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Reparieren und radeln

Fahrräder für Flüchtlinge Reparieren und radeln

Auf dem Radl durch die Region: Der Landkreis Potsdam-Mittelmark nimmt gespendete Fahrräder entgegen, lässt sie auf Vordermann bringen und gibt sie an Flüchtlinge in den Übergangswohnheimen weiter. Seit zwei Wochen dürfen die Asylbewerber die Räder reparieren.

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Amanuel Mebrahtom, Samuel Zeron und Hans-Werner Schönnagel.

Quelle: Christel Köster

Kleinmachnow . Auf Englisch, auf Deutsch, „ein bisschen mit Händen und Füßen“ verständigt sich Schlosser Hans-Werner Schönnagel mit den jungen Männern aus Eritrea und Syrien. „Das klappt ganz gut“, erzählte der 50-Jährige. Seit einigen Tagen hat Schönnagel in der Kleinmachnower Fahrradwerkstatt der gemeinnützigen Union Sozialer Einrichtungen GmbH (USE) neue Kollegen: Bis zu zehn Stunden in der Wochen helfen ihm sechs Flüchtlinge bei der Reparatur gespendeter Räder, bekommen dafür eine kleine Aufwandsentschädigung. „Sie sind motiviert, helfen sich – toll “, sagte der Werkstattchef am Donnerstag.

Amanuel Mehbrahtom (21) aus Eritrea schraubt gern an den Vehikeln herum. Wie sein Landsmann Samuel Zeron (20): „Macht mir Spaß.“ Abgesehen von der Freude an der Arbeit, verschaffe die Beschäftigung den Flüchtlingen „eine Tagesstruktur und das Gefühl, gebraucht zu werden“, sagte USE-Geschäftsführer Wolfgang Grasnick. Bewohner aus der Region haben inzwischen 40 Fahrräder für Asylbewerber abgegeben, knapp 30 wurden flott und verkehrssicher gemacht – die Kosten für Ersatzteile und Fahrradschlösser übernimmt der Landkreis. Am Donnerstag besuchte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) anlässlich der Präsentation des Projekts „Sichere Fahrräder für Geflüchtete“ die USE-Werkstatt. Kooperiert wird dabei mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Kleinmachnow. Klaus Hofmann erkundet mit Flüchtlingen jeden Dienstag Nachmittag per pedales die Umgebung. „Gestartet sind wir mit 20 Kilometern, jetzt schaffen wir schon 50 Kilometer“, erzählt das ADFC-Mitglied. Außer der schönen Landschaft erfahren die Flüchtlinge etwas über die Verkehrsregeln und -schilder hierzulande. Besonders heikel seien Kreisverkehre – „lebensgefährlich für jemanden, der so etwas nicht kennt“, so Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD).

Geändert hat sich die bisherige Praxis: Statt einer persönlichen Fahrradspende bekommt jetzt der Landkreis die Velos – und verteilt diese auf die Übergangswohnheime unter anderem in Teltow und Stahnsdorf. Vorteile: Die Räder bleiben in den jeweiligen Übergangswohnheimen und stehen auch folgenden Bewohnern wieder zur Verfügung. Außerdem sind die Fahrräder mit dem konkreten Standort des Übergangswohnheims codiert.

Fahrradspenden werden montags bis freitags von 8.30 bis 13.30 Uhr in der USE-Werkstatt, Am Fuchsbau 47, entgegengenommen.

Von Ricarda Nowak

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