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Flüchtlinge skaten in Stahnsdorf

Aktion mit Asylbewerbern Flüchtlinge skaten in Stahnsdorf

In Stahnsdorf gibt es inzwischen zwei Heime für Flüchtlinge. Die ansässige Skate-Szene will den Jugendlichen Möglichkeiten zur Bewegung geben und hat sie auf die Stahnsdorfer Skateanlage eingeladen. Inzwischen hat sich daraus eine beispielgebende Aktion entwickelt.

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Endlich wieder ein wenig Lebensfreude: Die Stahnsdorfer Skate-Szene kümmert sich um Flüchtlingskinder.

Quelle: Julian Kleister

Stahnsdorf. Mitten im Gewerbegebiet, zwischen Laubbäumen und Industrie, liegt seit 2010 der Stahnsdorfer Skatepark. Abgeschieden von Wohngebäuden und Menschenmassen hat man hier einen Ort gefunden, der es der Jugend ermöglicht, sich auszutauschen, zu treffen und atemberaubende Stands vorzuführen.

Der 28-jährige Julian Kleister, einer der Initiatoren, erzählt: „ Zunächst haben wir uns selbst aus alten Kisten und Brettern Skate-Rampen auf einer abgesperrten Straße zusammengezimmert und sind dort gefahren. Das ging nach einer Weile allerdings nicht mehr, weil ein Wohngebiet in der Nähe gebaut wurde. Deshalb wollten wir die Gemeinde Stahnsdorf unbedingt vom Bau des Skateparks überzeugen. Am Ende haben wir einen Patz bekommen, der ursprünglich als Kinderspielplatz eingeplant war. Jetzt ist er eben ein Spiellatz, auf denen auch Leute über 12 Jahre rauf dürfen.“

Seit das neue Asylbewerberheim keine 200 Meter entfernt gebaut wurde, kam die Idee auf, die Flüchtlinge an den Skatesport heranzuführen. Es gibt in der gegend ansonsten wenig Sportmöglichkeiten. Zwar sind die Kinder bis 12 Uhr in der Schule und es schließen sich regelmäßige Behördengänge an, aber viele andere Optionen bleiben nicht. Die Initiative ging erneut von Julian Kleister aus, der nach dem Vorbild einer ähnlichen Aktion in Berlin-Hohenschönhausen alte oder neue BMX- Räder und Skateboards sammelt, um sie den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

„Anfangs hatten wir ein bisschen Angst um unseren geliebten Bowl, wir wussten halt alle nicht, was das jetzt für uns bedeuten soll. Dann kam die Idee auf, die Flüchtlinge zu integrieren, dass ist auf jeden Fall besser, als wenn sie aus Langeweile auf dem Platz rumhängen aber nicht mitfahren können und stattdessen irgendwann Mist bauen. Denn wer Langeweile hat, baut irgendwann zwangsläufig Mist“, sagt Kleister.

Im Stahnsdorfer Skatepark fühlen sich alle Generationen wohl.

Im Stahnsdorfer Skatepark fühlen sich alle Generationen wohl.

Quelle: Julian Kleister

Deshalb hatte er am 14. April einen Facebook-Spendenaufruf gestartet, aber nicht mit der gewaltigen Resonanz gerechnet. Inzwischen gibt er Interviews und hatte sogar schon einen TV-Auftritt. In einer kürzlich herausgegebenen Pressemitteilung schreibt auch die Stahnsdorfer SPD: „Initiative der Stahnsdorfer Skater ist vorbildlich“ und unterstützt die ganze Aktion durch die Bereitstellung von Schutzhelmen, Knie- und Ellenbogenschonern, Inline Skates und einem Skateboard.

Einen Besuch ist dieser kleine Platz auf jeden Fall wert, die Buslinie 626 fährt direkt bis vor die Haustür und für Motorisierte gibt es einen Parkplatz in der Nähe. Zum Platz führt ein schmaler asphaltierter Weg, auf dem man auch auf Rollen gut bis zur Bahn kommt. Am Eingang grüßt die Allgemeine Benutzer – und Besucherordnung, die durch Graffiti „verschönert“ und korrigiert wurde. Dahinter der Skatepark, mitten auf einem Stück Schnellstraße, abgegrenzt durch Leitplanken, das einzig fehlende ist die Geschwindigkeitsbegrenzung. Denn die Skater erreichen in dem an einen amerikanischen Swimmingpool erinnernden Bowl nahezu Fluggeschwindigkeit. Initiator Julian Kleister hofft, dass diese Idee Früchte trägt und die geplanten Skateworkshops gut besucht werden. „Hier scheint Integration mittlerweile kein Problem mehr zu sein.“

Von Maren Barthel

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