“, so der Koordinator der Willkommensinitiative

Von MAZonline

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