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Flüchtlinge im Fertighauswerk

Kreis prüft in Ziesar Flüchtlinge im Fertighauswerk

Wohin mit noch mehr Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern? Der wachsende Zustrom zwingt die Kreisverwaltung von Potsdam-Mittelmark zu immer neuen Überlegungen. Als Unterkunft für rund 300 Personen ist jetzt das leerstehende Libella-Fertighauswerk im Gewerbegebiet von Ziesar an der Autobahn im Gespräch.

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Das leerstehende Libella-Werk in Ziesar ist als Flüchtlingsquartier im Gespräch.

Quelle: Foto: JACQUELINE STEINER

Ziesar. Wohin mit noch mehr Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern? Der wachsende Zustrom zwingt die Kreisverwaltung von Potsdam-Mittelmark zu immer neuen Überlegungen. Als Unterkunft für rund 300 Personen ist jetzt das leerstehende Libella-Fertighauswerk im Gewerbegebiet von Ziesar an der Autobahn im Gespräch. Das hat Thomas Schulz, Leiter des Fachbereichs Soziales, Jugend, Schule und Gesundheit der MAZ bestätigt. Erstmals angedeutet hatte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) den Standort bei einer Beratung mit Bürgermeistern und Amtsdirektoren vor zwei Wochen. Dabei sprach Blasig von einer „weißen Halle" bei Ziesar.

Betten in der Produktionshalle

Dem Vernehmen nach hat die Insolvenzverwaltung des einstigen Hausbauers dem Kreis die Liegenschaft zur Miete angeboten. Noch vor dem Wochenende gibt es einen ersten Lokaltermin, bei dem Mitarbeiter des Landratsamtes das Objekt besichtigen werden. Im Mittelpunkt steht dabei die frühere Produktionshalle. Diese soll zur Massenunterkunft hergerichtet werden. „Kleinteilige Lösungen mit 20 oder 30 Plätzen helfen uns nicht mehr weiter. Das Libella-Werk ist ein sehr ernst zu nehmendes Angebot“, verteidigt Fachbereichsleiter Schulz den möglichen Standort.

Die vorhandenen Sozialräume, die vollständige Umzäunung und die Anbindung an Ziesar mit seinen drei Supermärkten über einen Radweg dürften zusätzlich für das Werksgelände sprechen. Die Produktionshalle ist bereits von Maschinen beräumt. Überrascht zeigte sich Ziesars Bürgermeister Dieter Sehm (SPD). Er hatte vor wenigen Tagen vier Familien aus Tschetschenien, dem Tschad und Somalia als Mieter in kommunalen Wohnungen begrüßt. Von einer möglichen Nutzung des Libella-Werkes für 300 Personen sei ihm jedoch nichts bekannt. Es sei bedauerlich, dass die Kommune in die Vorgespräche nicht einbezogen worden sei, so der Bürgermeister. Zwar beschäftigt sich die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche mit dem Gewerbegebiet, das 1994 als „Preußenpark“ an den Start ging, aber nur weil ein privater Investor auf einem Nachbargrundstück von Libella ein Windrad errichten will.

Weitere Liegenschaften gesucht

Indes sucht der Landkreis händeringend nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. Am kommenden Montag trifft Kreis-Fachbereichsleiter Schulz in Kloster Lehnin mit Bürgermeister Bernd Kreykenbohm zusammen. Dabei sollen die Rahmenbedingungen ausgelotet werden, zu denen die Kommune dem Kreis Unterbringungskapazitäten in der ehemaligen Damsdorfer Kaserne vermieten kann. Bekanntlich ist Kloster Lehnin seit wenigen Wochen Besitzer der ehemaligen Militärgeländes. Allerdings müssten zuvor Sanierungsarbeiten stattfinden, deren Finanzierung derzeit unklar ist. Wie berichtet, hatte der Landkreis die ursprüngliche Absicht rund 600 Personen in Damsdorf unterzubringen. Die Kommune will bei 150 deckeln. Am Freitag werden im einstigen Götzer Landgasthof die ersten zwölf von insgesamt 30 Flüchtlinge erwartet.

Von Frank Bürstenbinder

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