Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Flüchtlinge ziehen in Kuhlowitzer Wohnheim
Lokales Potsdam-Mittelmark Flüchtlinge ziehen in Kuhlowitzer Wohnheim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:43 03.01.2017
Aus der Fläming-Kaserne Brück ins Kuhlowitzer Quartier umgezogen: Die afghanischen Flüchtlinge: Mohammad Lashkary, Bakhetyar Khanktil und Naser Garnjj Quelle: René Gaffron
Kuhlowitz

Frei zugängliches Internet vermissen Mohammad Lashkary, Bakhetyar Khanktil und Naser Garnjj. Ansonsten haben sich die drei Afghanen, so gut es eben geht, erst einmal im Übergangswohnheim Kuhlowitz eingerichtet. im einstigen Verwaltungsgebäude des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins (AAfV) herrscht wieder mehr Leben. „Es könnten dort knapp 40 Flüchtlinge untergebracht werden“, sagt Roland Leisegang (parteilos).

Der Bürgermeister von Bad Belzig leitete bis zu seinem Wechsel ins Rathaus vor einem Monat die Geschicke des AAfV. Jener betreibt die Notunterkunft seit dem Herbst 2015 im Auftrag des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Die dieser Tage in den 150-Einwohner-Ort übergesiedelten jungen Männer hatten bislang in der Flämingkaserne in Brück gelebt. Die Bundeswehr hatte seinerzeit auf ein Amtshilfeersuchen des Landratsamtes Bad Belzig reagiert Ein Jahr lang konnten zwei Gebäude und eine Versorgungseinrichtung von etwa 50 Personen genutzt werden, die nun zum Jahreswechsel auf drei andere Einrichtungen zwischen Havel und Fläming verteilt wurden.

Voriges Jahr nur 200 Flüchtlinge

2015 sind im Landkreis Potsdam-Mittelmark etwa 2200 Flüchtlinge aufgenommen worden. Im vergangenen Jahr waren es lediglich zehn Prozent dessen. Vor dem Höhepunkt der Zuwanderungswelle galt es jeweils um die 500 bis 800 Asylsuchenden zwischen Havel und Fläming zu integrieren.

Entsprechend können bereits einige Quartiere wieder abgegeben werden. Neben der Fläming-Kaserne Brück betrifft dies das ehemalige Pfötchenhotel Beelitz-Schönefeld und das Domizil in der Teltower Warthstraße – insgesamt rund 500 Plätze.

In Bad Belzig sollen demnächst Container gelagert werden, in denen vorübergehend Flüchtlinge in der Gemeinde Seddiner See untergebracht waren. Dafür wird eine Fläche im Gewerbepark Seedoche gepachtet. Die Vorbereitungen dauern noch an.

Derzeit wird der Zweigeschosser in Kuhlowitz bei laufendem Betrieb noch zu einem regulären Wohnheim für Geflüchtete um- und ausgebaut. Im Laufe des Monats soll es noch einen Tag der offenen Tür geben.

Zwischenzeitlich hatte es im Dorf nämlich Kritik am Vorgehen der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark gehagelt, die wohl noch nicht endgültig ausgeräumt ist. So fühlen sich die Einheimischen nicht ausreichend informiert und beklagen, dass der Umbau der ursprünglichen Notunterkunft zu einem regulären Wohnheim im Vorfeld nicht thematisiert worden sei. „Wir wollen einfach nur wissen, wer in unserem Dorf lebt und wie geregelt ist, dass diese Menschen von A nach B kommen“, so Ortsvorsteher Candy Schulze. „Wenn es positiv vorwärts gehen soll, dann kann es so nicht laufen“, ergänzte Ortsbeiratsmitglied Noreen Völker.

Roland Leisegang relativiert: „Die Tür des AAfV-Büros stand immer offen. Bei Fragen hätte sich jeder informieren können“. Auch ein im November zwischen Vertretern des Ortsbeirats, ihm als AAfV-Chef, seiner Bürgermeister-Amtsvorgängerin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) sowie dem Landratsamt Bad Belzig konnten die Wogen noch nicht glätten.

„Niemand macht schlechte Stimmung gegen Flüchtlinge“, sagt Candy Schulze. „Aber Kuhlowitz hat keine ordentliche Verkehrsanbindung für eine solche Einrichtung. Hier halten nur der Bürgerbus und der Schulbus“, gab der Ortsvorsteher zu bedenken und verwies auf ebenfalls nicht vorhandene Einkaufsgelegenheiten. In der Folge sei es in der Vergangenheit wiederholt zu gefährlichen Situationen gekommen, wenn beispielsweise Fußgänger und Radfahrer aus der Unterkunft die Umgehungsstraße als kürzesten Weg nach Bad Belzig benutzten. Dass die Anbindung problematisch sei, bestätigte dann auch Roland Leisegang. Er verweist in diesem Zusammenhang jedoch darauf, dass die Bewohner „erwachsene Menschenkinder“ seien, die sich in Kuhlowitz „mit Fahrrädern gut sortiert“ hätten.

Für Unmut im Dorf sorgt ferner, dass alte Abwassergruben - die mit dem Anschluss an das zentrale Abwassernetz bereits aufgegeben waren - für das Wohnheim wieder genutzt werden sollen.

Von Christiane Sommer und René Gaffron

Werders Rentner singen, tanzen und wandern gern. Das hat eine Umfrage des Seniorenbeirats der Stadt ergeben. Für die Zukunft wünscht sich das ältere Semester aber noch mehr Angebote und vor allem einen Bewegungsparcours im Stadtwald und auf der Insel. Die Stadt will nun prüfen, welche Wünsche erfüllbar sind.

03.01.2017
Brandenburg/Havel Wusterwitz: Zweite Auswahlrunde läuft - Zehn Bewerber für Amtsdirektorenstelle

In Wusterwitz bleibt es spannend. Das Auswahlverfahren für die Neubesetzung der Amtsdirektorenstelle geht in die zweite Runde. Zehn Bewerber haben auf die erneute Stellenausschreibung reagiert. Noch bleiben die Kuverts verschlossen. Zumindest ein bekanntes Gesicht ist nicht mehr dabei.

03.01.2017

Der Wintereinbruch wirkt sich nicht so drastisch auf den Arbeitsmarkt im Hohen Fläming aus wie sonst üblich. Zum Jahresausklang gab es im Hohen Fläming 1684 Arbeitslose. 53 mehr als im Vormonat. Die Quote von 8,2 Prozent ist ein Bestwert für einen Dezember. Nach Einschätzung der Agentur könnte es dauerhaft besser werden.

03.01.2017