Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Flüchtlinge verlassen Neuseddiner Camp
Lokales Potsdam-Mittelmark Flüchtlinge verlassen Neuseddiner Camp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 04.10.2016
Kurz vor dem Bezug: Das frühere Ambulatorium in Neuseddin. Quelle: JST
Anzeige
Neuseddin

Im Flüchtlings-Camp am Neuseddiner Breitenbachplatz steht der Umzug bevor: Noch im Oktober ziehen die Asylsuchenden in das frühere Ambulatorium, sagte Landkreis-Sprecher Kai-Uwe Schwinzert. Das Haus wurde saniert und soll nun bis 2021 als Übergangswohnheim dienen. „Kleinere Arbeiten im Haus müssen aber noch erledigt werden“, sagte Schwinzert.

Vor einem Jahr hatten 170 Flüchtlinge das Containerdorf neben dem Ex-Ambulatorium bezogen. Über ihr Kommen wurde damals in einer Einwohnerversammlung informiert, bei der bange Fragen, harsche Kritik und Hilfsangebote gleichermaßen zu hören waren. Die hitzige Debatte im September 2015 war auch die Geburtsstunde des Netzwerks Neue Nachbarn, das sich am 1. Oktober 2015 gründete und nun nach einem Jahr Zwischenbilanz zog. „Wir haben überwiegend erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Initiativen-Sprecher Werner Ruhnke. Die freiwilligen Helfer engagierten sich etwa als Sprachlehrer, begleiteten Flüchtlinge zum Arzt, betrieben ein Camp-Café und holten Vereine mit an den Tisch. Frauen aus dem Camp fanden so beim ESV Lok Seddin ein Betätigungsfeld, sind dort beim Badminton und in der Gymnastik-Gruppe dabei.

Bedauert wird das Ende des Camp-Cafés, das sich im Ambulatorium befand, wegen der Sanierung aber aufgegeben werden musste. „Seit das Café nicht mehr da ist, bleiben die Gruppen oft unter sich“, sagte eine Frau. Der Austausch mit Einheimischen ist so eher eine Seltenheit. „Wir lernen deutsch, aber mit wem können wir deutsch reden?“ Solche Fragen stellen Camp-Bewohner, berichtete Anika Misch, Sozialarbeiterin im Camp. Bashar aus Syrien, der Buchhalter war und nun bei Null anfängt, würde gern ein Praktikum machen. Bislang klappte es nicht. Sein Landsmann Mahran gehört zu den wenigen anerkannten Flüchtlingen, die Arbeit gefunden haben – in der Kähnsdorfer Gaststätte „Zur Reuse“.

Die Sozialarbeiterin sehnt derweil den Umzug ins sanierte Haus herbei: „Wenn man sich ein Jahr lang ein Zimmer zu fünft teilt und 100 Leute eine Küche, führt das zu Spannungen“, sagte sie.

Flüchtlingsunterkunft

Das frühere Ambulatorium soll bis 2021 als Flüchtlingsunterkunft dienen. Der Vertrag zwischen Kreis und Eigentümer hat eine Verlängerungsoption. Längerfristig ist geplant, im Haus barrierefreie Wohnungen zu vermieten. „Die Container werden nicht mehr gebraucht, wann sie wegkommen, steht noch nicht fest“, so der Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert.

Von den 171 Flüchtlingen, die 2015 ins Camp kamen, sind noch 100 da. Einige bereits anerkannte Flüchtlinge, die auszogen, sind in Neuseddin sesshaft geworden.

Von Jens Steglich

Fünf graue Betonklötze deutscher Geschichte gehen vom Klöster Bauunternehmen Teltow aus als Symbole in das noch geteilte asiatische Land. Nachdem die Mauerteile schon verschifft worden sind, fand am Dienstag der offizielle Akt der Schenkung statt.

04.10.2016

Am 5. Oktober 1996 wurden Bohrleute am nördlichen Stadtrand von Bad Belzig fündig. In 775 Metern Tiefe entdeckten sie Thermalsole, die für die Kurortentwicklung von Bedeutung war. Doch hatten einige Stadtväter zunächst andere Erwartungen gehegt.

04.10.2016

In den ersten Wochen der Badesaison sah es mau aus. Bei dem kalten Wetter wollte nun wirklich keiner baden gehen. So bangte auch Borkheider Naturbadverein um seine Bilanz. Doch dann kam der Sommer, und zwar volle Pulle.

04.10.2016
Anzeige